Vidin und Festung Baba Vida , Bulgarien

Vidin ist eine der ältesten Städte Bulgariens und lockt heute mit Geruhsamkeit und Idylle am Ufer der Donau - © FRASHO / franks-travelbox
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Vidin ist eine der ältesten Städte Bulgariens und war einst eine bedeutende römische Handelsstadt. Der wirtschaftliche Boom ist allerdings vorbei, heute lockt Vidin mit Geruhsamkeit und Idylle am Donauufer – und der eindrucksvollen Festung Baba Vida aus dem 14. Jahrhundert.

Wer in Bulgarien auf der Suche nach einer geruhsamen Urlaubsdestination ist, hat sie in Vidin gefunden. Das schmucke Städtchen ist neben Ruse Bulgariens größte Stadt an der Donau, dem Grenzfluss zu Rumänien, und befindet sich in einer Landschaft, geprägt von Obstbaumgärten, Getreidefeldern und dem großteils sandigen Flussufer.

BILDER: Vidin

 

Vidin wurde am heutigen Dreiländereck zwischen Bulgarien, Rumänien und Serbien im 1. Jahrhundert von den Römern gegründet und zählt somit zu den ältesten Städten Bulgariens. Nach der Türkeneroberung Ende des 14. Jahrhunderts entwickelte sich Vidin dank seiner günstigen Lage an der Donau zu einer wohlhabenden Handelsstadt. Heute ist es mit der Blütezeit der Stadt allerdings vorbei, Vidin ist gegenwärtig eine der ärmsten Städte in der EU. Zur Zeit der Römer und Türken entstanden zahlreiche Baudenkmäler, darunter auch die Festung Baba Vida, die bis heute zu den Sehenswürdigkeiten von Vidin zählen.

Altstadt von Vidin

Das historische Zentrum von Vidin ist recht überschaubar und kann innerhalb eines halben Tages zu Fuß erkundet werden. Entlang der kleinen Fußgängerzone herrscht am meisten Betrieb, doch Hektik und Stress sind den meisten Einheimischen unbekannt. Nachdem der Großteil der Touristen in Vidin in Gruppen über die Donau eintrifft, ist es in Vidin meist ruhig und beschaulich. Vidin zählt außerdem zu den sichersten Städten von Bulgarien.

Ein Stadtrundgang durch Vidin beginnt am besten am zentralen Hauptplatz, dem Ploshtad Bdintsi mit dem Kriegerdenkmal, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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Hauptplatz Ploshtad Bdintsi

Ein Stadtrundgang beginnt am besten am zentralen Hauptplatz, dem Ploshtad Bdintsi. In seiner Mitte thront ein Denkmal, welches an die Opfer des Balkankrieges und des Ersten Weltkriegs erinnert. Das Haupttor Stambol Kapia, das noch aus der Zeit der Osmanen stammt, führt in den Donaupark am Flussufer.

Donaupark

Diese lauschige Allee wurde von österreichischen Architekten konzipiert und beherbergt neben zahlreichen netten Restaurants, Cafés und Eisdielen auch das Nikola-Petrov-Museum mit bulgarischer Kunst und andere Sehenswürdigkeiten von Vidin. Vorbei an Denkmälern und unter Schatten spendenden Bäumen hindurch führt die rund 2km lange Straße bis zur Festung Baba Vida, dem Wahrzeichen von Vidin.

Die rund 2km lange Straße durch den Donaupark führt bis zur Festung Baba Vida, dem Wahrzeichen von Vidin, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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Osman Pazvantoglu-Moschee

Auf dem Weg zur Festung spaziert man an der Moschee von Vidin vorbei. Das muslimische Bauwerk stammt aus dem Jahr 1802 und beherbergte auch einst eine Bibliothek und eine Schule. Der gesamte Komplex ist mittlerweile geschlossen. Bemerkenswert ist übrigens das Herz, welches – einzigartig auf der Welt – anstelle eines Halbmondes auf der Spitze des Minaretts thront. Osman Pazvantoglu wollte damit seiner Liebe zu einer bulgarischen Frau Ausdruck verleihen.

