Valle del Madriu-Perafita-Claro in Andorra

Das Valle del Madriu-Perafita-Claro im Südosten Andorras erstreckt sich über knapp 10 der Gesamtfläche des Fürstentums und entstand durch eiszeitliche Gletscher - © jorisvo / Fotolia
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Das Valle del Madriu-Perafita-Claro in Andorra in den Pyrenäen im Südosten hat seine ursprüngliche Schönheit aus saftigen Bergwiesen und schroffen Klippen bis heute bewahrt.

Das Valle del Madriu-Perafita-Claro liegt im Südosten Andorras und erstreckt sich über knapp 10% der Gesamtfläche des Fürstentums. Das malerische Tal entstand durch eiszeitliche Gletscher und wurde im Jahr 2004 als erste Stätte Andorras auf die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO aufgenommen.

Das Valle del Madriu-Perafita-Claro erstreckt sich auf einer Fläche von gut 4.200 Hektar entlang der Gemeinden Encamp, Escaldes, über die andorranische Hauptstadt Andorra la Vella bis nach Sant Julià de Lòria. Umgeben von den schroffen Gipfeln der Pyrenäen ist die Landschaft des Valle del Madriu-Perafita-Claro geprägt durch saftige Bergwiesen, smaragdgrüne Wälder, zerklüftete Klippen und rauschende Wasserläufen. Nur Wanderwege führen in das idyllische Tal hinein, Autos haben in diesem Stückchen Paradies nichts verloren.

Die Bergvölker Andorras haben sich im Lauf der Jahrtausende an die kargen Verhältnisse im Valle del Madriu-Perafita-Claro angepasst. Die Bergwiesen wurden als Weideflächen nutzbar gemacht, das unwegsame Gelände durch Gebirgspfade befestigt und die steilen Hänge mit Terrassenfeldern für den Anbau von Weizen und Roggen erschlossen. Am Ufer des Flusses Madriu sind noch Spuren der früheren Eisengewinnung und -verarbeitung zu finden. Die für die Pyrenäen typischen irdenen Brennöfen wurden jedoch im Jahr 1790 aufgegeben. Seit dem Mittelalter hat sich hier nichts mehr verändert.

Das isolierte Valle del Madriu-Perafita-Claro ist von der Zivilisation noch so gut wie verschont geblieben und bietet einen idealen Lebensraum für eine Vielzahl an bedrohten Tierarten inmitten von Schafen, Kühen und Pferden. Dazu gehören der Bartgeier, das Auerhuhn, der winzige Raufußkauz, der Regenpfeifer und der einzigartige Pyrenäen-Desman, eine endemische Maulwurfsart.

Unterwegs im Valle del Madriu-Perafita-Claro

Inmitten der wildromantischen Landschaft sind immer wieder Sommersiedlungen und einsame Berghütten zu finden. An den engen Talgrund schmiegen sich die beiden Siedlungen Entremesaigües und Ramio, die aus insgesamt 12 granitenen Häusern mit Schieferdächern bestehen. Die riesigen Scheunen für Getreide und Heu an jedem Gebäude zeugen von der Wichtigkeit der Landwirtschaft im Valle del Madriu-Perafita-Claro.

In den letzten Jahren wurde die traumhafte Schönheit des Valle del Madriu-Perafita-Claro wiederentdeckt und für den Tourismus erschlossen. Schäferhütten wurden renoviert, ausgebaut und für Besucher ausgestattet, Wanderpfade wurden befestigt und mit Schildern versehen. Straßen finden jedoch immer noch keinen Einzug in die ursprüngliche Natur des Tals. Die Land- und Viehwirtschaft soll nach wie vor möglich sein, der Tourismus nur auf Sparflamme betrieben werden.

Nach Anmeldung beim Tourismus-Center von Escaldes-Engordany können geführte Touren unternommen werden.

Weiterführende Links:

Das Valle del Madriu-Perafita-Claro auf der Tourismus-Website von Andorra mit Kontaktdaten zum Tourismus-Center von Escaldes-Engordany