Stupa Ruwanwelisaya in Anuradhapura, Sri Lanka

Die schneeweiße Stupa Ruwanwelisaya in der heiligen Stadt Anuradhapura in Sri Lanka ist ein architektonisches Meisterwerk - © Sergieiev / Shutterstock
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Die schneeweiße Stupa Ruwanwelisaya in der heiligen Stadt Anuradhapura in Sri Lanka ist ein architektonisches Meisterwerk und gehört mit einer Höhe von knapp 100m zu den größten Monumenten weltweit.

Die Stupa Ruwanwelisaya in der heiligen Stadt Anuradhapura in Sri Lanka ist ein architektonisches Meisterwerk und großes Heiligtum der Buddhisten. Sie ist auch unter den Bezeichnungen „Mahathupa”, „Swarnamali” oder „Raghnamali Dagoba” bekannt.

Die beeindruckende schneeweiße Stupa wurde im Jahr 140 vor Christus von König Dutugemunu errichtet. Mit einer Höhe von 91 Metern und einem Umfang von 290m gehört sie zu den größten Monumenten weltweit. Die Stupa selbst steht auf einer gewaltigen Plattform, die mit 145m Seitenlänge, die auf den Rücken von 344 Steinelefanten ruht. Das Heiligtum zählt zu den Solosmasthana, den 16 Plätzen der Verehrung und den Atamasthana, den 8 Plätzen der Verehrung in Anuradhapura.

In historischen Texten wurde genau beschrieben, wie das mächtige Fundament der Ruwanwelisaya errichtet wurde und welche Materialien von welchen Orten verwendet wurden. Der König selbst legte den Grundstein für das Fundament und zwar in der Vollmondnacht des Monats „Vesakha” (April bis Mai), denn viele historische Geschehnisse im Buddhismus, wie die Geburt oder Erleuchtung des ersten Buddha oder die Krönung von Königen, ereigneten sich in einer Vollmondnacht.

Die unglaubliche Zeremonie der Grundsteinlegung

König Dutugemunu vergrub den gravierten Stein, der von König Devanampiva Tissa, einem der ersten Herrscher Sri Lankas, errichtet wurde 7 Ellen tief in der Erde. Danach verstreuten Krieger runde Steine über die Stelle, die anschließend mit Hämmern zerschlagen und Elefanten in den Boden getrampelt wurden. In exakter Reihenfolge folgten anschließend Schichten von Lehm aus dem Himalaya-Gebiet, Ziegel, Gips, Quartz, Eisen, wieder Lehm, weiße Steine, Felskristalle, Steinfliesen, eine Mischung aus Quecksilber, Harz eines Holzapfels und Lehm, darüber eine 20cm dicke Bronze-Schicht, danach eine Mischung aus Arsen und Sesamöl und danach 10cm Silber.

Nach seiner Fertigstellung wurde das Fundament mit Wasserkrügen, Vasen und Barren aus Silber und Gold geschmückt und von „Arahants”, spirituellen buddhistischen Heiligen, die das Nirwana erreicht haben, gesegnet. Inmitten der Stupa wurde eine Kammer zur Aufbewahrung von Reliquien des Buddha eingelassen. Nachdem der König seine lobende Rede gehalten hatte, starb er angeblich nach 24jähriger Regierungszeit und wurde als göttlicher König wiedergeboren.

Eine andere Legende erzählt von einer schlimmen Krankheit des frommen Königs, sodass er die Fertigstellung des Fundaments nicht mehr erleben konnte. Doch sein Bruder bedeckte die Baustelle mit einem weißen Tuch, sodass es aussah, als wäre der Boden bereits fertig und Dutugemunu konnte glücklich dahinscheiden.

Im Lauf der beiden Jahrtausende, vor allem von Eindringlingen aus Südindien, wurde die Ruwanwelisaya mehrmals zerstört und geplündert, im Anschluss jedoch immer wieder aufgebaut, erweitert und restauriert.