Sandur auf Sandoy, Färöer-Inseln

Das malerische Örtchen Sandur ist der Ausgangspunkt für Wanderungen über die Insel Sandoys und Fundort der berühmten Sandur-Münzen aus dem 11. Jahrhundert, Färöer-Inseln - © Eydfinnur / Shutterstock
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Sandur ist der Hauptort der Färöer-Insel Sandoy und kann mit dem einzigen Sandstrand der Inselgruppe und dem historischen Fund eines Silberschatzes aus dem 11. Jahrhundert aufwarten. So gut wie alle Erkundungstouren über Sandoy starten von Sandur aus, egal ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder per Ruderboot auf die Nachbarinsel.

Sandur ist eine Ortschaft auf den Färöer-Inseln und stellt die einzige Siedlung der Insel Sandoy dar. Das nicht einmal Tausend-Einwohner-Dorf liegt im Westen von Sandoy zwischen den beiden Seen Gróthúsvatn und Sandsvatn, die vor allem bei Anglern beliebt sind.

Besuch von Sandur

Die Anreise auf Sandoy von der färöischen Hauptstadt Tórshavn aus erfolgt mit der Fähre über die Häfen Gamlaraett und Skopun. Dort befindet sich übrigens der einzige Sandstrand auf den gesamten Färöer-Inseln, der Sandur auch seinen Namen gab. Sandur bedeutet übersetzt so viel wie „Sandstrand”. Von dort aus geht es am Sandsvatn entlang bis nach Sandur.

Das kleine Dorf spielt vor allem für den Tourismus der Färöer-Inseln eine große Rolle. Als einzige Siedlung von Sandoy bietet Sandur auch die einzigen Möglichkeiten für touristische Unterkünfte und Verpflegung. Einer der drei Campingplätze auf Sandoy befindet sich dort, die anderen beiden liegen in Húsavik und Dalur. Sandur ist demnach der Ausgangspunkt für so gut wie alle Erkundungstouren über die idyllische Sandoy. Über die lokalen Buslinien kann in bequemen Tagesausflügen die gesamte Insel Sandoy erreicht werden. Sportbegeisterte können die dafür ideal flache Insel auch zu Fuß oder mit dem Rad erkunden. Auch Touren zur Nachbarinseln Skúvoy starten von Sandur aus, wie zum Beispiel zu den beliebten Vogelbergen an Skúvoys Westküste.

Sandur ist jedoch nicht nur wegen seiner Infrastruktur einen Besuch wert. Der Ort kann auf eine 1.100 Jahre alte Geschichte zurückblicken. Nach neusten archäologischen Erkenntnissen war Sandur bereits um 900 nach Christus von den Wikingern besiedelt, jährlich im Frühjahr wurde hier das lokale Várting, eine germanische Volksversammlung, abgehalten. Im Dorfmuseum Sands Bygdasavn können Gegenstände aus dem Alltag der früheren Völker besichtigt werden.

Die Münzen von Sandur

An der Stelle, an der sich heute die typisch färöische schwarze Holzkirche von Sandur befindet, stand Ausgrabungen zufolge bereits im 11. Jahrhundert nach Christus eine Kirche. Ihre Vorgängerkirche ist damit die älteste der Färöer-Inseln. Die berühmten Münzen von Sandur wurden 1863 durch zwei Totengräber gefunden, die für einen Pesttoten ein besonders tiefes Grab ausheben wollten. Der aufschlussreiche Silberschatz enthielt 98 zur Hälfte deutsche Münzen, die alle auf das 11. Jahrhundert datiert wurden. Nicht nur ihr Alter ist interessant, sondern auch ihre Herkunft. Durch die Art der Münzen konnte nachgewiesen werden, mit welchen Ländern die frühen Färöer bereits vor tausend Jahren Handel trieben. Der originale Silberschatz ist heute eine der Hauptattraktionen im Historischen Museum der Färöer-Inseln in der Hauptstadt Tórshavn.

Weiterführende Links:

Touristeninformation der Insel Sandoy (englisch)