Sedmochislenitsi Kirche in Sofia, Bulgarien

Die orthodoxe Sedmochislenitsi Kirche im Zentrum von Sofia verströmt mit ihrer außergewöhnlichen Geschichte eine Aura von besonderer Majestät, Bulgarien - © Leonid Andronov / Shutterstock
© Leonid Andronov / Shutterstock

Die orthodoxe Sedmochislenitsi Kirche im Zentrum von Sofia ist in einen idyllischen Park eingebettet und verströmt mit ihrer außergewöhnlichen Geschichte eine Aura von besonderer Majestät.

Wer das kurioseste Wort Bulgariens sucht, ist bei der Sedmochislenitsi Kirche vermutlich fündig geworden. Der unaussprechliche Name bedeutet übersetzt „Sieben Heilige“ und bezeichnet eine orthodoxe Kirche mitten im Herzen von Sofia. Sie thront inmitten einer malerischen Grünfläche und zählt, vielleicht auch aufgrund ihrer bewegten Vergangenheit, zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten von Sofia.

Von der Moschee zur Kirche

Kennt man normalerweise Geschichten, wo sich Kirchen in Moscheen verwandelten (wie zum Beispiel die Hagia Sophia in Istanbul), war es bei der Sedmochislenitsi Kirche umgekehrt. 1528 wurde an ihrem Standort die Koca Mehmed Paşa Moschee errichtet, benannt nach einem Großwesir aus einem kleinen bosnischen Dorf, der sich nach oben arbeitete und schließlich direkt dem Sultan unterstand.

Über 300 Jahre später, am 30. September 1858, erschütterte ein heftiges Erdbeben die Stadt und richtete in ganz Sofia große Schäden an. Noch drei Wochen später mussten sich die Bewohner vor den Nachbeben aus ihren Häusern flüchten. Das Minarett war ebenfalls eingestürzt und die Moschee schwer beschädigt, sie wurde jedoch nicht mehr aufgebaut.

Ursprünglich wurde die Sedmochislenitsi Kirche in Sofia im Jahr 1528 als Moschee errichtet, Bulgarien - © Radiokafka / Shutterstock
© Radiokafka / Shutterstock

1878, nachdem die Türken aus Bulgarien abgezogen waren, wurde die verlassene Moschee als Militärlager und Gefängnis genutzt. In letzterem war Petko Karaveleov, Bulgariens Premier Minister, drei Jahr lang eingekerkert. Sobald er allerdings wieder auf freiem Fuß und zum vierten und letzten Mal an der Macht war, machte er aus seinem ehemaligen Gefängnis eine Kirche – die Sedmochislenitsi Kirche war geboren.

Die für damalige Moscheen typische Zeichnung aus roten Ziegeln und weißen Einfassungen blieb erhalten. Petko Karavelov starb 1902, nur ein Jahr später, und wurde in „seiner“ Kirche begraben. Auch seine Ehefrau hat hier die ewige Ruhe gefunden, ansonsten sind um die Sedmochislenitsi Kirche keine Gräber vorhanden.

Die Sedmochislenitsi Kirche ist in den wunderschönen Sedmochislenitsi Park im Herzen von Sofia eingebettet, Bulgarien - © Radiokafka / Shutterstock
© Radiokafka / Shutterstock

Die Sedmochislenitsi Kirche ist in den wunderschönen Sedmochislenitsi Park mit Kinderspielplatz eingebettet, der zum Spazieren und Verweilen einlädt. Für Hochzeiten, aber auch Begräbnisse, bietet das idyllisch-friedliche Ambiente einen feierlichen Rahmen. Auch der Obst- und Gemüse-Markt entlang der angrenzenden Graf Ignatiev Straße verführt an einem entspannten Urlaubstag in Sofia zum Schauen und Shoppen.