Historische Stadt Sarazm, Tadschikistan

Die Ausgrabungen in Sarazm wurden von Abdullo Isakov und ab 1984 auch von einem französischen und amerikanischen Archäologen-Team durchgeführt, Tadschikistan - © Zack Knowles CC BY-SA3.0/Pan
© Zack Knowles CC BY-SA3.0/Pan

Sarazm ist eine frühe Form einer Stadt und befindet sich im Nordwesten von Tadschikistan. Die ehemalige Kupfermetropole ist über 5.000 Jahre alt und die wichtigste archäologische und bisher einzige UNESCO-Weltkulturerbe-Stätte Tadschikistans.

Sarazm ist eine frühe Form einer Stadt und befindet sich in der Provinz Sughd im Nordwesten von Tadschikistan. Ihre Anfänge gehen auf etwa 3500 vor Christus zurück, Sarazm ist damit eine der ältesten Siedlungen Zentralasiens. Seit 2010 zählen die archäologischen Ausgrabungen von Sarazm zum Weltkulturerbe der UNESCO. Sarazm ist die erste Weltkulturerbe-Stätte Tadschikistans.

Sarazm bedeutet wörtlich „grüne Anfänge” oder „wo das Land beginnt” und liegt in einem Tal nahe der Grenze zu Usbekistan, welches aufgrund seiner geologischen Gegebenheiten sowohl das nomadische Hirtenleben als auch die Landwirtschaft begünstigten. Seine Einwohner lebten aber nicht nur von Ackerbau und Viehzucht. Sarazm war in der Kupfersteinzeit bis etwa 2000 vor Christus eine bedeutende Produktionsstätte des begehrten Metalls. In Zentralasien waren sie Meister des Kupferabbaus und der Schmiede- und Steinmetzkunst. Danach wurde die Stadt verlassen. Forscher vermuten hier einen starken Zusammenhang mit der Ankunft der Indo-Iraner im heutigen Tadschikistan, der wahre Grund ist jedoch bis heute nicht geklärt und könnte ebenso in einer Seuche oder einfach nur einer Völkerwanderung liegen.

Entdeckung von Sarazm

Die Überreste der einst 100 Hektar umfassenden Siedlung wurden im Jahr 1976 durch puren Zufall von Ashurali Taylanov, einem tadschikischen Farmer entdeckt. Er fand in einer nahe gelegenen Baugrube ein Kupferstück und hätte es wohl achtlos eingesteckt oder gar nicht erst aufgehoben, wäre er nicht vor kurzem im Museum von Panjaket gewesen, wo er etwas ähnliches gesehen hatte. So informierte er die örtlichen Archäologen. Bei näherer Betrachtung handelte es sich um die Schneide einer Bronze-Axt.

Die anschließenden Ausgrabungen wurden von Abdullo Isakov und ab 1984 auch von einem französischen und amerikanischen Archäologen-Team durchgeführt. Freigelegt wurde eine Vielzahl an Häusern, Tempeln und Palästen. Unter den Fundstücken befanden sich Keramik, Waffen und Artefakte aus Kupfer, Bronze, Blei und sogar Silber und Gold und Unmengen an Werkzeugen zur Metall- und Steinbearbeitung. Aus einigen Funden ging hervor, dass Sarazms Handelsbeziehungen bis nach Mesopotamien im Westen, Sibirien im Norden und dem Indischen Ozean im Süden gingen. In einer Grabstätte wurden die Überreste einer Frau gefunden. Ihr Leichnam war bekleidet und mit Armbändern aus Gold und Muscheln und wertvollen Perlen aus Türkis, Silber, Lapislazuli und Jaspis geschmückt. Dies weist auf den hohen sozialen Status der Frau hin.

Ähnliche Werkstätten und Werkzeuge wie in Sarazm wurden auch in benachbarten Regionen in Afghanistan, im Süden von Turkmenistan und im Mittleren Osten gefunden, welche erstens vom regen Wissensaustausch in diesem Gebiet und andererseits von der Vormachtstellung Sarazms in Sachen Metallbearbeitung zeugte.