Topographie des Terrors in Berlin, Deutschland

 Die „Topographie des Terrors“ im Herzen von Berlin war einst zentrale NS-Schaltstelle und zählt heute zu den meistbesuchten Gedenkstätten Deutschlands - © Anticiclo / Shutterstock
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Die „Topographie des Terrors“ im Herzen von Berlin war einst zentrale Schaltstelle für die grausamen Verbrechen der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg und zählt heute zu den meistbesuchten Kriegs-Gedenkstätten Deutschlands.

Als „Topographie des Terrors“ wird heute jener Komplex im Herzen von Berlin bezeichnet, auf dessen Boden sich im Zweiten Weltkrieg die großen Schaltzentralen des NS-Regimes befanden. Im Schatten der Berliner Mauer, heute geschmückt durch die East Side Gallery, und nicht weit vom Potsdamer Platz entfernt ist die historische Stätte heute Mahnmal, Gedenkstätte und Museum gleichermaßen und zieht jedes Jahr über eine Million Besucher an. Damit zählt die Topographie des Terrors zu den meistbesuchten Gedenkstätten und Museen in ganz Deutschland.

Schaltzentrale des NS-Regimes

Zwischen 1933 und 1945 hatten hier die GESTAPO (Geheime Staatspolizei), die SS der Reichsführung und das Reichssicherheitshauptamt ihren Sitz. Diese drei Institutionen waren für einen Großteil der grausamsten Verbrechen des Nationalsozialismus verantwortlich. Hier liefen die Fäden zusammen, mit Hilfe derer die politischen Parteigegner sowie Juden, Sinti und Roma inner- und außerhalb Deutschlands verfolgt, gefangen genommen und hingerichtet wurden.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs zählten die Gebäude dieser Hauptquartiere zu den ersten Zielen von Bombenangriffen auf Berlin und wurden zum Großteil zerstört. Auch nach dem Krieg wollte man die Zeugnisse zahlloser Gräueltaten so gut wie möglich verschwinden lassen und bald gerieten die mittlerweile halb abgerissenen Gebäude in Vergessenheit.

Erst in den 1980er-Jahren wurde man wieder auf die historische Bedeutung des Ortes aufmerksam und 1987 wurde das Gelände im Zuge der 750-Jahr-Feier in Berlin als „Topographie des Terrors“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Ausstellungen lockten derart viele Besucher an, dass sie beibehalten wurden.

Dokumentierte Zeugnisse der Nazi-Verbrechen

In den Ausstellungen der Topographie des Terrors dreht sich alles um die grausame Geschichte des Ortes und die Verbrechen, die die Nazis in ganz Europa organisierten. Über Jahrzehnte wurden Dokumente, Fotografien und anderes Material gesammelt, die den Terror der Nationalsozialisten schwarz auf weiß belegten.

Neben dem Dokumentationszentrum berichten 15 Stationen auf dem gesamten Gelände über die Schrecken der Nazi-Zeit in Deutschland. 2005 entstand das quaderförmige Gebäude aus einem Architektur-Wettbewerb mit über 300 Entwürfen. Auch die erhaltenen Kellermauern an der Niederkirchnerstraße und das verbliebene Stück der Berliner Mauer, das heute denkmalgeschützt und mit den Kunstwerken der East Side Gallery geschmückt ist, sind Teil der Topographie des Terrors.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Topographie des Terrors in Berlin