Petroglyphen von Angono auf Luzon, Philippinen

In Angono auf den Philippinen wurden vor etwa 4.000 Jahren über 120 verschiedene Figuren in den weichen Tuffstein eingraviert - © Nina B / Shutterstock
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Die Petroglyphen von Angono auf den Philippinen im Süden von Luzon sind das älteste Kunstwerk der Philippinen. Auf einer Fläche von 25 mal knapp 4 Metern wurden hier vor etwa 4.000 Jahren über 120 verschiedene Figuren in den weichen Tuffstein einer Felswand eingraviert.

Die Petroglyphen von Angono liegen auf den Philippinen im Süden der nördlichsten Insel Luzon etwa 3 Autostunden von der philippinischen Hauptstad Manila entfernt.

Die Felszeichnungen wurden an der Grenze der beiden Städte Angono und Binangonan in eine über 600 Meter langen und knapp 5 Meter hohe Felswand aus weichem Tuffgestein eingraviert. Sie stammen aus der Jungsteinzeit, etwa 3.000 bis 2.000 vor Christus und sind damit die ältesten Kunstwerke der Philippinen.

Entdeckt wurden die Petroglyphen von Angono im Jahr 1965 von Carlos V. Francisco, ein lokaler Künstler der Wandmalerei, der auch unter dem Namen Botong bekannt war. 1973 wurden die Felszeichnungen von der philippinischen Regierung zum nationalen Kulturschatz erklärt, um dem schädigenden Vandalismus ein Ende zu bereiten.

Besuch der Petroglyphen von Angono

Die Felszeichnungen wurden durch Aussichtsplattformen und Pfade für Touristen zugänglich gemacht und durch ein kleines Museum ergänzt. Die Erhaltung und Verwaltung der Petroglyphen erfolgt in Zusammenarbeit des Nationalmuseums der Philippinen, dem Tourismusverband, dem World Monuments Fund, dem American Express und einem philippinischen Immobilienunternehmen.

Die Gravuren bedecken eine Fläche von 25 mal knapp 4 Metern und reichen von kaum sichtbaren Ritzungen bis zu 4cm tiefen Linien. Die Figuren von Angono wurden Forschern zufolge über einen längeren Zeitraum geschaffen, da die einzelnen Darstellungen in ihrer Ausrichtung und Form keine durchgängige Linie aufweisen. Die Petroglyphen wurden wahrscheinlich mit spirituellem Hintergrund erschaffen, die Höhlen wurden vermutlich für religiöse Zeremonien und Bestattungen benutzt, es wurden jedoch keine menschlichen Überreste gefunden. Eine andere Theorie besagt, dass die symbolischen Darstellungen der Kommunikation und der Zeitrechnung dienten.

Die Petroglyphen stellen hauptsächlich Kinder und Jugendlich dar, aber auch geometrische Muster und Tiere, wie zum Beispiel Eidechsen, Schildkröten und Frösche. Insgesamt wurden 127 verschiedene Figuren identifiziert, deren Umrisse sich teilweise an die natürlichen Gegebenheiten des Felsens anpassen. Die Fundstücke, die rund um die Petroglyphen entdeckt wurden, Kieselsteinwerkzeuge, gebrannte Keramik, polierte Beile und Schildkrötenpanzer sind in dem kleinen Museum neben der Steilwand mit den Felsgravuren ausgestellt.