Mount Wilhelm, Papua-Neuguinea

Der Mount Wilhelm ist mit 4.509 Metern der höchste Berg von Papua-Neuguinea und kann relativ leicht erklommen werden - © Nomadtales CC BYSA2.1AU/Wiki
© Nomadtales CC BYSA2.1AU/Wiki

Der Mount Wilhelm in Papua-Neuguinea ist der höchste Berg des Landes und verhältnismäßig leicht zu besteigen. Die Bergregenwälder, alpinen Graslandschaften und zerklüfteten Felsregionen zeigen den Inselstaat im Pazifik von seiner spektakulärsten Seite.

Der Mount Wilhelm, auch „Wilhelmsberg” oder „Enduwa Kombuglu” in der lokalen Sprachen Kuman genannt, erreicht eine Höhe von 4.509 Metern und ist damit der höchste Berg von Papua-Neuguinea und zähle zu den höchsten Bergen der gesamten Insel Neuguinea.

Der Mount Wilhelm befindet sich inmitten des Landes genau auf den Grenzen zwischen den Provinzen Simbu, Madang und Western Highlands. Die ihn umgebenden Berge heißen Bismarck-Gebirge, die anderen drei höchsten Gipfel der Bergkette sind der Ottoberg, Mariaberg und Herbertberg. Und wie kommen nun die eindeutig deutschen Namen mitten in die alpine Welt von Papua-Neuguinea? Dies ist dem deutschen Journalist und Forschungsreisenden Hugo Zöller zu verdanken, der im Jahr 1888 das Bismarckgebirge nach dem Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck und seine vier höchsten Berge nach keinen Kindern benannte. Die erste beurkundete Besteigung des Mount Wilhelm erfolgte 1938 durch den Regierungsbeamten Leigh Grant Vial und zwei Einheimische, die trotz der Nähe zum Äquator den Gipfel schneebedeckt vorfanden.

Manche zählen den Mount Wilhelm zu den Seven Summits, den höchsten Berge der sieben Kontinente. Zählt man den 4.884 Meter hohen Puncak Jaya in Indonesien zu Südostasien, so ist der Mount Wilhelm der höchste Berg Ozeaniens.

Gipfelsturm auf den Mount Wilhelm

Obwohl der Mount Wilhelm der höchste Berg Papua-Neuguineas ist, ist er auch der am leichtesten zu erklimmende. Die Besteigung des Mount Wilhelm gelingt am besten zwischen Mai und November und kann über zwei Wege erfolgen. Der einfachere und daher auch beliebtere Weg startet von der Provinz Sindu aus beim Dorf Keglsugl an der Straße von Kundiawa. Je nach körperlicher Fitness ist dieser Weg von leichter bis moderater Schwierigkeit. Er führt durch Bergregenwälder und Hochalpenwiesen zu den Twin Lakes Piunde und Aunde, die nach 3-5 Stunden erreicht sind. Nach Piunde geht die Kletterpartie los, hier ist Trittsicherheit gefragt, bei nassem Wetter ist besondere Vorsicht geboten. Der gesamte Auf- und Abstieg kann je nach Wetter und Ausdauer 9, aber auch 24 Stunden dauern.

Nachtwandern: Der letzte Gipfelsturm geht üblicherweise des nächtens vonstatten, um Mitternacht oder in den frühen Morgenstunden. So ist für den Abstieg am ehesten klares Wetter geleistet. Und den atemberaubenden Sonnenaufgang auf einigen tausend Metern Höhe kann man sich kaum vorstellen.

Wer auf dem Weg nach oben bei den Twin Lakes die Augen offen hält, entdeckt vielleicht noch einige Wrack-Stücke eines US-amerikanischen Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Mai 1944 verschätzte sich der Pilot in der Höhe und schlug etwa 4.000 Meter über den Seen in die Bergflanke ein. Die Crew wurde dabei getötet, die meisten der Wrackteile verschwanden in den Twin Lakes, doch einige sind heute noch zu sehen.

Der anspruchsvollere Weg startet von der Provinz Western Highlands aus im Dorf Ambullua und erfordert schon etwas mehr Klettererfahrung. Auf dieser Route dauert es mindestens 4 Tage bis man vom Gipfel des Mount Wilhelm wieder zurück ist. Kletterausrüstung ist jedoch auch hier nicht erforderlich.

Auf beiden Routen ist auf jeden Fall ein Führer erforderlich, auf eigene Faust sollte die zerklüftete Bergwelt des Mount Wilhelm nicht in Angriff genommen werden. Apropos zerklüftete Bergwelt: Wer diese unwirtliche Region aus schroffen Felsen, steilen Hängen und dichtem Regenwald einmal erlebt hat, versteht, warum sich in Papua-Neuguinea derart viele Sprachen und Kulturen unabhängig voneinander entwickeln konnten.

Wanderungen um den Mount Wilhelm

Wer nicht auf den Gipfel möchte, kann auch um den Mount Wilhelm herum fantastische Wanderungen unternehmen, die sich bis zu 7-Stunden-Ausflügen ausdehnen lassen. In den Bergdörfern kann man mit der äußerst freundlichen und interessierten Bevölkerung Bekanntschaft schließen, die Touristen gerne einen kleinen Einblick in ihren Lebensalltag gewähren. Auf den saftigen Bergwiesen und in den üppigen Regenwäldern tummeln sich farbenprächtige Paradiesvögel und einige der größten Schmetterlinge der Welt.