Tubbataha-Riff, Philippinen

Schwarzspitzen-Riffhai im Tubbataha-Riff im Südwesten der Philippinen - © Ian Scott / Shutterstock
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Das Tubbataha Riff im Südwesten der Philippinen zählt zu den zehn schönsten Tauchgründen der Welt. Aufgrund seiner Abgeschiedenheit ist das Unterwasser-Ökosystem noch vollständig intakt und bietet für 400 Korallen- und 500 Fischarten einen geschützten Lebensraum.

Das Tubbataha-Riff liegt im Südwesten der Philippinen in der Sulu-See, östlich der Insel Palawan und ist das größte Korallenriff der Inselgruppe im Südpazifik. Es gilt als eines der 10 spektakulärsten Tauchparadiese der Welt und das einzige, das der weltberühmte Tauchpionier Jaques-Yves Cousteau zweimal besuchte. Seit 1993 zählt es zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Das Tubbataha-Riff besteht aus zwei Atollen, einem nördlichen und einem südlichen, deren Verbindung nur bei Ebbe sichtbar ist. Bei Flut steht das Riff beinahe zur Gänze unter Wasser, daher auch der Name Tubbataha, was wörtlich übersetzt „langes Riff, das nur bei Ebbe sichtbar ist” bedeutet. Das nördliche Atoll weist eine Länge von 16km auf und umfasst an seiner breitesten Stelle knapp 5km, das südliche ist nur 5km lange und maximal 3km breit.

An der Südspitze des südlichen Atolls liegt ebenfalls eine Insel mit einem alten Leuchtturm, an der Nordspitze des nördlichen Atolls liegt die kleine Insel „Bird Island”. Auf diesem nur wenige tausend Quadratmeter fassenden Eiland herrscht für Menschen absolutes Betretungsverbot, da dort über 40 Seevogelarten, hauptsächlich Seeschwalben, Tölpel und Albatrosse, in Ruhe brüten wollen.

Das Tubbataha-Korallenriff gilt als eines der 10 spektakulärsten Tauchparadiese der Welt, Philippinen - © Marcus Efler / Shutterstock
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Die beiden Atolle des Tubbataha-Riffs umfassen flacheres Wasser in ihre Mitte und haben idyllische sandige Lagunen ausgebildet, der perfekte Lebensraum für Schildkröten und Stachelrochen. Außerhalb des Atolls geht es über mehrere Kilometer bis über 2.000 Meter in die Tiefe.

Strenger Naturschutz des Tubbataha-Riffs

Seit 1988 gilt das Tubbataha-Riff und das umliegende Meer als Nationalpark, Fischen und Korallensammeln war auf einer Fläche von 332km2ab sofort verboten. Dieses Verbot wurde allerdings erst im Jahr 2000 wirklich durchgesetzt, als eine Rangerstation etabliert wurde, die die Einhaltung rund um die Uhr überwachte.

Die Schäden, die am Tubbataha-Riff durch die Wilderer angerichtet wurden, sind in den Unmengen an Korallenschutt leider heute noch zu sehen, wenn auch schon wieder teilweise überwachsen. Vor allem in den 1980er Jahren wurde sogar mit Dynamit und Cyanid gejagt, viele Schäden entstanden auch durch Schleppnetze und Anker. Je weiter man jedoch nach unten kommt, desto intakter ist das Korallenriff.

In der insgesamt 100km2umfassenden Korallenlandschaft des Tubbataha-Riffs leben knapp 400 Arten von Blumentierchen, die ihre farbenprächtigen Wedel, Fächer und Tentakeln dem neugierigen Taucher entgegenstrecken. An die 500 Fischarten tummeln sich zwischen dem Korallengerüst, womit es fast dem australischen Great Barrier Reef Konkurrenz machen kann.

Das Tubbataha-Riff ist ein atemberaubendes Durcheinander aus Farben, Formen und Bewegung. Weiß- und die seltenen Schwarzspitzen-Riffhaie sowie Tiger- und Ammenhaie durchstreifen die Korallenbänke, schlanke Barrakudas, buntgefärbte Barsche, mächtige Napoleon-Lippfische, Clownfische, Tunfische, Makrelen, und riesige Schmuck-Langusten haben hier einen ungestörten Lebensraum gefunden.

Echte Karett-Schildkröte im Tubbataha-Riff im im Südwesten der Philippinen - © Specta / Shutterstock
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Dazwischen trudeln Suppen- und Echte Karettschildkröten sowie Delfine und andere Meeressäuger. Mit etwas Glück lässt sich sogar ein riesenhafter Walhai oder ein majestätischer Manta-Rochen blicken. Das Tubbataha-Riff ist neben seiner Artenvielfalt auch für seine nahezu unberührten bis zu 100m steil abfallenden Korallenwände berühmt.

Anreise zum Tubbataha-Riff

Da das Tubbataha-Riff relativ abgelegen ist (mit dem Schiff von Puerto Princesa aus dauert die Anreise je nach Wetterlage 11-15 Stunden), kommen auch nur wenige tausend Taucher pro Jahr zu den atemberaubenden Korallen, Tendenz jedoch steigend. Vor allem im Mai gibt es oft unglaubliche Sichtweiten von bis zu 45 Metern.

Das Riff kann nur von Mitte März bis Mitte Juni betaucht werden, die übrigen Monate übernimmt das Meer höchstpersönlich den Schutz seines Unterwasser-Heiligtums. Wechselnde Monsune, starker Wind und hohe Wellen machen es für jedes Boot unmöglich, sich dem Riff zu nähern.

Tipp: Aufgrund der unberechenbaren Strömungen und des turbulenten Wellengangs ist das Tubbataha-Riff nur für erfahrene Taucher geeignet!