Haus des Musikvereins in Wien, Österreich

Das Haus des Musikvereins in Wien beherbergt den berühmten „Goldenen Musikvereinssaal“, in dem als einer der akustisch besten Säle der Welt jedes Jahr das berühmte Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker gespielt wird.

Kurz als „Musikverein“ wird das Haus des Wiener Musikvereins in der Hauptstadt Österreichs bezeichnet. Es befindet sich am Musikvereinsplatz im Zentrum von Wien und ist vor allem als Schauplatz des Neujahrskonzertes berühmt, das jedes Jahr am 1. Jänner stattfindet und in 90 Länder übertragen wird.

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BILDER: Musikverein in Wien

Fotogalerie: Haus des Musikvereins in Wien

Entstehung des Musikvereins

Die antiken Säulen und Giebelreliefs des Musikvereins-Hauses in Wien machen das eindrucksvolle Gebäude tatsächlich zu einem Tempel der Musik, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Der Wiener Musikverein wurde im Jahr 1812 von Joseph Sonnleitner als „Gesellschaft der Musikfreunde in Wien“ gegründet und veranstaltete seine Konzerte ursprünglich an den Tuchlauben, ganz in der Nähe des berühmten Grabens.

Der Saal der dortigen Nummer 12 wurde mit lediglich 700 Sitzplätzen für die Konzerte des Musikvereins bald zu klein. So wurde 1863 unter Kaiser Franz Joseph I. beschlossen, im Zuge des Ausbaus der Ringstraße gegenüber der prächtigen Karlskirche ein Konzertgebäude zu errichten.

Als Architekt wurde Theophil Hansen beauftragt, der nur 11 Jahre später auch den Grundstein für das österreichische Parlament in Wien legen sollte. Ebenso wie das Parlament ist auch das Haus des Musikvereins stark von der griechischen Klassik beeinflusst. Die antiken Säulen und Giebelreliefs machen das eindrucksvolle Gebäude tatsächlich zu einem Tempel der Musik.

Auch die prunkvolle Orgel im Großen Saal wurde in ihrer ersten Version von Hansen entworfen, auf der Anton Bruckner im ersten Orgelkonzert des Musikvereins mitwirkte.

Am 6. Jänner 1870 wurde das erste Konzert im Musikvereinssaal veranstaltet, dessen Ruf über die hervorragende Akustik bald in der ganzen Welt bekannt war. Auch im Brahms-Saal, der für kleine Kammermusik-Konzerte konzipiert war, ist der musikalische Klang ausgezeichnet.

Ausbau des Musikvereins-Hauses

Am 6. Jänner 1870 wurde das erste Konzert im Musikvereinssaal in Wien veranstaltet, dessen hervorragende Akustik bald in der ganzen Welt bekannt war, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Seit 2004 verfügt das Haus des Musikvereins über vier weitere Säle, die sich im Untergeschoß des Gebäudes befinden und zum Teil vom österreichischen Industriellen Frank Stronach finanziert wurden.

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Mit modernster Technik versehen wurden sie neben Stein und Holz auch mit den modernen Baustoffen Glas und Metall ausgestattet und nach ihren jeweils dominierenden Materialien benannt. Die vier neuen Säle werden neben Konzerten auch für Proben, Workshops, Empfänge und Konferenzen genutzt.

Großer Saal (Goldener Saal) – einer der besten Konzertsäle der Welt

Neben der fantastischen Akustik ist der Große Saal im Musikverein in Wien mit seinen rot-goldenen Verzierungen auch architektonisch eine Augenweide, Österreich - © Clemens PFEIFFER CC BY-SA3.0/W
© Clemens PFEIFFER CC BY-SA3.0/W

Der Große Saal des Wiener Musikvereins, der auch als „Goldener Saal“ bezeichnet wird, ist weltweit für seine grandiose Akustik bekannt und zählt zu den besten Konzertsälen der Welt. Dieser Umstand ist vor allem bemerkenswert, da erst im 20. Jahrhundert die ersten Studien über Raumakustik gemacht wurden und Hansen sich daher beim Design des Konzertsaals auf seine Intuition – und auch auf den Zufall – verließ.

Und so fügen sich die schallstreuenden Flächen (Balkone, Logen und Skulpturen) ideal in ein optimales Raumvolumen in Quaderform mit der genau passenden Anzahl an Sitzplätzen (2000 – damit das Publikum nicht zu viel Schall absorbiert) zu einem perfekten Konzertsaal zusammen, der eine Nachhallzeit von etwa 2 Sekunden erreicht.

Neben der fantastischen Akustik ist der Große Saal mit seinen rot-goldenen Verzierungen auch architektonisch eine Augenweide. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Wahl für den Schauplatz des weltberühmten Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker auf den Großen Saal im Haus des Musikvereins fiel.

Weltberühmtes Neujahrskonzert im Wiener Musikvereins-Haus

Das traditionelle Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Wiener Musikverein ist das berühmteste Neujahrskonzert der Welt, Österreich - © RichardSchuster/WrPhilharmoniker
© RichardSchuster/WrPhilharmoniker

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker begrüßt seit 1939 jährlich das neue Jahr. In den ersten beiden Jahren wurde das Neujahrskonzert in Wien noch am 31. Dezember abgehalten. Für dieses „Außerordentliche Konzert“ wurde am Tag zuvor eine öffentliche Generalprobe veranstaltet. 1941 wurde das Neujahrskonzert auf den 1. Jänner verlegt, doch der Brauch von Silvesterkonzert und Generalprobe (heute: Voraufführung) hielt sich bis heute.

Bereits am 30. Dezember wird der Goldene Saal im Musikverein für die Voraufführung mit herrlichem Blumenschmuck versehen, der zigtausende Blüten umfasst. Gespielt werden hauptsächlich bekannte Stücke der klassischen Musik aus der Strauss-Ära. Traditionell endet das Neujahrskonzert mit dem Radetzky-Marsch von Johann Strauss Vater. Zuvor wird als zweite Zugabe der berühmte Donauwalzer gespielt, worauf das Orchester der ganzen Welt „Prosit Neujahr!“ wünscht.

Das Wiener Neujahrskonzert wird in über 90 Ländern ausgestrahlt und von Millionen von Zuschauern im Fernsehen verfolgt, was es zum berühmtesten Neujahrskonzert der Welt macht. Seit 2010 ist das Konzert auch als Live-Stream im Internet verfügbar.

Neujahrskonzert live – mit viel Glück!

Wer das Neujahrskonzert live vor Ort erleben möchte, muss mindestens ein Jahr im Voraus Tickets bestellen und dann auch noch Glück haben. Denn vom 2. Jänner bis 28. Februar werden Anmeldungen für Ticket-Wünsche entgegengenommen, die anschließend unter den weltweiten Anwärtern verlost werden. Die Preise reichen je nach Kategorie von 30 bis 940 Euro!

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Tipp: Etwas günstigere Alternativen zum „echten“ Neujahrskonzert sind die Voraufführung am 30. und das Silvesterkonzert am 31. Dezember. Das Programm ist genau das gleiche wie am Neujahrskonzert und sogar der originale Blumenschmuck ist bereits vorhanden.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Wiener Musikvereins mit aktuellem Programm
Ticket-Informationen zum Neujahrskonzert


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