Metropolitenkirche und Mausoleum des Antim I.

Gleich gegenüber der Moschee liegt die Metropolitenkirche Sveti Nikolai, deren Innenraum mit wertvollen Wandmalereien geschmückt ist. Direkt daneben befindet sich das Mausoleum des Antim I. Es beherbergt die sterblichen Überreste des einstigen Vorsitzenden der Gründungsversammlung nach der Befreiung im Jahr 1879.

Synagoge

Die einst prächtige Synagoge von Vidin, Bulgarien, ist heute nur mehr eine Ruine, nachdem die Juden 1950 die Stadt verließen und nach Israel ausgewandert sind - © FRASHO / franks-travelbox
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Die einst prächtige Synagoge von Vidin ist heute nur mehr eine Ruine, nachdem die Juden 1950 die Stadt verließen und nach Israel ausgewandert sind. Heute steht das alte Gemäuer aus dem Jahr 1894 völlig leer und ist sich selbst überlassen. Die verfallenen Mauern können allerdings auf eigene Faust erkundet werden und bieten in ihrem malerischen Park herrliche Stille.

Festung Baba Vida

Die Festung Baba Vida im Norden des Donauparks ist das Wahrzeichen und die wichtigste Sehenswürdigkeit von Vidin, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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Das eindrucksvolle Gemäuer im Norden des Donauparks ist das Wahrzeichen und die wichtigste Sehenswürdigkeit von Vidin. Die Festung war im Jahr 1396 das letzte bulgarische Bollwerk, das von den Osmanen eingenommen wurde und zählt heute zu den am besten erhaltenen Festungsanlagen von Bulgarien. Ihre Ursprünge gehen noch auf die römische Befestigung der damaligen Siedlung Bononia zurück.

BILDER: Festung Baba Vida in Vidin

 

Ab dem 17. Jahrhundert begannen die Türken, die Festung Baba Vida umzubauen und zu erweitern und es entstanden Vorratsräume, ein Gefängnis und die Türme und Mauern wurden mit Schießscharten versehen. Die viereckigen Türme können heute bestiegen werden und bieten einen einmaligen Rundblick über die Stadt und die Donau. Neben den altehrwürdigen Mauern und der grandiosen Aussicht sind in der Festung auch römische, osmanische und bulgarische Waffensammlungen zu besichtigen.

Am Fuß der Festung wurde am Donauufer ein künstlicher Sandstrand aufgeschüttet, der zum Baden und Relaxen einlädt.

Neue Donaubrücke bei Vidin

Vom Strand bei der Festung Baba Vida fällt der Blick auf die elegante neue Donaubrücke, die 2013 bei Vidin errichtet wurde, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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Vom Strand fällt der Blick auf die elegante neue Donaubrücke, die 2013 bei Vidin errichtet wurde. Die schneeweiße Brücke ist die zweite Donaubrücke Bulgariens und nicht nur als Augenweide gedacht, sondern soll auch den wirtschaftlichen Aufschwung der Region ankurbeln.

Sveti Dimitar Kathedrale

Verlässt man den Ploshtad Bdintsi in Richtung Nordwesten, trifft man nach rund 400 Metern auf die zweitgrößte orthodoxe Kirche Bulgariens – nach der Alexander Newski Kathedrale in der Hauptstadt Sofia. Die sonnengelbe Kathedrale mit der 33m hohen Kuppel wurde 1890 errichtet und ist mit kunstvollen Wandmalereien ausgestattet.

Historisches Museum

Geschichte-Interessierte sollten dem Historischen Museum einen Besuch abstatten, das nördlich der Kathedrale an der Tsar Simeon Veliki Straße liegt. In dem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert hatte einst der osmanische Stadtverwalter seinen Sitz. Heute präsentiert es die Geschichte der Stadt, von den Römern bis zur Gegenwart.