Höhlentempel von Dambulla, Sri Lanka

Der Höhlentempel von Dambulla liegt etwa 150km östlich der Hauptstadt Colombo, Sri Lanka; er ist der größte und besterhaltene buddhistische Höhlentempel des Landes - © TanArt / Shutterstock
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Der atemberaubende Höhlentempel von Dambulla liegt im Zentrum von Sri Lanka etwa 150km östlich der Hauptstadt Colombo. Seit dem ersten Jahrhundert vor Christus wurden 5 Höhlen des Felsenbergs mit farbenprächtigen Buddha- und Königsstatuen und kunstvollen Fresken geschmückt.

Der Höhlentempel von Dambulla liegt im Zentrum von Sri Lanka etwa 150km östlich der Hauptstadt Colombo. Er stammt aus den ersten Jahrhunderten vor Christus und ist der größte und besterhaltene buddhistische Höhlentempel des Landes. Seit 1991 zählt das eindrucksvolle, auch als „Goldener Tempel von Dambulla” bezeichnete Höhlensystem, zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Im 2. und 3. Jahrhundert vor Christus galt der Höhlentempel von Dambulla als wichtigstes Kloster Sri Lankas. Im 1. Jahrhundert vor Christus wurde die erste Höhle von König Valagambahu zum Tempel ausgebaut, nachdem sie ihm während seines Exils aus Anuradhapura über 15 Jahre als Versteck vor den südindischen Verfolgern gedient hatte. Bis zum 11. Jahrhundert folgten weitere seinem Beispiel und schufen im Lauf der Zeit den gewaltigen vergoldeten Tempelkomplex und damit das religiöse Zentrum Sri Lankas, das heute noch besteht und zu besichtigen ist.

Im Höhlentempel von Dambulla finden sich auch Figuren des Königs Vattagamani Abhaya aus dem ersten Jahrhundert vor Christus und des Königs Nissanka Malla, Sri Lanka - © Magdanatka / Shutterstock
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Besuch des Höhlentempels von Dambulla

Insgesamt befinden sich in dem 160m hohen Felsenberg über 80 Höhlen, die im Jahr 1938 durch Gänge und Portale für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Nach einem Aufstieg von etwa 120 Höhenmeter, im Zuge dessen die kleinen, teils diebischen Äffchen abgewehrt werden müssen, kann in das mystische Halbdunkel mit einer Duftmischung aus Moder und Räucherstäbchen eingetaucht werden.

Tipp: Der Höhlentempel von Dambulla darf nur mit langen Hosen oder Röcken und bedeckten Schultern betreten werden. Im Notfall kann man sich vor Ort Stoffbahnen ausborgen, um den Kleidungsvorschriften zu entsprechen.

Neben den über 150 Buddha-Statuen befinden sich in den Tempelhöhlen auch 3 Statuen von sri-lankischen Königen, jeweils eine der Hindu-Götter Vishnu und Ganesha und noch zwei weitere. Die tausend Jahre alten Fresken wurden im 18. Jahrhundert restauriert und stellen unter anderem die Versuchung Buddhas durch den Dämon Mara und Buddha selbst bei seiner ersten Predigt dar, sowie weitere göttliche Szenen.

Highlights von Dambulla

Als Hauptattraktion des Höhlentempels von Dambulla gelten fünf Höhlen, die der Verehrung des Lebens Buddhas dienen und prachtvoll mit Malereien und Statuen ausgestattet sind. In der ersten und größten Höhle, der „Höhle des göttlichen Königs” befindet sich eine direkt aus dem Stein gehauene 14m lange liegende Buddha-Statue, deren farbiger Anstrich bereits unzählige Mal erneuert wurde. Zu ihren Füßen sitzt Buddhas Lieblingsschüler Ananda und über seinem Kopf thront Vishnu, der angeblich half, die Höhlen zu erschaffen.

Im Höhlentempel von Dambulla befinden sich über 50 farbenprächtige Buddha-Statuen, Sri Lanka - © Calvste / Shutterstock
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In der angrenzenden „Höhle der großen Könige” befinden sich neben über 50 farbenprächtigen Buddha-Statuen auch Figuren des Königs Vattagamani Abhaya aus dem ersten Jahrhundert vor Christus und des Königs Nissanka Malla, der laut einer Inschrift in der Nähe des Eingangs im 12. Jahrhundert 50 der Statuen vergolden ließ. Aus einem Spalt in der Wand tritt hier Wasser aus, dem heilende Kräfte nachgesagt werden. Die geheimnisvolle Quelle soll von einem Fluss stammen, der bergauf fließt und versiegt nicht einmal nach Monaten der Trockenheit.

Auch die dritte Höhle, „das neue Kloster” beherbergt an die 50 Buddha-Statuen. In der vierten Höhle ist eine kleine Dagoba zu sehen, die angeblich den Schmuck der Königin von Valagambahu enthalten hat und auch in der letzten Höhle finden sich Buddha- und Königsfiguren.

Tipp: Wer den Tempel ohne Führung erkunden möchte, sollte seine eigene Taschenlampe mitnehmen. Die Höhlen sind zwar beleuchtet, das Licht ist jedoch meist nur spärlich.

Vom Eingang zur Höhle hat man übrigens eine traumhafte Aussicht über die Ebene Sri Lankas. In 20km Entfernung erblickt man übrigens die nächste Faszination im Fels – den gewaltigen Felsentempel Sigiriya.

Etwas vom Höhlentempel entfernt findet sich der Beweis, dass die Höhlen auch schon vor Einzug des Buddhismus in Sri Lanka genutzt wurden. Einige menschliche Skelette, die vor 2.700 Jahren hier begraben wurden, wurden in Ibbankatuwa gefunden.