Felsenfestung Sigiriya, Sri Lanka

Die Felsenfestung von Sigiriya - „Löwenfelsen“ - befindet sich im Zentrum von Sri Lanka auf einem gewaltigen Felshügel aus erstarrter Lava - © SurangaWeeratunga/Shutterstock
© SurangaWeeratunga/Shutterstock

Die Felsenfestung von Sigiriya befindet sich im Zentrum von Sri Lanka auf einem gewaltigen Felshügel aus erstarrter Lava. Die Burg zwischen Himmel und Erde wurde gemeinsam mit der umgebenden Stadt im 5. Jahrhundert errichtet, ihre Überreste sind heute noch zu sehen.

Die eindrucksvolle Felsenfestung Sigiriya befindet sich im Zentrum Sri Lankas. Auf dem gigantischen, 200m hohen Monolith aus erstarrter Lava befinden sich die Überreste einer Befestigungsanlage aus dem 5. Jahrhundert. Sigiriya wurde im Jahr 1982 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Geschichte der Felsenfestung Sigiriya

Die Bezeichnung „Sigiriya” leitet sich von „Siha Giri” – „Löwenfelsen” – ab. Der Name stammt vermutlich von dem riesigen Löwenkopf, durch dessen Maul man früher den letzten und steilsten Abschnitt des Aufstiegs zur Festung betrat. Errichtet wurde der faszinierende Bau im Jahr 473 von Kassapa, dem damaligen König von Anuradhapura. Dieser ermordete nämlich seinen Vater, um als Sohn einer Nebenfrau selbst den Thron besteigen zu können. Aus Angst vor seinem Halbbruder Moggalllana, dem rechtmäßigen Erben des Königs, ließ er Sigiriya bauen und verschanzte sich dort. Rund um den Magmabock errichtete er die neue Hauptstadt seines Reiches, die er mit einem Wassergraben schützte.

Nichtsdestotrotz wurde er im Jahr 495 von Moggalllana besiegt, der den Thron zurückeroberte, der ihm zustand und die Hauptstadt wieder nach Anuradhapura zurückverlegte. Sigiriya wurde bis ins 14. Jahrhundert als Klosteranlage genutzt, im 16. und 17. Jahrhundert als Befestigungsanlage des Königreiches von Kandy und blieb danach verlassen. 1890 wurden die ersten archäologischen Forschungen an Sigiriya durchgeführt, die sich 100 Jahre später intensivierten.

Besuch der Felsenfestung Sigiriya

Heute sind von den Befestigungsanlagen und Palästen nur noch die Grundmauern und einige Zisternen zu sehen. Auch vom monumentalen Löwentor sind heute nur noch die beiden gewaltigen Pranken übrig. Von den einst prachtvollen Lustgärten um den Felsenberg herum finden sich noch Überreste der kunstvoll angelegten Springbrunnen, Pavillons und einer Klosteranlage, die zum Teil wiederaufgebaut wurden. Die geometrische Anlage der Wasser-, Stein- und Terrassengärten wurde in perfekter Harmonie mit der natürlichen Landschaft geschaffen.

Tipp: Der Aufstieg zu den Überresten der Anlagen auf dem Sigiriya führt direkt an der 200m hohen senkrecht abfallenden Steilwand entlang und ist absolut kein Unterfangen für Personen mit Höhenangst oder Schwindelanfällen! Es gibt auf dem Löwenfelsen außerdem keinen Schatten und nichts zu trinken zu kaufen, daher unbedingt Sonnenschutz und genügend Wasser mitnehmen.

Neben den Ruinen gibt es noch zwei weitere Highlights am Sigiriya zu sehen. Auf dem Weg zum nördlichen Plateau liegt die so genannten „Spiegelwand“. Diese knapp 15x20m große Felswand wurde früher für den König auf Hochglanz poliert, sodass er sich beim Vorbeigehen selbst sehen konnte. Heute ist sie vor allem wegen ihrer Inschriften von Bedeutung. Die singhalesischen Sprüche und Gedichte, die von früheren Besuchern in der Felswand hinterlassen wurden, stammen aus dem 7. bis 11. Jahrhundert und trugen enorm zur Erforschung der alten Sprache bei.

Auf halbem Weg am Aufstieg zur Felsenfestung Sigiriya befinden sich zahlreiche Fresken, die meist Frauen mit großen nackten Brüsten zeigen - die so genannten „Wolkenmädchen“, Sri Lanka - © Dima Fadeev / Shutterstock
© Dima Fadeev / Shutterstock

Die zweite Attraktion ist auf halbem Weg am Aufstieg zu sehen. Unter einem Felsüberhang befinden sich zahlreiche Fresken, die meist Frauen mit großen nackten Brüsten zeigen. Die so genannten „Wolkenmädchen” können heute über eine stählerne Wendeltreppe genau in Augenschein genommen werden (diese Wendeltreppe befand sich übrigens ursprünglich in einem Bahnhof in London). Von den laut einer Inschrift 500 Zeichnungen sind heute noch 22 erhalten geblieben und teilweise in den 1970er Jahren restauriert worden.

Ursprünglich soll die gesamte Westwand 40m hoch und 140m lang bemalt gewesen sein, wahrscheinlich das größte Bildnis, das jemals geschaffen wurde. Wen diese Abbildungen darstellen, ist nicht bekannt, feststeht, dass sie den Figuren in den indischen Ajanta-Höhlen ähneln.

Tipp: Nur etwa 20km entfernt liegt mit dem Höhlentempel von Dambulla mit seinen unzähligen Buddha-Statuen die nächste Sehenswürdigkeit im Fels.