Emen Canyon, Bulgarien

Aufgrund ihrer außerordentlichen Schönheit zählt die Emen-Schlucht zu den offiziellen Natursehenswürdigkeiten von Bulgarien - © vicspacewalker / Shutterstock
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Aufgrund ihrer außerordentlichen Schönheit zählt die Emen-Schlucht mit dem ersten Ökowanderweg des Landes zu den offiziellen Natursehenswürdigkeiten von Bulgarien.

Rund 20km westlich von Veliko Tarnovo hat der Fluss Negovanka den malerischen Emen Canyon in die idyllische Landschaft Bulgariens gegraben. Spektakuläre, bis zu 90m hohe Steilwände umrahmen die zahlreichen Nischen, Stromschnellen und Wasserfälle, die sich im Lauf der Zeit im weichen Kalkstein gebildet haben. Seit 1980 gilt der Emen Canyon als Naturmonument von Bulgarien.

Besichtigung des Emen Canyons

Der Eingang zur Schlucht liegt südlich von Novo Selo rund 20km von Veliko Tarnovo entfernt. Dahinter führt der Canyon immer entlang der Negovanka bis zum 5km entfernten Dorf Emen und danach weitere 5km bis zum Staudamm Mihaltsi. Entlang des Emen Canyons entstand mit Treppen, Brücken und Geländern der allererste Ökowanderweg in Bulgarien.

Dorf Emen und Öko-Wanderweg

An einer breiteren Stelle mitten in der Schlucht liegt das Dorf Emen, welches den Canyon in die Obere Schlucht (Goren Boaz) und die Untere Schlucht (Dolen Boaz) teilt. Die Einwohnerzahl des 100-Seelen-Dorfes wächst im Sommer dank nationalen und internationalen Touristen bis auf das Dreifache an.

Entlang des Emen Canyons entstand mit Treppen, Brücken und Geländern der allererste Ökowanderweg in Bulgarien - © vicspacewalker / Shutterstock
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Die Ortschaft bietet Übernachtungsmöglichkeiten im Emen Canyon und ist der Ausgangspunkt des ältesten Öko-Wanderwegs von Bulgarien. Auf diesem kann die faszinierende Schlucht auf bequeme Art und Weise erwandert werden. Festes Schuhwerk ist aber dennoch Voraussetzung, denn die Holzkonstruktionen können durch Regen und Gischt gefährlich glitschig werden.

Emen-Höhle

Eine asphaltierte Straße führt von Emen aus bis zur Emen-Höhle, mit über 3 Kilometern Länge eine der längsten Höhlen Bulgariens. Archäologischen Funden zufolge war die Emen-Höhle lange Zeit von Menschen bewohnt, man fand Spuren aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit bis zur Antike. Im Lauf der Zeit wurden hier Pilze gezüchtet und Käse zur Reifung gelagert. Auch Spuren moderner Architektur, wie zum Beispiel ein Aufzugschacht, sind noch zu erkennen, denn die Höhle wurde auch schon als Militärbunker und Restaurant genutzt – beides wurde jedoch nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Um die zahlreichen Fledermäuse nicht zu stören, die in der Höhle leben, darf sie von Touristen leider nicht besichtigt werden. Hier beginnt jedoch der interessanteste Teil des Öko-Wanderweges.

Sehenswürdigkeiten in der Emen Schlucht

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit im Emen Canyon ist der 10m hohe Momin Skok Wasserfall, Bulgarien - © charlathan / Shutterstock
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Die bedeutendste Sehenswürdigkeit im Emen Canyon ist der 10m hohe Momin Skok Wasserfall. Auf drei Seiten von senkrechten Felsen umgeben ergießt sich der Wasserfall „Jungfrauen Sprung“ in einen kleinen See. Der Legende nach sollen sich in diesen drei junge Mädchen gestürzt haben, um den Fängen der einfallenden Türken zu entgehen. Im Sommer lädt die idyllische Szenerie aus grünen Wiesen, See und Wasserfall zum Picknicken und Baden ein.

Tipp: Ganz in der Nähe befindet sich mit dem Hotnischki-Pfad ein weiterer Ökowanderweg, der in einer guten Stunde erwandert werden kann. Dieser führt entlang der Bochot-Schlucht ebenfalls zu einem Wasserfall und zählt ebenfalls zu den schönsten Plätzen im Norden Bulgariens.