Romit-Tal, Tadschikistan

Das Romit-Tal 45km nordwestlich von Duschanbe, der Hauptstadt von Tadschikistan ist bei Wanderern sehr beliebt - © L. Palvon / Shutterstock
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Das Romit-Tal im Westen Tadschikistans ist ein atemberaubendes Kleinod an landschaftlicher Schönheit. Es bietet einerseits absolute Entspannung im Erholungszentrum Yavroz und andererseits spektakuläre Wanderwege durch unvergessliche Berg-, Wald- und Hügellandschaften.

Das wunderschöne Romit-Tal liegt etwa 45km nordwestlich von Duschanbe, der Hauptstadt von Tadschikistan. Mit seinen geschützten Wäldern, idyllischen Flussläufen, sanften Hügeln und schroffen Berghängen ist es vor allem bei Wanderern eine beliebte Attraktion im Westen Tadschikistans.

Idealer Ausgangspunkt für Expeditionen ins Romit-Tal ist das Städtchen Vahdat, welches sich direkt in der Mündung der Romit-Schlucht befindet. Schon auf dem Weg von Duschanbe nach Vahdat führt die Schlucht am Kofarnihon-Fluss entlang. Seine beiden Oberläufe werden Sorbo und Sardai Miyona genannt. Diese drei Flüsse sind für die Existenz von Flora und Fauna im Romit-Tal und damit für einen Großteil seiner atemberaubenden Schönheit verantwortlich. Nebenbei bieten sie einen Lebensraum für Forellen und den turkmenischen Wels. Im frühen Herbst kämpfen sich die Forellen, auch Königsfische genannt, stromaufwärts um zu laichen und legen dabei schon mal den einen oder anderen spektakulären Sprung über Felsen und kleine Wasserfälle an den Tag.

Am ihrem Zusammenfluss befindet sich Romit Village, etwa 70km von Duschanbe entfernt. Ihm gegenüber erstreckt sich das Romit-Reservat, ein 16.000 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet. Es wurde 1959 gegründet und ist vor allem für seine überwältigende Waldlandschaft bekannt. Laue Birken- und Maulbeerwäldchen wechseln sich ab mit Ahorn, Weiden, Ölbäumen, dazwischen wachsen wilde Obstbäume, von Apfel und Birne über Kirsche und Zwetschke bis hin zu Walnüssen, Pistazien und Mandeln. In höheren Lagen erfreuen alpine Wiesen das Auge des Betrachters, deren sattes Grün durch farbenfrohe Tulpen, Krokusse, Iris, Mohnblumen, Geranien und Bergveilchen durchwirkt ist.

Doch nicht nur Wanderer kommen ins Romit-Tal. Etwa 50km von Duschanbe entfernt liegt auf 1150 Metern Seehöhe das Erholungsgebiet Yavroz. Seine mineralienhaltigen heißen Quellen helfen gegen Erkrankungen von Muskeln, Gelenken, Nerven und Haut.

Landschaft der Gegensätze

Durch das komplexe verworfene Land und die unterschiedlichen Höhen im Romit-Tal kann es vorkommen, auf der einen Seite des Tals tiefster Winter mit Schnee und Frost herrscht, während auf den Sonnenhängen bereits die ersten Krokusse ihre farbigen Köpfchen der Frühlingssonne entgegenrecken. Der Frühling im Romit-Tal kommt vom Hissar-Tal und erobert die Schlucht von unten nach oben. Dem gräsernen Gürtel, der den Schnee vertreibt und immer weiter an den Hängen des Tals emporklettert, folgen auch die Tiere in die Höhe – im Herbst geht das Spiel den umgekehrten Weg.

Schneehühner, Wildschweine und Bergziegen werden vom ersten Frost wieder in niedrigere Lagen getrieben, gefolgt von ihren Fressfeinden, den Wölfen und den äußerst seltenen Schneeleoparden. Auch Braunbären mit weißen Krallen leben im Romit-Tal, diese ernähen sich aber hauptsächlich vegetarisch. Ebenso fliehen die etwa 100 verschiedenen Vogelarten vor dem Winter, darunter auch der riesenhafte Bartgeier mit einer Flügelspannweite von über 2 Meter.

Die Ruhe, Abgeschiedenheit und absolute Unberührtheit des Romit-Tales macht diese Schlucht Tadschikistans für Besucher besonders attraktiv. Nahezu noch ein weißer Fleck auf der Touristenlandkarte ist es einer der wenigen Orte, die trotz ihrer atemberaubenden Idylle vom Massentourismus bisher noch verschont geblieben sind.