Gedenkstätte Neue Wache in Berlin, Deutschland

Die Neue Wache an der Berliner Prachtstraße Unter den Linden dient seit dem frühen 19. Jahrhundert als Gedenkstätte für die Opfer des Krieges, Deutschland - © Mag Mac / Shutterstock
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Die Neue Wache an der Berliner Prachtstraße Unter den Linden wurde Anfang des 19. Jahrhunderts unter dem preußischen König errichtet und dient seit jeher als Gedenkstätte für die Opfer des Krieges.

Die Neue Wache am Prachtboulevard Unter den Linden im Bezirk Mitte von Berlin war schon bei ihrer Errichtung als Kriegerdenkmal gedacht. Nach dem Mauerfall wurde sie zur zentralen Gedenkstätte Berlins „für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“.

Geschichte der Neuen Wache in Berlin

Das Gebäude der Neuen Wache entstand noch in der Kaiserzeit zwischen 1816 und 1818. Der preußische König Friedrich Wilhelm II. ließ sie als Denkmal für die Gefallenen der napoleonischen Kriege errichten. Architekt des griechisch anmutenden Bauwerks war Karl Friedrich Schinkel, dessen Schöpfung als eines der Hauptwerke des deutschen Klassizismus angesehen wird.

Am 18. September 1818 geschah der erste Wachaufzug vor der Neuen Wache anlässlich eines Besuchs des russischen Zaren Alexander in Berlin, Deutschland - © 360b / Shutterstock
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Im Jahr ihrer Fertigstellung geschah der erste Wachaufzug am 18. September 1818 anlässlich eines Besuchs des russischen Zaren Alexander. Bis zum Ende der Monarchie genau einhundert Jahre, von 1818 bis 1918, war in dem Gebäude die Haupt- und Königswache beheimatet. 1931 wurde die Neue Wache durch Heinrich Tessenow als Ehrenmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs gestaltet. Im zweiten Weltkrieg trug auch die Königliche Wache wie nahezu alle Bauten in Berlin schwere Schäden durch Bombenangriffe davon.

Seit 1960 dient die Neue Wache als „Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus“, in deren Mitte nach einer weiteren Umgestaltung 1969 eine Ewige Flamme hinter Glas loderte.

Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde die Neue Wache zur „Zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft" - © 360b / Shutterstock
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Bis 1990 marschierte jede Woche am Mittwoch und Samstag die Große Ehrenwache vor der Gedenkstätte auf. Tagsüber hielten zwei Soldaten die Ehrenwache. Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde die Neue Wache zur „Zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft“.

Besuch der Neuen Wache

In der Mitte der Neuen Wache in Berlin erinnert die Skulptur „Mutter mit totem Sohn“ von Käthe Kollwitz an das unsägliche Leid zahlreicher Kriege, Deutschland - © Kiev.Victor / Shutterstock
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Der wuchtige Portikus mit den strengen, dorischen Säulen verströmt bis heute eine monumentale Aura, die der eines Mahnmals würdig ist. Am Giebel ist eine Schlacht zu sehen, inmitten derer die Siegesgöttin mit erhobenem Arm die Geschicke des Kampfes lenkt. Ein spezieller Anstrich verleiht dem Giebelfries aus Zinkguss den Anschein, als würde es aus Sandstein bestehen.

Das Innere der neuen Wache besteht aus einem einzigen Raum. In seiner Mitte erinnert die auf 1,6m vergrößerte Figur „Mutter mit totem Sohn“ der deutschen Malerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz an das unsägliche Leid zahlreicher Kriege. Unter einer Gedenkplatte aus schwarzem Granit befinden sich mehrere Urnen mit der Asche eines unbekannten Soldaten, eines unbekannten KZ-Häftlings und Erde aus den Schützengräben.