Festung bei Mezek, Bulgarien

Die Byzantiner-Festung bei Mezek im Südosten Bulgariens ist heute die besterhaltene mittelalterliche Festungsanlage in den Rhodopen - © FRASHO / franks-travelbox
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Die imposante Byzantiner-Festung bei Mezek ganz im Südosten Bulgariens wurde mehrere Jahrhunderte lang nicht eingenommen und ist heute die besterhaltene mittelalterliche Festungsanlage in den Rhodopen.

Das Dorf Mezek liegt im Südosten von Bulgarien nahe der Stadt Svilengrad und schon fast an der Grenze zu Griechenland. Es war bereits im Altertum ein wichtiger Punkt auf dem Weg nach Konstantinopel (das heutige Istanbul). Die strategische Bedeutung dieses Ortes wird bis heute durch mehrere Festungen deutlich, die von den Thrakern, den Byzantinern und den Bulgaren errichtet wurden.

BILDER: Festung Neutsikon bei Mezek

 

Eines der herausragendsten Beispiele dieser Befestigungsanlagen ist die Byzantiner-Festung Neutsikon (oder Versinikia, die Experten sind sich hier nicht ganz einig) aus dem 11. und 12. Jahrhundert, die am Rand des Dorfes Mezek liegt. Das gewaltige Viereck erstreckt sich auf dem Kaleto-Hügel über eine Fläche von rund 7000 Quadratmetern. Es sollte das Gebiet zwischen den beiden Flüssen Maritsa und Arda schützen und erhielt von dieser Funktion auch seinen Namen, denn „Mezek“ bedeutet im Griechischen in etwa „Zwischenraum“.

Die mächtigen Mauern der Mezek Festung, die von 9 Rundtürmen verstärkt waren, wurden unter dem byzantinischen Kaiser Alexios I. Komnenos errichtet, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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Die mächtigen Mauern, die von 9 Rundtürmen verstärkt und mit Schießscharten versehen waren, wurden unter dem byzantinischen Kaiser Alexios I. Komnenos errichtet. Die Festung war ständig besetzt, wie die Funde verkohlter Lebensmittelreste, sowie zahlreicher Pfeilspitzen, Sporen und Hufeisen beweisen. Steinerne Mühlen und Werkzeuge des täglichen Bedarfs deuten darauf hin, dass nicht nur Soldaten, sondern auch die einfache Bevölkerung hinter den Mauern lebte. Bis zum Einfall der Osmanen im späten 14. Jahrhundert war die Festung ein gut funktionierendes militärisches Bollwerk. Gegen die damals eingesetzten Artillerie-Geschütze hatten selbst die mächtigen Mauern der Mezek-Festung keine Chance.

Besichtigung der Festung bei Mezek

Dank ihrer robusten Bauweise aus gehauenen Felsblöcken, die auf der Außenseite mit drei Ziegelreihen verstärkt waren ist die Befestigungsmauer heute noch in verblüffend gutem Zustand erhalten. Die einst über 10 Meter hohen Wehrtürme sind noch gut auszumachen. Bis um 1900 waren sogar noch die Zinnen der Burgmauer vorhanden, dann wurden Teile der Anlage allerdings zerstört, um Baumaterial für die türkischen Kasernen in Svilengrad zu erhalten.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde begonnen, die Festung bei Mezek zu restaurieren, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde begonnen, die Festung zu restaurieren und die bestehenden Überreste zu konservieren. Auch ein Touristenzentrum entstand, in dem Broschüren und Info-Folder über die Geschichte der Mezek-Festung berichten. Die letzte große Renovierung erfolgte im Jahr 2013 und seit 2009 ist das Fort auch auf der Liste der 100 Nationalen Tourismusstätten Bulgariens vertreten.

Die gesamte Anlage kann gegen eine geringe Eintrittsgebühr auf eigene Faust erkundet werden und sogar die Türme dürfen bestiegen werden. Ein kleiner Parkplatz ist vorhanden, von dem aus die Besucher zu Fuß zur Festung gehen. Der Eingang erfolgt nach wie vor durch das Burgtor in der Westmauer. Dieses wurde bewusst situiert, um den heranrückenden Feind auf ein Plateau zu locken, auf dem er von zwei Seiten aus beschossen werden kann. Von der Nordmauer ist nahezu nichts mehr übrig, sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts bis fast auf den Boden abgetragen. Die über 2,5 Meter dicke Südmauer war am stärksten befestigt und gleich mit 5 der 9 Wehrtürme versehen.

An klaren Tagen fällt der Blick vom höchsten Turm der Festung bei Mezek zwischen der West- und Südmauer bis zur Ägäis, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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An klaren Tagen fällt der Blick vom höchsten Turm zwischen der West- und Südmauer bis zur Ägäis. Auch die Aussicht auf Mezek und die Landschaft rundherum kann sich sehen lassen.