San-Augustin-Kirche in Manila, Philippinen

Die San-Augustin-Kirche in Manila ist die älteste Kirche der philippinischen Hauptstadt - © Alan Kraft / Shutterstock
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Die San-Augustin-Kirche in Manila ist die älteste Kirche der Philippinen und war Zeuge zahlreicher Feuer, Erdbeben und kriegerischer Auseinandersetzungen. Sie ist die einzige Kirche Manilas, die den zweiten Weltkrieg überlebt hat.

Die San-Augustin-Kirche in Manila ist die älteste Kirche der philippinischen Hauptstadt und des gesamten Inselstaates. Sie befindet sich im zentralen Stadtteil Intramuros („Stadt hinter Mauern”) inmitten einer ehemaligen Festungsanlage nur wenige hundert Meter von der imposanten Kathedrale von Manila entfernt. Gemeinsam mit drei anderen Barockkirchen in Santa Maria, Miag-ao und Paoay wurde die San-Augustin-Kirche im Jahr 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Die römisch-katholische San-Augustin-Kirche wurde im Jahr 1571 von den Spaniern als hölzerner Bau errichtet. Durch zahlreiche Erdbeben, Feuer und kriegerische Auseinandersetzungen wurde sie dennoch nicht weniger als dreimal zerstört und wieder aufgebaut. Das letzte Mal wurde der Sakralbau nach einer Bauzeit von 21 Jahren 1607 fertiggestellt – diesmal nicht mehr aus Holz, sondern aus Stein, der eindeutig schwieriger zu beschaffen war. Die Bauaufsicht hatte der Architekt Juan Macías.

Erste Steinkirche der Philippinen

Die im spanischen Stil erbaute San-Augustin-Kirche war das erste europäische Gotteshaus auf der philippinischen Inselgruppe, welches zur Gänze aus Stein erbaut wurde. In Manila ist sie vor allem für Hochzeiten begehrt. Sie ist knapp 70m lang und 25m breit und weist barocke Elemente auf. Bemerkenswert sind vor allem die 68 handgeschnitzten Sitze aus wertvollem Molave-Holz auf dem Chordachboden, welche noch aus dem 17. Jahrhundert stammen. Das mit hölzernen Schnitzereien kunstvoll verzierte Eingangsportal der Kirche fällt ebenfalls ins Auge.

Im Innenraum beeindrucken die Trompe l’oeil (wörtlich „täusche das Auge”) an der Decke, Gemälde, die durch perspektivische Darstellungen einen nicht vorhandenen Raum vortäuschen. Sie stammen von den italienischen Malern Cesare Alberoni und Giovanni Dibella und wurden 1875 erschaffen.

Nach mehreren Angriffen auf die San-Augustin-Kirche, sei es durch Plünderungen durch die britischen Truppen oder durch weitere Erdbeben, wurde die San-Augustin-Kirche immer wieder repariert. Der linke Glockenturm wurde 1880 aufgrund starker Beschädigung durch ein Erdbeben entfernt, daher der etwas asymmetrische Eindruck der Fassade. Alle anderen Erdbeben überstand die San-Augustin-Kirche mehr oder weniger unbeschadet und war Schauplatz einiger wichtiger Geschehnisse in der Geschichte der Philippinen.

Im Zweiten Weltkrieg diente die Kirche der japanischen Besatzung als Gefangenenlager, in dem vor allem in den letzten Tagen der 3-wöchigen Schlacht um Manila 1945 hunderte von Intramuros-Bewohnern als Geisel gehalten wurden. Die Kirche überlebte die Bomben der Filipinos und Amerikaner wie durch ein Wunder als einzige Kirche von Manila.

Die San-Augustin-Kirche ist die letzte Ruhestätte einiger Konquistadoren, Generäle sowie Erzbischöfe.

In einem kleinen Museum neben der Kirche werden Heiligenbilder und Ikonen, sowie antike Möbel und Kleider aus der Kolonialzeit ausgestellt. Die Verwaltung des Museums obliegt dem hiesigen Augustinerorden.