Totenstadt der Makli Hügel, Pakistan

Die Grabstätten der Makli-Hügel in Pakistan ragen auch prächtige Mausoleen empor, von denen einige zu den Höhepunkten islamischer Steinmetzkunst gehören - © grmoghal / Shutterstock
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Die Makli Hügel etwa 3km von Thatta im südlichen Pakistan entfernt beinhalten etwa 1 Million Grabstätten aus dem 14. bis 18. Jahrhundert. Die letzten Ruhestätten von Heiligen und Herrschern reichen von einfachen Gräbern bis hin zu atemberaubenden Mausoleen.

Die Makli Hügel befinden sich etwa 3km von der pakistanischen Stadt Thatta in der Provinz Sindh im Süden Pakistans entfernt. Auf einem Areal von gut 15km2 liegen hier etwa eine Million Gräber aus dem 14. bis 18. Jahrhundert im ehemaligen Flussbett des Indus. Zwischen einfachen Gräbern, Mauerresten und Steinfeldern ragen auch prächtige Mausoleen empor, von denen einige zu den Höhepunkte islamischer Steinmetzkunst gehören. Seit 1981 zählt die Totenstadt bei Thatta zum Weltkulturerbe der UNESCO.

BILDER: Totenstadt der Makli Hügel bei Thatta

 

In der eindrucksvollen Nekropole bestattet zu werden, war damals eine große Ehre, worauf alleine schon der Name hindeutet. Makli leitet sich ab von „Makkah-li”, was soviel wie „Mekka für mich” bedeutet. Errichtet wurden die prächtigen Grabstätten aus Ziegel, Kalk- oder Sandstein vor allem von den Herrschern der Sumra, Arghun und Tarkhan, die vor den Mogulkaisern über die Provinz Sindh herrschten. Neben den Herrschern fanden auch Sufi-Mystiker und Heilige auf den Makli-Hügeln ihre letzte Ruhestätte.

Die Mausoleen sind wahrlich prächtig anzusehen und vereinen in sich die architektonischen Stile der Perser, Inder und Mogulen. Neben der monumentalen Größe der Grabstätten, sind deren Fassaden auch noch mit prunkvollen Ornamenten und Schriftzeichen verziert. Die Grabstätten der etwa 125.000 Heiligen auf den Makli-Hügeln erzählen von Leben und Legenden der Verstorbenen.

Die Grabstätten auf dem Makli-Hügel in Pakistan reichen von einfachen Gräbern bis hin zu spektakulären Mausoleen - © Ghulam Rasool / Shutterstock
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Bauwerke der Makli Hügel

Zu den spektakulärsten Bauwerken in der Nekropole bei Thatta gehört unter anderem das Mausoleum des Nisamuddin, ein Sumra-Sultan aus dem späten 15. Jahrhundert. Auch der Sarkophag seines Adoptivsohnes Mubarak Khan ist von einer meterdicken Mauer mit kunstvollen Verzierungen umgeben.

Bei den Tarkhan ist wohl die Grabstätte des Mirza Jan Baba das Highlight, der von seinem Bruder Mirza Baki ermordet wurde. Sein Sohn gewährte ihm dafür ein besonders prunkvolles Mausoleum. Der aus gelbem Kalkstein erbaute Prachtbau ist über und über mit kunstvoll modellierten Ranken, Blättern und Rosetten verziert. Von seinen ursprünglich drei Kuppeln ist eine noch erhalten.

Grabtempel des Mirza Isa Khan II., wohl das größte Mausoleum am Makli-Hügel, Pakistan - © Ghulam Rasool / Shutterstock
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Ist der es Mirza Jan Baba der schönste, so ist der seines Sohnes, Mirza Isa Khan II., wohl das größte Mausoleum. Der Kuppelbau ist von einer zweistöckigen doppelreihigen Säulenreihe umgeben und ebenfalls von oben bis unten sogar an den Innenwänden mit detailverliebten Arabesken im gelben Kalkstein verziert.

In der besterhaltenen Grabstätte der Makli-Hügel ruhen die sterblichen Überreste von Diwan Shurfa Khan, einem Minister von Shah Jahan, der unter anderem das Taj Mahal erbauen ließ. Hinter der obligatorischen Umfassungsmauer thront der eher streng wirkende persische Bau, dessen Ecken mit Türmen abgerundet wurden. Die farbenprächtigen Kacheln, die einst die Fassade zierten, sind auf der wuchtigen Kuppel noch zu erkennen.

Auch dem Brudermörder Mirza Baki wird mit einer Grabanlage hinter einer hohen Mauer gedacht, die neben dem zentralen Kenotaph, der im Gegensatz zu den Gräbern keine sterblichen Überreste enthält, auch einen Pavillon und weitere Gräber umschließt.

Für den letzten König der Tarkhan, Mirza Jani Beg wurde auf dem Makli-Hügel ein achteckiger Ziegelbau mit Iwan-Bögen errichtet, Pakistan - © Ghulam Rasool / Shutterstock
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Für den letzten König der Tarkhan, Mirza Jani Beg wurde ein achteckiger Ziegelbau mit Iwan-Bögen, wie man sie von islamischen Moscheen kennt, und einer Kuppel errichtet. Die dunkelblau glasierten Kacheln bilden einen attraktiven Kontrast zu den gebrannten Lehmziegeln.

Wie die meisten Ruinenstätten Pakistans sind auch die Grabstätten von Thatta durch das Meersalz in den Winden bedroht und einer ständigen Restaurierung unterzogen.