Nólsoy, Färöer-Inseln

Der Leuchtturm von Torshavn, im Hintergrund die Insel Nólsoy, Färöer Inseln - © Andrea Ricordi / Shutterstock
© Andrea Ricordi / Shutterstock

Nólsoy liegt im Nordatlantik etwa 5km vor dem Hafen von Tórshavn, der Hauptstadt der Färöer-Inseln. Sie ist vor allem für ihre Konzerte in natürlich ausgewaschenen Brandungshöhlen und für die weltweit größten Sturmschwalbenschwärme bekannt.

Nólsoy ist eine kleine Insel im Nordatlantik etwa 5km vor dem Hafen von Tórshavn, der Hauptstadt der Färöer-Inseln. Ihren Namen hat sie der Sage nach von Nól, dem ersten Menschen, der sich auf der Insel niederließ. Sie fungiert als wichtiger Wellenbrecher und Schutz vor den gewaltigen Oststürmen für die Hauptstadt Tórshavn und kann bei extremem Wellengang auch schon einmal überspült werden.

Wie auf den anderen Färöer-Inseln wachsen auf der 9km langen Insel Nólsoy keine Bäume, die Steilküsten werden von einer flachen Grasebene abgeschlossen. Auf der ruhigen idyllischen Insel befindet sich mit dem gleichnamigen Ort Nólsoy nur eine Ansiedlung, Autos gibt es so gut wie keine.

Highlights auf Nólsoy

Die Hafeneinfahrt von Nólsoy wird vom „Tor der Ehre” flankiert, zwei mächtigen schneeweißen Kieferknochen eines Pottwals. Gleich daneben befinden sich die charakteristischen farbenfrohen Bootshäuser. Durch das ungewöhnliche Tor hindurch gelangt man an historischen Häusern vorbei zur 1863 erbauten Kirche von Nólsoy. Im Café Nólsoy sind Hotel und Campingplatz, die einzigen Unterkunftsmöglichkeiten der Insel, vereint.

Westlich des Hafens findet man die Gedenkstätte von Nólsoyar Pall, einem Nationalhelden der Färöer-Inseln, der für seinen Kampf gegen das Königliche Handelsmonopol der Dänen Anfang des 19. Jahrhunderts berühmt wurde.

Etwa einen Kilometer südlich von Nólsoy befinden sich die Ruinen von Korndalur. Die ursprünglich aus 18 Häusern bestehende mittelalterliche Ortschaft war die erste menschliche Ansiedlung auf Nólsoy, bis die Menschen in das neu gegründet Nólsoy abwanderten und Korndalur verfiel.

Vogelparadies Nólsoy

Eine weitere Attraktion auf Nólsoy stellt die weltgrößte Sturmschwalbenkolonie an ihren felsigen Flanken und den Brandungshöhlen dar. Die flache Insel ist ein wahres Paradies für Hobby-Ornithologen. Am besten sind die gigantischen Horden der kleinsten Seevögel der Welt des Nachts zu beobachten, wenn die Sturmschwalben von der offenen See zu ihren Nistplätzen zurückkehren. Der auf Nólsoy ansässige dänische Ornithologe Jens Kjeld Jensen organisiert Nachtwanderungen zur Beobachtung des einzigartigen Spektakels. BirdLife International hat Nólsoy als Important Bird Area klassifiziert.

Felsige Konzerthallen

Die Brandungshöhlen, die im Lauf der Jahrtausende durch den Seegang unter der Insel ausgewaschen wurden, dienen jedoch nicht nur als Nistplatz für die Tausenden von Sturmschwalben, sondern fungieren im Sommer auch regelmäßig als Musikhaus. Der Skipper Birgir Enni veranstaltet gemeinsam mit dem Komponisten Kristian Blak Konzerte in den natürlichen Gewölben unter der Küste Nólsoys. Besucher werden mit seinem Schoner Norðlýsið zu diesem einzigartigen Erlebnis gebracht. Je nach Wellengang und Witterung werden die Konzerte in mystischer Stille oder untermalt vom rhythmischen Schlagen der Wellen abgehalten.

Ein beliebtes Ziel auf Nólsoys Wanderwegen ist der 14m hohe Leuchtturm Borðan auf der Südspitze der Insel, der größte der Färöer-Inseln. Auf dem Wanderweg zum 371m hohen Eggjarklettur, der oft nebelverhangenen höchsten Erhebung auf Nólsoy, ist er leicht zu erreichen. Der 1893 errichtete Leuchtturm war einer von sechs weiteren, die für die Handelsschiffe und die Hochseefischereiflotte der Färöer-Inseln die Einfahrt nach Torshavn und die Navigation um die Inseln um vieles erleichterten.

Die Touristeninformation auf Nólsoy befindet sich im „Pakkhúsiðhjá Petersen” („Petersens Lagerhaus”) und informiert über Wanderwege und andere Aktivitäten auf Nolsoy. Getränke und Snacks werden in einem Café angeboten. Das Lagerhaus beherbergt außerdem einen Dorfladen, in dem Handwerkskunst verkauft wird und ein kleines Museum. In diesem ist unter anderem das 4m lange Ruderboot „Diana Victoria” ausgestellt, mit welchem der Abenteurer Ove Joensen im Sommer 1986 in 44 Tagen von den Färöer-Inseln bis nach Kopenhagen in Dänemark ruderte. Anfang/Mitte August wird das jährliche Volksfest „Ovastevna” ihm zu Ehren abgehalten.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite der Norðlýsið für Touren zu den unterirdischen Konzerthallen (englisch)