Schloss Charlottenburg in Berlin, Deutschland

Umgeben von einem barocken Garten ist das wunderschöne Schloss Charlottenburg Berlins bedeutendste erhaltene Barockanlage, Deutschland © fotobeam.de / Fotolia

Umgeben von einem barocken Garten steht das wunderschöne Schloss Charlottenburg, Berlins bedeutendste erhaltene Barockanlage und größtes der neun bestehenden Schlösser.


Schloss Charlottenburg in der deutschen Hauptstadt Berlin ist nicht nur die größte der neun bestehenden Schlossanlagen des Stadt, es ist auch das bedeutendste erhaltene barocke Gebäude Berlins.

Vom Lustschlösschen zum Museum

Erbaut wurde das Schloss in den Jahren 1695-1699. Den Auftrag dafür gab Sophie Charlotte, Gattin des Kurfürsten Friedrich III. Von ihr erhielt das Schloss später auch seinen Namen, nach seiner Entstehung war es allerdings als Schloss Lietzenburg bekannt. Der Architekt hielt sich bei der Planung stark an das Vorbild des italienischen Barock, und auch die weitläufige Gartenanlage, die das Schloss umgibt, wurde in diesem Stil angelegt.

Zu Beginn war Schloss Charlottenburg nicht allzu groß, immerhin war es als eine Art Freizeitresidenz, als kleines Garten- oder Lustschlösschen für Sophie Charlotte gedacht. Im Lauf der Jahre wurde es aber immer wieder erweitert. So wurden dem Bauwerk anlässlich der Krönung Friedrichs III zum preußischen König im Jahr 1701 nach Versailler Vorbild zwei symmetrisch angelegte Seitenflügel, ein Ehrenhof sowie eine Kuppel hinzugefügt. Nach Sophie Charlottes frühem Tod vier Jahre später wurde die Lietzenburg, sowie die dazugehörige Ansammlung von Häusern, in Charlottenburg umbenannt. Der Nachfolger Friedrichs III, Friedrich der Große, erweiterte das Schloss in den Vierzigerjahren des 18. Jahrhunderts um den Ostflügel. Die Bauarbeiten wurden 1791, fast hundert Jahre nach Beginn der Bauzeit, mit der Fertigstellung des Schlosstheaters beendet.

Im Lauf der Jahre wohnten noch weitere berühmte historische Persönlichkeiten auf Schloss Charlottenburg. Neben Napoleon I verbrachte hier auch Königin Luise, die Gemahlin Friedrich Wilhelms III, viel Zeit. Nach ihrem Tod wurde ihr in der liebevoll gepflegten Gartenanlage ein Mausoleum errichtet, in dem später auch ihr Gemahl, Friedrich Wilhelm III, Kaiser Wilhelm I und Kaiserin Augustas bestattet wurden. Ende des 19. Jahrhunderts diente Schloss Charlottenburg dem damals bereits todkranken Kaiser Friedrich III und seiner englischen Frau Victoria eine Zeit lang als Residenz.

Seit dem Jahr 1927 fungiert der barocke Prachtbau als Museum. Das Bauwerk hatte vor allem in der Zeit des Zweiten Weltkrieges stark zu leiden, da es durch mehrere Bombenangriffe schwer beschädigt wurde. Die Wiederaufbauarbeiten danach nahmen über zwei Jahrzehnte in Anspruch.


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