Ruinenstadt Taxila in Punjab, Pakistan

An den Überresten einer Stupa in Sirkap, Teil von Taxila in Pakistan, lassen sich die hinduistische, buddhistische und griechische Einflüsse ablesen - © CC BY-SA 1.0 / Wiki
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Die Ruinenstadt Taxila befindet sich in der Provinz Punjab im Norden Pakistans und ist eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Pakistans. Sie besteht aus vier Stadtanlagen, neben weitläufigen Mauerresten sind auch noch ganze Tempelanlagen und Pakistans älteste Stupa, Dharmarajka, erhalten.

Die historische Stadt Taxila in der Provinz Punjab im Norden Pakistans fungierte einst als Hauptstadt des Gandhara-Reiches, welches das heutige Afghanistan und das nordwestliche Pakistan umfasste. Die archäologische Ausgrabungsstätte der historischen Stadt Taxila ist eine der wichtigsten Pakistans und zählt seit 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Taxila liegt strategisch äußerst günstig an der alten Grand Trunk Road etwa 35km nordwestlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad und ist über einen Pass mit einer der wichtigsten Handelsrouten Asiens, der Seidenstraße, verbunden. Taxila wurde bereits in den großen indischen Epen Ramayana und Mahabharata als Tashashila, „Hügel des Taksha” erwähnt.

Seine Blütezeit erlebte die historische Stadt von etwa 500 vor bis 500 nach Christus. Neben Waren wurden in Taxila auch Kulturen, Wissenschaften und Philosophien ausgetauscht, was bereits Jahrhunderte vor Christus zur Gründung einer großen Universität führte. Dort wurde unter anderem zum ersten Mal die Grammatik des Sanskrit niedergeschrieben und das „Charaka Samhita”, das älteste und bedeutendste Werk zu klassischen indischen Heilkunst Ayurveda verfasst wurde.

Vielvölkerstadt Taxila

Die Ruinen von Taxila zeichnen sich durch die deutlich sichtbaren Einflüsse unterschiedlicher architektonischer Stile der verschiedenen Herrscher aus. Den hellenistischen Einfluss, der an den Wohnhäusern, Tempeln und Klöstern von Taxila zu sehen ist, brachte 326 vor Christus Alexander der Große mit sich, auch wenn die Griechen nur 9 Jahre über Taxila herrschten. Die unzähligen Edikt-Säulen und Stupas stammen von Ashoka, Statthalter von Taxila und später Kaiser des ersten indischen Großreiches, der zum Buddhismus konvertierte. Unter anderem ließ er auch die Dharmarajka-Stupa errichten, die vermutlich älteste in ganz Pakistan und größte Attraktion Taxilas etwa 2km von Bhir Mound entfernt. Der halbkugelförmige 50m breite Sakralbau wurde in einem Erdbeben um 30 nach Christus zerstört und danach wieder wiederaufgebaut.

Auch die ersten Abbildungen von Buddha als Mensch wurden in der Region des Gandhara-Reiches gefunden. Die ersten Buddha Statuen mit Gesicht wiesen ebenfalls griechische Merkmale auf und prägten die buddhistische Kunst an den Ländern der Seidenstraße vom persischen Reich bis Japan. So wurde das Taxila-Tal rasch zum religiösen Zentrum und einem der bedeutendsten Pilgerstätten Pakistans.

Die Dharmarajka-Stupa in der heutigen Ruinenstadt Taxila in Pakistan wurde vom Kaiser des ersten indischen Großreiches errichtet - © CC BY-SA 1.0 / Wiki
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Nach Ashokas Tod Ende des 2. Jahrhunderts nach Christus wechselten die Machtverhältnisse in Taxila äußerst rasch. Andere bedeutende Städte in der Nähe, wie Saraidala, Sirkap und Sirsukh wurden gegründet, die heute mit der vierten und ältesten Anlage namens Bhir Mound Teil der gesamten archäologischen Stätte von Taxila sind.

Mitte des 5. Jahrhunderts wurden Bhir Mound und die nahe gelegenen Stadtanlagen durch die Hephthaliten („Weiße Hunnen”) zerstört, seither sind von der einst glorreichen Handelsstadt nur noch Ruinen übrig. Diese wurden Mitte des 19. Jahrhunderts durch den britischen Archäologen Alexander Cunningham entdeckt und daraufhin systematisch freigelegt.

Heute sind die Überreste der Straßen und Gebäude von Taxila zwischen Bäumen und Gras zu besichtigen. Die niedrigen Mauern zeugen von der akribischen Stadtplanung Bhir Mounds, Sirkaps und Sirsukhs. Während in Bhir Mound nur noch einige Fragmente übrig sind, lässt sich in Sirkap das Leben von früher gut nachempfinden. Einige der Fundstücke sind heute in bedeutenden Museen zu besichtigen, wie zum Beispiel die Statue eines sitzenden Buddha im Lahore-Museum. Das Museum in Taxila selbst stellt leider nur wenige Informationen über die historische Stadt zur Verfügung.