Palast Deoksugung in Seoul, Südkorea

Der Deoksugung Palast in Seoul ist der kleinste der fünf Paläste der Joseon Dynastie und besticht vor allem durch seine idyllische parkähnliche Umgebung, Südkorea - © Skelectron / Fotolia
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Der Deoksugung Palast in in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ist der kleinste der fünf Paläste der Joseon Dynastie. Der Deoksugung besticht vor allem durch seine idyllische parkähnliche Umgebung, seinen niedrigen Eintrittspreis, seine langen Öffnungszeiten und die zentrale Lage gegenüber des Rathauses.

Der Palast Deoksugung in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ist mit den Palästen Changgyeonggung, Changdeokgung, Gyeongbokgung und Gyeonghuigung einer der fünf Paläste der Joseon Dynastie.

Der Deoksugung befindet sich gleich in der Nähe des Rathauses von Seoul und ist über die U-Bahn Station „City Hall” zu erreichen.

Wer den Changdeokgung oder den Gyeongbokgung bereits gesehen hat, wird bemerken, dass der Deoksugung der kleinste der fünf Paläste ist. Dies kommt daher, dass der Deoksugung ursprünglich nicht als Palast, sondern als Villa des Prinzen Wolsan, dem großen Bruder des Königs Seongjong, konzipiert wurde. Als jedoch Ende des 16. Jahrhunderts im Zuge der japanischen Invasion alle Paläste zerstört wurden, musste die Villa als provisorischer Königssitz herhalten.

Nach seiner Krönung im Jahr 1611 nannte der erste König im neuen Palast seinen Sitz Gyeongungung. Die Villa erhielt somit mit der Bezeichnung „gung” („Palast”) den entsprechenden Namen einer Königsresidenz. Auch die Gebäude des Gyeongungung fielen zu zwei Drittel den Japanern zum Opfer.

Nachdem der Stiz des Königs in den wieder aufgebauten Changdeokgung verlegt wurde, fungierte der Palast unter dem Namen Seogung („westlicher Palast”) sozusagen als „Ersatzpalast”. Im Jahr 1907 wurde der Gebäudekomplex von Sunjong, dem letzten Herrscher der Joseon Dynastie, „Deoksugung” („Palast der tugendhaften Langlebigkeit”) genannt, zu Ehren seines Vaters Gojong, der nachdem er 1907 von den Japanern zur Abdankung gezwungen wurde noch bis 1919 in seinem alten Palast lebte. An die Regierungszeit Gojongs erinnert heute noch das Zeichen am Jeukjodang, welches von seiner Hand stammt.

Gebäude des Deoksugung

Im Hamnyeongjeon waren die Schlafgemächer der königlichen Familie untergebracht. Im Osten residierte der König, im Westflügel seine Gemahlin. Die Arbeitsräumlichkeiten des Königs befanden sich im Junghwajeon. Hier wurden königliche Audienzen gewährt, Regierungsdiskussionen abgehalten und nationale Entscheidungen getroffen. Die sorgfältige Ausarbeitung des Interieurs soll angeblich von der Umsichtigkeit Gojongs zeugen, mit der er Korea ins 20. Jahrhundert führen wollte. Ein Meisterstück der Inneneinrichtung stellen sicherlich die beiden goldenen Drachen dar, die über dem Thron in die Decke eingearbeitet sind.

Jeonggwanheon war im Jahr 1900 das erste Gebäude, welches im westlichen Stil errichtet wurde. Für Gojong wurde es vor allem als Freizeit- und Kaffeehäuschen genutzt. Von der Rückseite des Gebäudes führen versteckte Gänge zur russischen Botschaft.

Für das Seokjojeon war ebenfalls die westliche Architektur Vorbild. Fertiggestellt im Jahr 1910 fungiert es heute als Kunstmuseum, welches japanische Kunstwerke und die königlichen Schätze ausstellt. Wer es betritt, schnuppert auch ein wenige Geschichte: Nach der Unabhängigkeit Koreas, fand im Seokjojeon die amerikanisch-russische Versammlung statt.

Zusätzlich zu den traditionellen Palastgebäuden, von denen auch einige im westlichen Stil erbaut wurden, beherbergen die Mauern des Deoksugung auch bewaldete Gärten, eine Statue des Königs Sejong des Großen und das nationale Kunstmuseum.

Fantastisch bei Nacht

Das Einzigartige am Deoksugung ist, dass er im Sommer bis 9 Uhr am Abend besucht werden kann. Die von Bäumen gesäumten Pfade und die kunstvollen Gebäude erstrahlen dann in eindrucksvollem Licht und bieten atemberaubende Fotomotive. Fängt man im Hintergrund auch noch die modernen Wolkenkratzer mit ein, ergibt sich eine fantastische Komposition aus Alt und Neu.

Aufgrund des äußerst geringen Eintrittspreises spricht nichts dagegen, den Deoksugung einmal bei Tageslicht und einmal des Nachts zu erkunden. Mitten im Stadtzentrum gelegen ist auch die Anreise in keinster Weise aufwändig.

Tipp: Wer plant, zusätzlich zum Deoksugung auch noch die Paläste Changgyeonggung, Changdeokgung und Gyeongbokgung sowie den Schrein Jongmyo zu besichtigen, sollte das Sammelticket für Paläste erstehen.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Deoksugung Palastes inklusive Preise und Öffnungszeiten (englisch)