Kirche Sweta Petka in Sofia, Bulgarien

Die Kirche Sweta Petka wurde unter osmanischer Fremdherrschaft errichtet und zählt zu den bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten von Sofia, Bulgarien - © Ann Wuyts CC BY 2.0/Wiki
© Ann Wuyts CC BY 2.0/Wiki

Die unscheinbare Kirche Sweta Petka im mittelalterlichen Zentrum von Sofia wurde einst unter osmanischer Fremdherrschaft errichtet und zählt heute zu den bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten von Sofia.

Die auf den ersten Blick völlig unscheinbare Kirche Sweta Petka zählt zu den faszinierendsten Sehenswürdigkeiten von Bulgariens Hauptstadt. Sie liegt mitten in der Stadt, genau neben der U-Bahn, denn ihre Grundmauern liegen einige Meter unterhalb des normalen Straßenniveaus von Sofia. Ähnlich wie die Rotunde Sveti Georgi liegt sie ganz in der Nähe des Sheraton Hotels bei der U-Bahn-Station Serdika (der antike Name von Sofia).

Besichtigung der Sweta Petka Kirche

Die kleine orthodoxe Kirche besteht nur aus einem Schiff und erinnert von außen eher an ein Wohnhaus, denn an ein Gotteshaus. Lediglich ein kleines, schneeweißes Kreuz am Giebel des leuchtend roten Daches verrät seine religiöse Funktion. Sweta Petka wurde während der türkischen Herrschaft errichtet, befindet sich aus diesem Grund unterhalb des Straßenniveaus und beherbergt an der Fassade kaum schmückende Elemente.

Hinter ihren rund 1 Meter dicken Mauern aus Stein und Ziegel verbirgt sich nur ein einziger Raum, der rund 70 Quadratmeter misst. Die Wände unter dem steinernen Tonnengewölbe sind über und über mit Fresken verziert, die biblische Szenen darstellen. Die ältesten von ihnen gehen bis auf das 14. Jahrhundert zurück, manche wurden auch erst im 19. Jahrhundert geschaffen.

Die ältesten Fresken in der unscheinbaren Kirche Sweta Petka im Zentrum von Sofia gehen auf das 14. Jahrhundert zurück, Bulgarien - © Ann Wuyts CC BY 2.0/Wiki
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Die Sweta Petka Kirche wurde zum ersten Mal im 16. Jahrhundert urkundlich erwähnt und vermutlich auf den Überresten eines römischen Kultbaus errichtet. Sie ist der Heiligen Petka Ikoniyska geweiht, einer Märtyrerin, die im 11. Jahrhundert für ihren Glauben gestorben ist. Im Mittelalter war sie die Schutzherrin der Sattler, deren Zunft die Kirche während der osmanischen Herrschaft in Sofia am Leben hielt. Aus diesem Grund ist die Kirche Sweta Pekta auch als „Sveta Petka Samardzhiyska“ („Heilige Petka der Sattler“) bekannt.

Letzte Ruhestätte von Vasil Levski?

Bei Ausgrabungen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde unter der Kirche Sweta Petka eine Krypta entdeckt, in der auch einige Skelette gefunden wurden. Eines davon sollen angeblich die sterblichen Überreste des bulgarischen Revolutionärs und Nationalhelden Vasil Levski sein, der von den Osmanen erhängt wurde. Diese Ansicht ist jedoch bis heute höchst umstritten und führte in den 1980er-Jahren zu kontroversen Debatten zwischen Archäologen und der bulgarischen Akademie der Wissenschaften. Eine goldene Plakette in der Kirche Sweta Petka weist dennoch auf seine letzte Ruhestätte hin.