Reisterrassen der philippinischen Kordilleren, Philippinen

Reisterrassen in den Kordilleren, Philippinen - © jo / Fotolia
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Die smaragdgrünen Reisterrassen der philippinischen Kordilleren liegen in der Provinz Ifugao im Nordosten der nördlichsten Insel Luzon der Philippinen. Die so genannten „Himmelstreppen“ gehören zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Philippinen und drücken auf einzigartige Weise die Harmonie zwischen Mensch und Natur aus.

Die Reisterrassen der philippinischen Kordilleren liegen in der Provinz Ifugao im Nordosten der nördlichsten Insel Luzon der Philippinen. Die so genannten „Himmelstreppen” gehören zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Philippinen. Sie wurden 1995 als spektakuläres Beispiel menschlicher Landschaftsgestaltung gemeinsam mit den Terrassen in Batad und Bangaan (Gemeinde Banaue), Mayoyao, Nagacadan in der Gemeinde Kiangan und Hungduan zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Der Nassreisanbau zählt zu den bedeutendsten kulturellen Errungenschaften in der gesamten Geschichte Asiens. Die einzigartigen terrassenförmigen Reisfelder an den Steilhängen des Banaue-Tals liegen auf einer Höhe von 700 bis 1.500 Metern und werden bereits seit 2.000 Jahren bewirtschaftet.

Reisterrassen in den Kordilleren, Philippinen - © jo / Fotolia
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Hanglagen von bis zu 70% Steigung können durch ein ausgeklügeltes System als Anbaufläche für Reis und Gemüse benutzt werden. Die etwa 2 Meter hohen Stützmauern der Terrassen bestehen aus wasserdurchlässigen Bruchsteinen und wurden an die natürlichen Gegebenheiten des Geländes angepasst. Sie zählen zu den wenigen Gebieten auf den Philippinen, die von den Kolonialmächten größtenteils verschont blieben.

Noch heute werden die üppigen Felder, die sich alle in Familienbesitz befinden, von den indigenen Ifugao (sie nannten sich selbst „Menschen der Erde”) nach traditionellen Regeln bewirtschaftet und instand gehalten. Am faszinierendsten ist dabei die Art der Bewässerung der Terrassenfelder in den schwer zugänglichen philippinischen Kordilleren.

Das gesamte Wasser, welches aus den darüber gelegenen privaten Wäldern, den „Muyong” strömt, wird durch, Kanäle, Dämme, Schleusen und Bambusrohre über die jedes der Felder geleitet, in keiner Terrasse wird das Wasser aufgehalten. Dieses ausgeklügelte Bewässerungssystem war seiner Zeit weit voraus und sorgte für die Bezeichnung der Reisterrassen als „Achtes Weltwunder”.

Panorama of the paddy rice field. Philippines - © Olga Khoroshunova - Fotolia
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Die smaragdgrünen Reisterrassen erstrecken sich über eine Fläche von 22.000km2 und ziehen sich durch mehrere Täler an den Bergflanken entlang. Eine Wander- oder Trekkingtour durch die sanften Hügel Nord-Luzons ist in jedem Schwierigkeitsgrad möglich. Von mehreren Aussichtspunkten aus hat man einen herrlichen Blick auf die Felder.

Vor allem am frühen Morgen bietet sich ein atemberaubendes Schauspiel, wenn die saftigen Terrassen langsam in einem Meer aus Nebel und Wolken auftauchen. In Banaue, etwa 300km nördlich der philippinischen Hauptstadt Manila, können sich die Besucher in einem kleinen Museum mit der Kultur und den Bräuchen der Ifugao vertraut machen.

Schwindendes Kultur-Interesse

Seit 2001 nimmt jedoch das Interesse der Ifugao an ihrer uralten Kultur deutlich ab, die Reisterrassen werden immer weniger gepflegt. Der Klimawandel macht auch den Reisterrassen zu schaffen, ebenso die zunehmende Abwanderung vieler junger Ifugao in die größeren Städte der Philippinen. Viele Bauern bewirtschaften ihre Felder nur noch für die Touristen, errichten Mauern und Wasserleitungen aus Beton und nehmen damit wenig Rücksicht auf die ursprüngliche Landwirtschaft.

Somit stehen die Reisterrassen der philippinischen Kordilleren seit 2001 auch auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes. Nachdem die Philippiner um nationale und internationale Hilfe ansuchten und diese auch erhielten, konnten die Reisterrassen von der Roten Liste wieder gestrichen werden.