Ruinenstadt Mohenjo-daro, Pakistan

Die Ruinenstadt Mohenjo-daro im Süden Pakistans ist die am besten erhaltene historische Stadt auf dem indischen Subkontinent - © Asianet-Pakistan/Shutterstock
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Die Jahrtausende alte Ruinenstadt Mohenjo-daro befindet sich im Süden Pakistans am Unterlauf des Flusses Indus und ist die am besten erhaltene historische Stadt auf dem indischen Subkontinent.

Die Ruinenstadt Mohenjo-daro (wörtlich „ Mund der Toten”) befindet sich im Süden Pakistans in der Provinz Sindh und ist die am besten erhaltene historische Stadt auf dem indischen Subkontinent. Die um etwa 2600 vor Christus errichtete Siedlung war eine der größten Städte des Harappan-Volkes Flusstal des Indus und eine der ersten und größten der Welt. Seit 1980 zählt die archäologische Stätte von Mohenjo-daro zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Geschichte von Mohenjo-daro

Mohenjo-daro existierte zur selben Zeit mit den bekannten Hochkulturen Ägyptens, Mesopotamiens oder Griechenlands und hatte bis zu 35.000 Einwohner. Die Harappa dehnten sich am Höhepunkt ihrer Ausbreitung über das gesamte heutige Pakistan bis zur iranischen Grenze und den Norden Indiens aus. Für die damalige Zeit waren sie erstaunlich fortschrittlich in den Bereichen Stadtplanung und -bau. Die Gebäude waren nach einem strengen System angelegt und so gebaut, dass ihre Wände im Falle eines Erdbebens, nach außen fallen.

Um 1900 vor Christus wurde Mohenjo-daro verlassen, zu dieser Zeit erfuhr die ganze Harappa-Kultur ihren Niedergang. Es wird vermutet, dass der Indus seinen Lauf geändert hat, was gravierende Folgen auf die Landwirtschaft um Mohenjo-daro und seine Position als Handelsstadt nach sich zog.

Entdeckung von Mohenjo-daro

Die Ruinen Mohenjo-daros blieben fast 2.000 Jahre unentdeckt, erst im Jahr 1922 wurden sie durch Zufall vom indischen Archäologen Rakhaldas Bandyopadhyay gefunden, der von einem buddhistischen Mönch zu einer vermeintlichen Stupa in die historische Stadt geführt wurde. Zehn Jahre später wurden die ersten systematischen Ausgrabungen begonnen, die in den 1960ern jedoch eingestellt wurden, da die Verwitterung der freigelegten Ruinen zu stark war. In den 1980ern wurden die Ausgrabungsarbeiten mit modernen archäologischen Techniken wieder aufgenommen.

Die Ausgrabungsstätte von Mohenjo-daro ist heute vor allem durch das Salz, welches vom Meer herangetragen wird, vom Zerfall bedroht, einige Mauern sind bereits eingestürzt, in vielen weiteren zeigen sich erste Risse. Wird die historische Stätte nicht großzügig renoviert, fürchten Archäologen, dass sie in 20 Jahren verschwunden sein könnte. Seit 1997 werden die Ausgrabungen von der UNESCO finanziert.

Besuch von Mohenjo-daro

Aus den Forschungsarbeiten ging hervor, dass Mohenjo-daro mindestens 7mal zerstört und auf den Fundamenten der alten Stadt wieder aufgebaut worden war. Heute ist gut zu erkennen, wie Mohenjo-daro vor tausenden von Jahren einmal ausgesehen haben muss. Die Stadt war zwar von keiner Mauer umgeben, aber durch Wachtürme im Westen und Verteidigungsanlagen im Süden dennoch gut befestigt.

Zwischen rechteckigen Gebäuden aus Lehmziegeln und Holzgerüsten wurden schnurgerade Straßen gezogen, neben den Wohnhäusern zeugen öffentliche Einrichtungen, wie Badeanstalten und Versammlungshallen vom hohen Status, den das Soziale und Kulturelle in der Harappa-Kultur innehatte. Mohenjo-daro war mit modernen Luxusanlagen wie Abwasserkanälen ausgestatte, manche Haushalte hatten sogar beheizbare Bäder. Eine 15m hohe Zitadelle zieht die Augen der Betrachter von allen Seiten der historischen Stätte auf sich.

Tipp: Mohenjo-daro kann in etwa einem halben Tag vollständig besichtigt werden. Die beste Reisezeit ist aufgrund der extrem hohen Sommertemperaturen zwischen Oktober und März. Wer Mohenjo-daro in den Sommermonaten besichtigt, sollte unbedingt Sonnenschutz im Gepäck haben, auf der Ausgrabungsstätte gibt es kaum Schatten.

Neben den Mauern der historischen Stadt wurde auch eine Vielzahl an Artefakten zwischen den Überresten von Mohenjo-daro gefunden, die in einem kleinen Museum ausgestellt sind. Von Werkzeugen aus Stein und Kupfer und Steingravuren über kunstvoll gearbeitete Schmuckstücke aus Gold und Jaspis bis hin zu Kinderspielzeug. Die berühmtesten und am feinsten modellierten Funde sind das „Dancing Girl”, eine 10cm hohe Statuette eines tanzenden Mädchens, der „Priesterkönig”, eine knapp 20cm hohe sitzende Skulptur aus Speckstein, die heute im Nationalmuseum von Pakistan zu bewundern ist und ein Siegel, in welchem vermutlich Pashupati, der Gott der Tiere, eingraviert ist.