Fort Canning Park, Singapur

Das Fort Canning Centre im Fort Canning Park, Singapur  - © YuryZap / Shutterstock
© YuryZap / Shutterstock

Der Fort Canning Park umfasst den Hügel Bukit Larangan, auf dem einst Stamford Russels sein Haus errichtete und damit Singapur gründete. Der geschichtsträchtige Ort strotzt nur so von historischen Überbleibseln, wie dem Fort Canning, gotischen Toren oder einem Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg und sein üppiges Grün eignet sich hervorragend, um sich von der hektischen Stadt zu erholen.

Der Fort Canning Park befindet sich im Südosten Singapurs und spielt in der Geschichte des Stadtstaates eine wesentliche Bedeutung. Die historische Sehenswürdigkeit wird von den vier Straßen Fort Canning Road, Stamford Road, Clemenceau Avenue und River Valley Road begrenzt und liegt ganz in der Nähe der berühmten Shopping-Meile Orchard Road. Zu erreichen ist er am besten über die beiden MRT-Stationen Dhoby Ghaut oder Clarke Quay.

Geburtsstätte Singapurs

Benannt wurde der Park nach Lord Canning, dem damaligen Vizekönig von Britisch-Indien. Berühmt ist er jedoch vor allem durch den Forscher Sir Thomas Stamford Raffles. Dieser hörte damals nicht auf die einheimische Bevölkerung, die ihm weismachen wollte, dass der Hügel „Bukit Larangan” („Verbotener Hügel”) der Sitz ihrer königlichen Vorfahren sei und deshalb nicht betreten werden durfte. Im Jahr 1823 errichtete er trotz aller Legenden sein Haus auf dem Hügel mit der fantastischen Aussicht und gründete damit die Stadt Singapur.

Der Fort Canning Park umfasst den etwa 60m hohen Bukit Larangan und bietet auf einer Fläche von etwa 18 Hektar nicht nur eine grüne Oase innerhalb des hektischen Geschäftszentrums Singapurs, sondern auch eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten.

Highlights des Fort Canning Parks

Im 19. Jahrhundert wurde der Sitz des Gouverneurs auf dem Hügel nach und nach befestigt und so entstand bald das Fort Canning, benannt nach dem indischen Vizekönig, inklusive Waffenkammer, Soldatenbaracken und Krankenflügel. Das Fort spielte auch im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle als Befestigungsanlage zuerst unter den Briten, dann unter den Japanern, nach 1945 wieder unter den Briten. 1963 schließlich übergaben diese das Fort Canning an die Regierung von Singapur. Heute verwenden es die Singapore Armed Forces (SAF) als Kommandozentrum und Militärschule. Das Fort sowie die so genannte „Battle Box”, ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der sowohl den Briten als auch den Japanern als Kommandozentrale diente, können heute besichtigt werden.

Auch eines von drei so genannten Sally Ports, ein versteckter Zugang zum Fort, ist heute noch intakt. Der Eingang zu der Befestigungsanlage erfolgt durch zwei imposante gotische Tore, die noch aus dem Jahr 1846 stammen und ursprünglich zum ersten christlichen Friedhof Singapurs führten, auf dem an die 600 Christen ihre letzte Ruhestätte fanden. Die Buchstaben auf den Toren „IHS” sind die ersten drei Buchstaben des griechischen Wortes für „Jesus”.

Der ehemalige Friedhof ist heute als Fort Canning Green bekannt und fungiert als Schauplatz für diverse Veranstaltungen. So zählen zum Beispiel das „Ballett under the Stars” oder das WOMAD (World of Music, Arts and Dance), das größte Musikfestival Singapurs, zu den jährlichen Veranstaltungen im Fort Canning Park. Einige Grabsteine des ehemaligen Friedhofs sind heute noch in der Mauer des Fort Canning Green zu sehen.

Eine archäologische Ausgrabungsstätte gibt es ebenfalls zu besichtigen, an der Ruinen von historischen Ziegelbauten, Porzellan, irdenes Geschirr und Glasscherben gefunden wurden. Wohl der Beweis, dass die Einheimischen damals doch nicht so unrecht hatten, dass der Bukit Larangan einst Sitz von Königen war.

Der Kräutergarten im Fort Canning Park ist noch ein Überbleibsel des ersten botanischen Gartens von Singapur, den Stamford Raffles als begeistertere Pflanzenkundler um sein Haus anlegte. Das Haus von Stamford Raffles steht ebenfalls bis heute.

Neben den genannten Attraktionen wird der Park auch gern besucht, um einfach nur zu relaxen, spazieren zu gehen, sich der üppigen Natur zu erfreuen oder ein Festival, eine Hochzeit oder ein Konzert zu besuchen. Zwischen den Spazierwegen findet man immer wieder interessante Bauten und Skulpturen, wie zum Beispiel die Kuppeln von George Drumgoole Coleman, einem Architekt, der maßgeblich an der Gestaltung Singapurs beteiligt war, oder die Statue von James Brooke Napier, dem Sohn des ersten Staatsanwalts von Singapur.

Für Geschichte-Begeisterte bietet sich der etwa einen Kilometer lange 19th Century Walk of History an, im Zuge dessen die Geschichte der Region dargestellt ist.