Fernsehturm („Teletorn“) in Tallinn, Estland

Der Fernsehturm („Teletorn“) in Tallinn wurde 1980 für die Olympischen Sommerspiele in Moskau errichtet, Estland - © Oleinik Dmitri / Shutterstock
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Der Fernsehturm („Teletorn“) in der estländischen Hauptstadt Tallinn wurde 1980 für die Olympischen Sommerspiele in Moskau errichtet und war für viele Estländer ein Symbol der Freiheit. Auf 170m Höhe liegt einem die Stadt Tallinn zu Füßen, an klaren Tagen sieht man bis zum Golf von Finnland.

Der Fernsehturm in der estländischen Hauptstadt Tallinn, in der Landessprache „Tallinna Teletorn” genannt, ist ein freistehender 314 Meter hoher Turm, der aufgrund der 1980 abgehaltenen Olympischen Sommerspiele in Moskau errichtet wurde, um die Telekommunikation zu verbessern. Er gehört zur Liste der World Federation of Great Towers.

Der Tallinna Teletorn befindet sich in der Nähe des Yachthafens Pirita, etwa 6km nördöstlich des Stadtzentrums von Tallinn. Entworfen von den Architekten David Baziladze und Juri Sinis wurde im September 1975 der Grundstein für den ehrgeizigen Bau gelegt. Der Turm besteht aus verstärkten Betonringen, jeder davon einen halben Meter dick.

Besuch des Teletorn in Tallinn

Der Fernsehturm („Teletorn“) in Tallinn wurde 1980 für die Olympischen Sommerspiele in Moskau errichtet, Estland - © Oleinik Dmitri / Shutterstock
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Die beiden Aufzüge im Inneren des Fernsehturms bringen Besucher in 49 Sekunden auf den höchsten Punkt von Nord-Estland, von dem aus man an klaren Tagen bis zum Golf von Finnland sehen kann.

Oben angelangt erfährt man in der Hall of Fame in einer Dauerausstellung die Spitzenleistungen von Estland, sowie alles über den Bau des Fernsehturms und die geschichtsträchtigen Ereignisse aus 1991, als Estland seine Unabhängigkeit erlangte.

Im 21. Stockwerk, 170 Meter über dem Erdboden befindet sich eine Aussichtsplattform, die mit einem 360°-Rundumblick die beste Aussicht von ganz Nord-Estland bietet. Die zu Füßen liegende Stadt Tallinn und die tiefblaue Baltische See stellten für viele ein Fenster zur Freiheit dar, als Estland noch hinter dem Eisernen Vorhang lag. In der Nacht konnte man sogar die Lichter von Helsinki glitzern sehen.

Schwindelfreie können auch einen Blick durch den Glasboden werfen – 170 Meter in die Tiefe zu blicken und auf der Fensterscheibe scheinbar zu schweren erzeugt ein eigenartiges Gefühl in der Magengegend! Die Schwindelfreiheit sollte nicht allzu lange getestet werden, sonst ist der Magen vermutlich nicht mehr zu gebrauchen – was bei dem himmlischen Menü im Restaurant des Teletorn äußerst schade wäre.

Beeindruckende Zahlen des Teletorn

Höhe314m
Durchmesser der Aussichtsplattform38m
Gewicht20.000 Tonnen
Tiefe des Fundaments8,5m
Anzahl der Stufen1.050

Kriegsleiden des Teletorn

Im unteren Teil des Teletorn sind noch heute die Einschusslöcher des sowjetischen Eroberungsversuchs 1991 zu erkennen. Geschichten zufolge gelang es einer Handvoll an Funkern, die freien Medien der jungen Republik von Estland zu verteidigen, indem sie die Aufzugtüren blockierten und die feindlichen Truppen die geschätzten 1.000 Stufen bis zur Spitze des Turms erklimmen mussten. Noch dazu konnte zum Feuerschutz der Sauerstoff aus dem Turm abgesaugt werden, was den Sowjetischen Eindringlingen dann im wahrsten Sinne des Wortes die Luft raubte.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Teletorn in Tallinn (englisch)