Red Church bei Perushtitsa, Bulgarien

Als eines der wenigen Beispiele für die mittelalterliche byzantinische Architektur Bulgariens stellt die Red Church ein bedeutendes Baudenkmal dar - © FRASHO / franks-travelbox.com
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Als eines der wenigen Beispiele für die byzantinische Architektur aus dem 5. bis 12. Jahrhundert stellt die Red Church ein bedeutendes Baudenkmal dar, welches kostenfrei besichtigt werden kann.

Die Rote Kirche im südlichen Zentrum von Bulgarien zählt gemeinsam mit der Hagia Sophia in Sofia und der Bischofskirche in der Altstadt von Nessebar zu Bulgariens besterhaltenen Beispielen byzantinischer Backsteinarchitektur.

BILDER: Red Church

 

Die außergewöhnliche Red Church, Chervenata tsarkva auf bulgarisch, stammt aus dem späten 5. oder frühen 6. Jahrhundert. Von dem einst wohl stattlichen Gotteshaus steht heute lediglich das Gerüst aus roten Backsteinen. Dennoch wird die Basilika inmitten grüner Felder und Hügel nach wie vor einer majestätischen Aura umgeben.

Die Red Church war einst knapp 33m lang und 26m breit. Die Nordwand, welche am besten erhalten ist, ragt heute noch rund 14m in die Höhe. Wo einst die typisch byzantinischen Kuppeln saßen, ist heute noch deutlich zu erkennen, von den Kuppeln selbst ist jedoch nichts mehr übrig.

Bei einem Blick hinter die Nordwand, ins ehemalige Innere der Kirche, offenbart sich die einstige Pracht der Red Church - © FRASHO / franks-travelbox.com
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Bei einem Blick hinter die Nordwand, ins ehemalige Innere der Kirche, offenbart sich die einstige Pracht der Red Church. Boden und Wände waren mit Marmor ausgelegt und mit kunstvollen Fresken und Mosaiken versehen. Der Übergang der komplexen Mosaike auf den ältesten Strukturen zu den Wandmalereien ist noch heute deutlich sichtbar. Einige Teile der Innendeko wurden ins Historische Museum von Sofia überführt.

Besuch der Red Church

Die Chervenata tsarkva liegt ganz in der Nähe der Ortschaft Perushtitsa und ist gar nicht so einfach zu finden. Nur ein einziger Wegweiser deutet auf die richtige Abzweigung, der noch dazu nur von einer Seite zu lesen ist.

Nur ein einziger Wegweiser deutet auf die richtige Abzweigung zur Red Church in der Nähe von Perushtitsa hin, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox.com
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Es gibt an der Red Church keine offiziellen Parkplätze und auch das Besucherzentrum, an dem Parkplätze vorhanden wären, ist nicht in Betrieb. Die Zufahrt zu dem kleinen Häuschen ist durch einen Stahlpfosten gesperrt und langsam erobert die Natur die gepflasterten Flächen wieder zurück.

Der Zugang zur Roten Kirche erfolgt völlig kostenlos und ist mit einem kleinen, rund 500m langen Spaziergang verbunden. Die historischen Mauern der Chervenata tsarkva ragen unmittelbar aus der Wiese auf und einige Hinweisschilder in Bulgarisch und Englisch informieren über die Hintergründe dieses nahezu mystisch anmutenden Bauwerks.

Geschichte der Red Church von Bulgarien

Die Basilika wurde vermutlich unter der Herrschaft von Kaiser Anastasius I. errichtet, der von 491 bis 518 regierte. Damals war sie ein Mausoleum für einen beliebten Heiligen, der den Märtyrer-Tod gestorben war. Im 10. und 11. Jahrhundert wurde das Grabmal architektonisch umgestaltet und sein Innenraum mit einer zweiten Schicht von Wandmalereien versehen. Auch die Gräber, die rund um die Red Church entdeckt wurden, gehen auf diese Zeit zurück. Vor allem auf der Unterseite der Bögen sind die Wandmalereien in der Red Church noch gut erhalten.

Vor allem auf der Unterseite der Bögen sind die Wandmalereien in der Red Church noch gut erhalten, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox.com
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1915 wurden die Überreste der Basilika zum ersten Mal entdeckt, die gesamte Ruine wurde jedoch erst nach dem Ersten Weltkrieg freigelegt. Die hölzernen Verstrebungen, die heute den höchsten Bogen stabilisieren, wurden erst 1985 angebracht. 2013 wurde die Chervenata tsarkva mit finanzieller Unterstützung von EU-Förderungen weiterhin restauriert und abgesichert, sowie das Besucherzentrum errichtet. Dieses ist jedoch bis heute nicht in Betrieb.