Ahsan Manjil ("Pink Palace") in Dhaka, Bangladesch

Der Palast Ahsan Manjil war einst die Residenz des Nawabs von Dhaka, Bangladesch © suronin / Shutterstock

Der Ahsan Manjil, auch „Pink Palace“ genannt, liegt in Alt-Dhaka in Bangladesh am Ufer des Buriganga-Flusses. Der neoklassizistische Prachtbau fungiert heute als Museum über das frühere Leben der Nawab-Familien Dhakars und fällt vor allem durch seine knallrosafarbene Fassade ins Auge.


Der Ahsan Manjil in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, liegt im Stadtteil Alt-Dhaka neben dem Islampur Basar. Das auffällige Gebäude zählt zu den schönsten der Stadt und war einst die Residenz des Nawabs von Dhaka, der im arabischen Raum die Funktion eines Statthalters oder Gouverneurs einnimmt. Früher bekannt unter dem Titel „Zaminders" („Landbesitzer"), waren dies Bangladeschs reichste und mächtigste Familien.

Errichtet wurde der neoklassizistische Prachtbau vom Nawab Khwaja Abdul Ghani und war ursprünglich als Ferienhaus gedacht. An der Rückseite des Ahsan Manjil fließt der häufig geschmähte Buriganga vorbei, wohl einer der schmutzigsten und stinkendsten Flüsse der Welt. Die Bauarbeiten starteten im Jahr 1859 und wurden erst 13 Jahre später abgeschlossen. Seinen Namen erhielt der Palast vom Sohn des Erbauers, Khwaja Ahsanullah. Aufgrund seiner rosafarbenen Fassade wird er allgemein „The Pink Palace", „der rosa Palast", genannt.

Verfall und Rettung des Pink Palace

1888 wurde der Palast vom vierten Nawab, Sir Khwaja Salimullah Bahadur, nach einem Zyklon restauriert und erhielt im Zuge dessen viel von seinem heuten Stilmix aus englisch-orientalischer Architektur. Nach der Machtübernahme durch die Briten war das Ahsan Manjil Sitz von Gouverneurgenerälen und Vizekönigen. Nach der Unabhängigkeit gelang es den Nawabs, ihren Sitz wieder zu festigen, doch im Jahr 1901 endete mit dem Tod von Khwaja Ahsanullah auch der Ruhm des Ahsan Manjil. Interne Streitigkeiten in der Nawab-Familie führten zum Untergang, finanzielle Probleme zwangen sie, Teile ihres Palastes zu vermieten, was den Zustand des Gebäudes alles andere als förderte. 1952 nahm sich die Regierung des Gebäudes an und ließ es großzügig renovieren. 1985 ging der Pink Palace an das Nationalmuseum von Dhaka und so fungiert der Ahsan Manjil heute als Museum über das damalige soziale Leben.

Das Highlight ist aber auf jeden Fall der Palast selbst. Seine zweistöckige bonbonrosa Fassade ist mit Säulen, Türmchen und Rundbogenfenstern prächtig verziert. Der zentrale Schlossturm mit den beiden Seitenflügeln erinnert vom Erscheinungsbild her stark an europäische Schlösser. Eine wuchtige Treppe führt aus der umgebenden Parkanlage zum Eingangsportal.

In 31 Räumen und 23 Galerien werden Portraits, Möbel, Haushaltsutensilien und Sammlungen der Nawab-Familien der Öffentlichkeit präsentiert. Die prachtvollsten Räumlichkeiten sind der „Andarmahal", der Harem, sowie der „Rangmahal", die Halle.

Im Jahr 1906 war das prächtige Gebäude des Ahsan Manjil Schauplatz der Gründung der All India Muslim League („Muslimliga"), einer historischen politischen Partei Indiens und heute eine der bedeutendsten Parteien Pakistans.

Für einige wenige Euros kann das Palastgebäude und das zugehörige Museum besichtigt werden.


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