Archäologisches Reservat Yailata (Kamen Bryag), Bulgarien

Mit den Fundstätten im archäologischen Reservat Yailata im Osten Bulgariens werden rund 7.000 Jahre der Menschheitsgeschichte sukzessive freigelegt - © FRASHO / franks-travelbox
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Thrakergräber, Klosterhöhlen, eine byzantinische Festung und Überreste aus der Steinzeit – Mit den faszinierenden Fundstätten im archäologischen Reservat Yailata werden rund 7.000 Jahre der Menschheitsgeschichte sukzessive freigelegt.

Rund 2km südlich von Kamen Bryag liegt mit dem archäologischen Reservat Yailata ein rund 45 Hektar großes Gebiet voller faszinierender Überbleibsel aus verschiedensten Epochen der Menschheitsgeschichte.

 

Die Bezeichnung „Yailata“ kommt aus dem Türkischen und bedeutet übersetzt „hohe Weide“. Die Jahrtausende alten Fundstätten liegen im Osten von Bulgarien direkt am Meer, von den Wellen nur durch eine bis zu 60m hohe Klippe getrennt, und stammen von Thrakern, Griechen, Römern, Slawen und Bulgaren.

Die Jahrtausende alten Funde von Yailata, Bulgarien, liegen direkt am Meer, von den Wellen nur durch eine bis zu 60m hohe Klippe getrennt - © FRASHO / franks-travelbox
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Sehenswürdigkeiten von Yailata

Forscher datierten die archäologischen Funde von Yailata von 6.000 Jahre vor Christus bis zum 11. Jahrhundert. Seit den 1980er-Jahren werden die steinernen Überreste vergangener Zivilisationen sukzessive freigelegt.

Zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten von Yailata zählt die so genannte „Höhlenstadt“. In über 100 Höhlen wurden Überreste gefunden, die darauf hindeuten, dass sie im 5. Jahrtausend vor Christus alle bewohnt waren.

Ein Höhlensystem im archäologischen Reservat Yailata wurde im Mittelalter als Klosterkomplex genutzt, dessen Felsenkirche besichtigt werden kann, Bulgarien - © FRASHO / franks-travelbox
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Ein weiteres System an Höhlen wurde im Mittelalter als Klosterkomplex genutzt, dessen Felsenkirche heute besichtigt werden kann. Neben religiösen Symbolen sind an den Wänden der Felsenkirche noch viel ältere Runen zu entdecken. Auch drei Familiengräber aus der Thraker-Zeit, die etwa aus dem 3. Jahrhundert stammen, wurden in den Felsen entdeckt.

Ebenfalls sehenswert ist eine byzantinische Festung aus dem 5. Jahrhundert. Von der so genannten „Big Yayla“ sind zum Teil noch ein Burgtor und vier Türme erhalten. Ihre zweieinhalb Meter hohen und 130m langen Mauern befestigten lediglich den Süden und den Westen, im Norden und Osten dient eine 20m hohe Steilklippe ins Meer als ausreichend Abwehr. Die Steinblöcke, aus denen die Festung errichtet wurde, sind bis zu 2m lang.

Neben den historischen Fundstätten ist Yailata auch mit seinen derzeitigen Bewohnern interessant. Kormorane, Eulen und weitere seltene Vogelarten, sowie zahlreiche Reptilien genießen die Ruhe des archäologischen Reservats. Feigenbäume und Pfingstrosenbüsche tragen ihren Teil zur idyllischen Umgebung von Yailata bei.