Dom von Helsinki, Finnland

Der Dom von Helsinki ist die Kathedrale des lutherischen Bistums von Helsinki und thront prominent über der Stadt, Finnland - © chaoss / Fotolia
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Der Dom von Helsinki ist die Kathedrale des lutherischen Bistums von Helsinki. Die schneeweiße Kirche am Senatsplatz thront prominent über der Stadt und ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Helsinkis.

Der Dom von Helsinki befindet sich neben der finnischen Nationalbibliothek am Senatsplatz im direkten Zentrum der finnischen Hauptstadt. Das eindrucksvolle evangelische Gotteshaus ist nicht nur die Kathedrale des lutherischen Bistums Helsinki sondern auch das berühmte Wahrzeichen der Stadt. Jährlich wird der Dom von Helsinki von 350.000 Menschen besucht.

BILDER: Dom von Helsinki

 

Der Dom von Helsinki wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil vom deutschen Architekten Carl Ludwig Engel errichtet, die ersten Pläne dazu lagen bereits 1819 vor. Nach 22 Jahren Bauzeit wurde die majestätische Kirche im Jahr 1852 eingeweiht. Zuerst hieß sie noch Nikolai-Kirche zu Ehren des russischen Zaren und Großherzog Finnlands Nikolaus I. Nach der Unabhängigkeit Finnlands wurde sie auf „Großkirche“ umbenannt und 1959 schließlich zum Dom von Helsinki.

Äußere Pracht und innere Schlichtheit

Der schneeweiße Dom von Helsinki ist auf seinem erhöhten Standpunkt von allen vier Himmelsrichtungen aus sichtbar und darauf ist auch seine Architektur ausgerichtet.

Der schneeweiße Dom von Helsinki in einer Winternacht, Finnland - © Scanrail / Fotolia
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Inspiriert von den orthodoxen Kirchen Russlands ist der Grundriss kreuzförmig, für Skandinavien eher ungewöhnlich, und die zentrale Kuppel dominant. Eine gewisse Ähnlichkeit mit der Issaks-Kathedrale im russischen St. Petersburg, die damals ebenfalls gerade im Bau war, lässt sich nicht leugnen.

Zinkstatue des Apostels Johannes am Dom von Helsinki, Finnland  - © gadagj / Fotolia
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An allen vier Enden schließen korinthische Säulen mit einem Giebeldreieck ab, die an griechische Tempel erinnern. Der Eingang zum Dom an der Westseite hätte eigentlich durch eine weitere Säulenreihe markiert werden sollen, dies wurde jedoch nie umgesetzt.

Die kleineren Kuppeln um die Zentralkuppel wurden erst nach Engels Tod von seinem englischen Nachfolger Ernst Lohrmann angebracht, ebenso wie die Statuen der zwölf Apostel auf den Dächern des Doms. Die überlebensgroßen Figuren aus Zink sind in ihrer Gruppierung weltweit einzigartig. Auch die beiden Pavillons am Ende der Treppe waren von Engel ursprünglich nicht geplant.

Wie die meisten evangelischen Kirchen ist auch der Dom von Helsinki ohne Prunk und Pomp ausgestattet. Der schlichte weiße Innenraum mit dem goldenen Altar wird nur durch die Statuen der Reformatoren Martin Luther, Philipp Melanchthon, Mikael Agricola und einer runden Kanzel in den vier Ecken geschmückt.

Den schlichten weißen Innenraum des Doms von Helsinki, Finnland, schmücken die Statuen der Reformatoren Martin Luther, Philipp Melanchthon und Mikael Agricola - © Grisha Bruev / Shutterstock
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Anziehungspunkt nicht nur für Touristen

Vor allem an sonnigen Tagen tummelt sich auf den Stufen zum Dom von Helsinki eine Vielzahl an Menschen, die die wärmenden Sonnenstrahlen vor dieser atemberaubenden Kulisse genießen. Wem zu heiß wird, kann sich kostenlos in der majestätischen Stille des Doms Kühlung verschaffen. Die fantastische Akustik des Doms von Helsinki wird immer wieder für Domkonzerte genutzt. In der Krypta befindet sich heute ein kleines Café, außerdem werden immer wieder Ausstellungen in ihr abgehalten.

Die anderen Bauen um den Senatsplatz sind im gleichen Stil wie der Dom zu Helsinki errichtet, wodurch dieses malerische Viertel Helsinkis auch „Klassizistisches Zentrum“ genannt wird.