Hallasan Nationalpark auf Jeju, Südkorea

Der Berg Hallasan im gleichnamigen Nationalpark mit einer Höhe von 1.950 Metern ist die höchste Erhebung der Insel Jeju und kann von jedem Punkt auf der Insel aus gesehen werden, Seoul - © monotrendy / Shutterstock
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Der Hallasan Nationalpark auf der Insel Jeju im Süden von Südkorea erstreckt sich um den Hallasan, den höchsten Berg des Landes. Sechs ausgezeichnet beschilderte und befestigte Wanderwege führen die Besucher durch eine atemberaubende Pflanzenwelt und bis hinauf zum höchsten Punkt Südkoreas, dem Kratersee Baengnokdam.

Der Hallasan Nationalpark auf der Insel Jeju im Süden von Südkorea wurde im Jahr 1970 gegründet. Er umfasst den Schildvulkan Halla, den höchsten Berg Südkoreas, wurde 2002 zum UNESCO Biosphärenreservat ernannt und im Jahr 2007 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Der Hallasan Nationalpark wird als einziger der 20 Nationalparks Südkoreas nicht vom Korea National Park Service, sondern von der Provinz Jeju verwaltet. Er liegt direkt im Zentrum der traumhaften Insel Jeju und umfasst eine Fläche von knapp 160.000km2. Zu erreichen ist der Nationalpark bzw. die Insel Jeju mit dem Flugzeug (national und international) sowie mit dem Schiff vom südkoreanischen Festland aus (Busan, Incheon und Mokpo).

Höchster Berg Südkoreas

Der Star des Nationalparks ist natürlich der Hallasan selbst. Mit einer Höhe von 1.950 Metern ist er die höchste Erhebung der Insel Jeju und kann von jedem Punkt auf der Insel aus gesehen werden. Viele meinen sogar, der mächtige Hallasan IST die Insel Jeju. Da er von allen Seiten aus bequem bestiegen werden kann, zählt er zu den beliebtesten Wanderbergen Südkoreas. Der Hauptkrater des Hallasan misst einen Durchmesser von über 400 Metern, daneben gibt es an den Flanken des Vulkans noch zahlreiche andere Nebenkrater.

Der Hauptkrater des Berges Hallasan hat einen Durchmesser von über 400 Metern, Hallasan Nationalpark, Südkorea - © Maxim Tupikov / Shutterstock
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Am Hauptkrater befindet sich der spektakuläre Kratersee Baengnokdam. Der an die 100m tiefe kobaltblaue See kann auf einer Strecke von 2km umrundet werden und friert im Winter komplett zu.

Wanderwege am Hallasan

Rund um den spektakulären Vulkan ranken sich sechs ausgezeichnet beschriftete und befestigte Wanderwege mit verschiedenem Zeitaufwand und mehreren Schwierigkeitsstufen. Bergsteigererfahrung ist bei keinem der Pfade notwendig, anstrengende Kletterpartien sind immer durch Stufen vereinfacht.

Der Eorimok Trail ist knapp 7km lang, überwindet gut 600 Höhenmeter und führt etwa drei Stunden in eine Richtung. Er beginnt beim Besucherzentrum des Nationalparks und führt zur südlichen Klippe von Jeju.

Der Donnaeko Trail führt ebenfalls vom Besucherzentrum zur südlichen Klippe von Jeju, ist jedoch etwas länger als der Eorimok Trail.

Der Yeongsil Trail ist knapp 6km lang, überwindet ebenfalls etwa 600 Höhenmeter (viele Stufen!) und führt vom Yeongsil Management Office zur südlichen Klippe von Jeju. Diesen Weg geht man etwa 15 Minuten länger als den Eorimok Trail.

Der Seongpanak Trail ist knapp 10km lang und führt über eine Strecke von etwa 4,5 Stunden vom Besucherzentrum zum Hallasan Baengnokdam Gipfel und dem gleichnamigen Kratersee. Kurz vor dem Gipfel führt der Pfad über relativ steile Stein- und Holzstufen und kann ganz schön anstrengend werden. Es gibt immer wieder Checkpoints, erreicht man einen von ihnen nach einer bestimmten Zeit, wird man aus Sicherheitsgründen nicht weiter zum Gipfel vorgelassen und muss umkehren. Am besten die Wanderung bereits am frühen Vormittag starten.

Der Gwaneumsa Trail ist knapp 8km lang und führt vom Gwaneumsa Campingplatz zum Hallasan Baengnokdam Gipfel und dem gleichnamigen Kratersee. Die Strecke benötigt mit 5 Stunden noch etwas mehr Zeit als der Seongpanapk Trail. Gwaneumsa ist übrigens der älteste buddhistische Tempel auf Jeju.

Der Seokgulam Trail und der Eoseungsaengak Trail sind kurze Pfade, die jweils nur einen guten Kilometer lang und in einer guten halben Stunde zu bewältigen sind. Letzterer führt vom Besucherzentrum zum Eoseungsaeng-oreum Gipfel.

Auf den Wanderwegen, die den Hallasan Nationalpark durchziehen, gibt es knapp 2.000 verschiedene Pflanzenarten zu entdecken. Ob im Frühling unter einem Blütenteppich der Azaleen, im Sommer in trockenem Grün unter strahlender Sonne, im Herbst in ein prächtiges Farbenkleid gehüllt oder im Winter glitzernd unter Schnee und Eis, der Hallasan zeigt sich das ganze Jahr über von seiner attraktiven Seite. Wanderer finden hier – im Gegensatz zum südkoreanischen Festland – noch absolut unberührte Natur. Die Wanderwege können ganzjährig begangen werden, nach Sonnenuntergang ist jedoch ein Aufenthalt auf den Pfaden nicht mehr erlaubt.

Infrastruktur im Hallasan Nationalpark

Innerhalb des Hallasan Nationalparks gibt es weder Unterkunfts- noch Verpflegungsmöglichkeiten. Es gibt zwar kleine Snackshops in Ranger-Stationen entlang mancher Wege, aber keinerlei Restaurants. Campen ist jedoch möglich; der Campingplatz befindet sich etwa 1km westlich des Gwaneumsa Tempels und bietet für 1.000 Personen Platz. Die nächstegelegenen Orte Jeju City und Seogwipo sind jedoch nur etwa eine Autostunde entfernt.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Hallasan Nationalparks (englisch)