Sophienkirche in Sofia, Bulgarien

Die orthodoxe Sophienkirche im Zentrum der Stadt ist die zweitälteste Kirche von Sofia, Bulgarien - © meunierd / Shutterstock
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Die orthodoxe Sophienkirche im Zentrum der Stadt ist die zweitälteste Kirche von Sofia und bis heute noch in Betrieb. Ein weiteres Highlight ist das unterirdische Museum – ein beeindruckendes Überbleibsel der altrömischen Stadt Serdica.

Sweta Sofia ist wie die berühmte Hagia Sophia in Istanbul der „Heiligen Weisheit“ geweiht und verlieh im 14. Jahrhundert der Hauptstadt von Bulgarien ihren Namen. Sie geht bis auf das 6. Jahrhundert zurück und zählt zu den wertvollsten Beispielen frühchristlicher Architektur in Südosteuropa. In der dreischiffigen Kreuzbasilika sind noch frühchristliche Bodenmosaike mit Tier- und Pflanzenmotiven erhalten, die nahezu so alt wie die Kirche selbst sind.

2013 wurde die Sophienkirche umfassend restauriert, sodass sogar wieder orthodoxe Gottesdienste abgehalten werden können – in der uralten Kirche ein einmaliges Erlebnis!

Entstehung der Sophienkirche in Sofia

Die heutige Sophienkirche in Sofia wurde Mitte des 6. Jahrhunderts unter der Herrschaft des byzantinischen Kaisers Justinian I. errichtet. Ihr Vorgängerbau ist aber noch viel älter. Er entstand vermutlich bereits im frühen Christentum nach den Edikten von 311 und 313. Damit zählt das ziegelrote Gotteshaus zu den ältesten Kirchen Europas und ist nach der St. Georgs Rotunde die zweitälteste Kirche von Sofia. Zur Zeit ihrer Entstehung war die Sophienkirche die Hauptkirche des mittelalterlich-römischen Sofia (damals noch „Serdica“). 342 war sie Schauplatz des Konzils von Serdica, zu dem 316 Bischöfe aus Europa, Asien und Afrika in der Stadt zusammen kamen. Im 6. Jahrhundert setzten die einfallenden Goten und Hunnen dem Gotteshaus schwer zu, die Schäden wurden jedoch immer schnell repariert.

Nicht so im Jahr 1386. Damals eroberten die Osmanen die Stadt nach viermonatiger Belagerung und die Sophienkirche wurde gemeinsam mit der Georgs- und der Demetrius-Kirche zur Moschee. Die originalen Fresken wurden zerstört und die Kirche erhielt zu ihren beiden Glockentürmen zwei Minarette. Eines fiel einem Erdbeben im 19. Jahrhundert zum Opfer, bei dem der gesamte Bau so schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass er fortan nicht mehr genutzt wurde.

Museum unter der Sophienkirche

Ein absolutes Highlight der Sophienkirche in Sofia ist ihr unterirdisches Museum. In diesem sind Überreste der alten römischen Stadt Serdica zu sehen, in deren Umgebung die Kirche noch gebaut wurde. Das Gotteshaus war damals Mittelpunkt einer ganzen Nekropole, dadurch wurden auch viele römische Gräber gefunden, in denen teils noch Fresken und Mosaike erhalten waren.

Treppen aus Panzerglas führen in die ewige Stille der einstigen Totenstadt. In den vier unterirdischen Ebenen des Museums sind mehr als 50 weit über 1000 Jahre alte Gräber und vier Kirchen zu sehen, von denen eine noch aus dem 4. Jahrhundert stammt. Eine zweite ist mit herrlichen Bodenmosaiken versehen und beherbergte vermutlich die Reliquien eines Heiligen. Große Familiengruften mit Tonnengewölbe weisen darauf hin, dass hier vor allem die wohlhabenden Bürger des antiken Sofia bestattet wurden.

Auf eigene Faust darf dieses historische Welt nicht betreten werden, die etwa 20minütigen Führungen werden für Gruppen von maximal 8 Personen angeboten. Neben den altehrwürdigen Mauern sind im Museum unter der Sophienkirche auch konservierte Fundstücke aus der antiken Stadt zu bewundern. Multimedia Präsentationen erzählen die Geschichte dieses denkwürdigen Ortes. Das Museum zählt mittlerweile zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten von Sofia.

Ebenfalls interessant ist eine Grabstätte, die rund 20m nordwestlich der Sophienkirche gefunden wurde. Das ebenfalls mit Fresken verzierte Grabmal ist die einzige frühchristliche Begräbnisstätte Bulgariens, deren Verschiedener namentlich bekannt ist. Laut einer Inschrift ruht hier „Honorius, Diener Gottes“.