Synagoge von Sofia, Bulgarien

Als viertgrößte Synagoge Europas mit dem größten Luster Bulgariens darf das eindrucksvolle jüdische Gebetshaus bei keiner Sightseeing-Tour durch Sofia fehlen - © Leonid Andronov / Shutterstock
© Leonid Andronov / Shutterstock

Als viertgrößte Synagoge Europas, die den größten Luster Bulgariens beherbergt, darf das eindrucksvolle jüdische Gebetshaus bei keiner Sightseeing-Tour durch Sofia fehlen.

Von der prächtigen Banja Bashi Moschee gleich ums Eck ist die Synagoge von Sofia zu finden. Wer vor ihr steht, befindet sich im „Quadrat der Toleranz“ von Sofia, welches von der Synagoge, der Moschee, der katholischen Kirche Sweta Petka und der orthodoxen Kathedrale Sweta Nedelja gebildet wird.

Das einzige jüdische Gebetshaus von Sofia ist die größte Synagoge Südosteuropas und die viertgrößte Synagoge in Europa. Noch größer sind die Synagogen in Budapest, Pilsen und Edirne. Die Sofioter Synagoge zählt außerdem zu den schönsten Architekturdenkmälern des Landes und steht seit 1995 auf der Liste der nationalen Kulturdenkmäler Bulgariens.

Bau der Synagoge von Sofia

Die heutige Synagoge wurde von 1905 bis 1909 errichtet, zuvor stand hier die alte Synagoge der Liebe und Güte (Ahava Hased). Der architektonische Entwurf stammt vom österreichisch-ungarischen Baumeister Friedrich Grünanger und ist eine Mischung aus neo-maurischem Stil, venezianischem Stil und der Wiener Secession. Bei ihrer Eröffnung am 9.9.1909 waren auch das Herrscherpaar Bulgariens, Zar Ferdinand I und seine Gattin Eleonora anwesend.

Der achteckige Gebetsraum der Synagoge wird an jeder Ecke von Nischen und Räumen umrahmt und bietet mit einem Durchmesser von 20 Metern 1170 Gläubigen Platz. Fein gezeichnete Säulen aus kostbarem Carrera-Marmor stützen das Interieur. Im Zentrum über dem venezianischen Mosaikboden unter der gut 30m hohen Kuppel schwebt ein knapp 2 Tonnen schwerer Kronleuchter aus Messing. Der größte Luster Bulgariens mit 500 Davidsternen wurde in Wien gefertigt und soll angeblich mit Gold aus dem antiken Palästina geschmückt sein.

Die Synagoge von Sofia beherbergt mit einem knapp 2 Tonnen schweren Messing-Luster den größten Kronleuchter von Bulgarien - © Fat Jackey / Shutterstock
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Hinter einer mit goldenen Kerzenleuchtern bewährten Balustrade auf einem Podest aus weißem Marmor thront der Hauptaltar mit der Menora, dem siebenarmigen Leuchter. Der gesamte Innenraum der Synagoge ist mit kunstvollen Holzschnitzereien, Steinmetzarbeiten und farbenprächtigen Wandmalereien verziert, deren liebevoller Detailreichtum genaue Betrachtung verdient.

Museum für jüdische Geschichte in Sofia

Seit 1992 ist in der Sofioter Synagoge das Museum für Jüdische Geschichte untergebracht. Betrieben wird es von der bulgarischen jüdischen Organisation „Schalom“, die in der Synagoge Brauchtum und Kultur der jüdischen Religion präsentiert.

Ein wichtiger Bestandteil des Museums ist die Fortführung der Ausstellung „Rettung der bulgarischen Juden 1941 bis 1944“. Im Zweiten Weltkrieg wurden fast alle Juden aus Sofia deportiert. Aus diesem Grund war die Synagoge auch von 1943 bis 1944 geschlossen. Der zweite Teil der Dokumente, Fotos und Gegenstände im Museum für Jüdische Geschichte widmet sich generell der jüdischen Gemeinde in Bulgarien.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Synagoge in Sofia (englisch)