Agrarlandschaft von Kuk, Papua-Neuguinea

In der Sumpfregion Kuk in Papuga-Neuguinea wurden bereits vor etwa 6.000 Jahren Bananen und Zuckerrohr angebaut - © happystock / Shutterstock
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In der Agrarlandschaft von Kuk im südlichen Hochland von Papua-Neuguinea wurde bereits vor über 7.000 Jahren Landwirtschaft betrieben, was die Region zu einer der weltweit bedeutendsten archäologischen Stätten der Ackerbau-Techniken der vergangenen Jahrtausende macht.

Die historische Agrarlandschaft von Kuk befindet sich in der Sumpfregion Kuk im südlichen Hochland von Papua-Neuguinea in der Provinz Western Highlands. Auf einer Höhe von 1.550 Metern wird hier seit tausenden von Jahren Landwirtschaft betrieben, eine der weltweit bedeutendsten archäologischen Stätten der Ackerbau-Techniken der vergangenen Jahrtausende. Seit 2008 zählt die historische Agrarlandschaft von Kuk auf einem Gebiet von gut 100 Hektar als erste Welterbestätte Papua-Neuguineas zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Entdeckung der Ackerbau-Spuren von Kuk

Von der lokalen Bevölkerung wurde die Landwirtschaft in den Kuk-Sümpfen Anfang des 20. Jahrhunderts aufgegeben. Stammeskriege und die ersten Europäer auf der Suche nach Gold verhinderten eine weitere Kultivierung des Landes. Die Spuren des Ackerbaus wurden vom Grasland überwuchert. 1968 verpachteten die Clan-Chefs das Land an die australische Zivilverwaltung, die eine Forschungsstation zur Untersuchung der Teepflanzen errichtete. Der australische Archäologe Jim Allen entdeckte ein Jahr später, was unter dem dichten Gras verborgen war und führte die ersten archäologischen Forschungen durch. Bald wurde auch die Australian National University und der australischen Flinders University auf den Kuk-Sumpf aufmerksam.

Ausgrabungen und Forschungen ergaben, dass das Land der Kuk-Sümpfe bereits seit mindestens 7.000 Jahren bewirtschaftet wurde. Einige Brandrodungsspuren und Pflanzungslöcher wurden sogar auf ein Alter von 10.000 Jahren datiert, die mit hölzernen Werkzeugen erschaffenen Bewässerungskanäle reichen etwa 4.000 Jahre zurück. Pflanzenresten in der Erde und auf Steinwerkzeugen zufolge wurden vor 5.000 Jahren bereits Zuckerrohr, Banen und Taro, eine stärkehaltige Nutzpflanze, angebaut.
Zwei Bananensorten wurden überhaupt weltweit das erste Mal in der historischen Agrarlandschaft von Kuk kultiviert.

Die Agrarlandschaft ist auch deshalb so bedeutsam, weil hier die landwirtschaftliche Nutzung des Landes in völliger Abgeschiedenheit, ohne, wie bisher angenommen, Einfluss anderer asiatischer Kulturen entstand. Die Kuk-Sümpfe sind ein weiterer Beweis, dass unsere Vorfahren vor etwa 6.000 Jahren vom einfachen Sammeln von Pflanzen auf gezielten Anbau und Ernte umstiegen.

Heute werden die Kuk-Sümpfe von den Einheimischen wieder zum Anbau von Bananen und Süßkartoffeln benutzt. Sie willigten jedoch ein, die archäologischen Ausgrabungsstätten unberührt zu lassen.