Felskirchen von Iwanowo, Bulgarien

Das orthodoxe Kloster von Iwanowo im Nordosten von Bulgarien ist vor allem durch die eindrucksvollen Fresken seiner Felsenkirchen bekannt - © FRASHO / franks-travelbox
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Verborgen in einer eindrucksvollen Klippe liegt das orthodoxe Kloster von Iwanowo. Die ehemals berühmte Kunstschule von Tarnowo ist heute vor allem durch die eindrucksvollen Fresken seiner Felsenkirchen bekannt, deren ausgesprochener Qualität es auch die Ernennung zum Weltkulturerbe verdankt.

Die Felsenkirchen liegen im Nordosten von Bulgarien rund einen Kilometer östlich des Dorfes Iwanowo, gut 20 Kilometer südwestlich von Russe. Ursprünglich waren es Einsiedler, die die natürlich entstandenen Höhlen am Fluss Russenski Lom bewohnten, diese letztendlich vergrößerten und mit Gängen verbanden. Ein Einsiedler namens Ioakim war es auch, der im Jahr 12. Jahrhundert das Kloster gründete und es dem Erzengel Michael weihte. Als späterer Patriarch der Hauptstadt Tarnowo brachte er das Kloster mit seinen Schülern und Nachfolgern zu hohem Ansehen.

BILDER: Felskirchen von Iwanowo

 

Zu seiner wahren Blüte verhalfen dem Kloster die beiden bulgarischen Zaren Iwan Assen II. und Iwan Alexander, als ab dem 13. Jahrhundert der Großteil des heutigen Klosters entstand, der direkt in die Flanke des Felsens geschlagen wurde. Damals bestand der Komplex aus 41 Felskirchen und rund 300 Räumen. Dank finanzieller Unterstützung der Zaren wurde aus dem Felskloster die berühmte Kunstschule von Tarnowo, in der sich viele große Künstler der damaligen Zeit ausbilden ließen.

Fresken in den Felsenkirchen von Iwanowo

Ebendiese Künstler bewiesen ihr Können auch im Kloster selbst und verzierten die Kirchen, Kapellen und Klosterräumlichkeiten mit kunstvollen Fresken. In sechs Kirchen und Kapellen des Kloster sind noch heute Wandmalereien aus dem 13. und 14. Jahrhundert erhalten, die durch ihre besondere Harmonie in Form und Farbe beeindrucken.

Die Wandmalereien des Klosters von Iwanowo beeindrucken durch ihre besondere Harmonie in Form und Farbe, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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Ihrer außergewöhnlichen künstlerischen Qualität verdankt die Felsenkirche von Iwanowo ihre Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe im Jahr 1979. Die Schöpfer dieser Werke sind allerdings allesamt nicht mehr bekannt. Vor allem die Deckenmalereien sind bis heute erstaunlich gut erhalten.

Vor allem die Deckenmalereien sind in der Felsenkirche von Iwanowo bis heute erstaunlich gut erhalten, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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Die bunten Fresken zeigen biblische Szenen, sowie Abbildungen von Heiligen und Herrschern. Besonders eindrucksvoll ist die Marien-Kirche des Klosters. Im bulgarischen schlichtweg „Zarkwata“, „Kirche“, genannt, ist das zentrale Gotteshaus besonders aufwändig geschmückt. Auch die Lage der Marienkirche ist eindrucksvoll. Direkt über der Straße wurde sie in rund 40 Metern Höhe in die Steilklippe geschlagen.

Die Marienkirche des Felsenklosters von Iwanowo, Bulgarien, wurde in rund 40 Metern Höhe in die Steilklippe geschlagen - © FRASHO / franks-travelbox
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In der 16m langen, 4m breiten und nur 2m hohen Kirche mit angrenzender Kapelle sind die schönsten Wandmalereien zu finden. Zu sehen ist Jesus Christus in den letzten 7 Tagen vor der Kreuzigung, Szenen aus dem Leben von Johannes dem Täufer, sowie Heilige und Eremiten. Auch die Zaren Assen II., Zar Alexander und Zarin Theodora, sowie andere Stifter des Klosters sind an den Wänden verewigt. Neben den Bildern wurden auch Inschriften an den Wänden entdeckt, die von wichtigen Ereignissen der damaligen Zeit berichten.

Besuch des Felsenklosters von Iwanowo

Die Straße zum Felsenkloster ist gut beschildert und führt direkt zu einem Parkplatz am Fuß der beeindruckenden Klippe. Über mehrere Treppen und durch einen schmalen Spalt im Fels als Eingang gelangen die Besucher in die zahlreichen Gänge, Kapellen und Kirchen des Klosters. „Bewohnt“ wird der Komplex heutzutage nur noch von Touristen und Souvenir-Verkäufern.

Um die Jahrtausendwende wurde die Felskirche von Iwanowo mit finanzieller Hilfe der UNESCO aufwändig restauriert und konserviert. Die durch Licht und Feuchtigkeit bereits stark beschädigten Malereien können nun in der Marienkirche in nahezu alter Pracht besichtigt werden. Von den einst zahlreichen Gängen und Räumen im Kloster sind heute bereits viele eingestürzt. Die herabgefallenen Steine sind zum Teil noch immer zu sehen.