Festung Shahi Qila in Lahore, Pakistan

Die monumentale Festung in der Stadt Lahore wird Shahi Qila („Königliches Fort“) genannt und umfasst eine Fläche von 20 Hektar, Pakistan - © Naiyyer / Fotolia
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Die monumentale Festung Shahi Qila im Fort Lahore wurde im Lauf der Jahrhunderte von den verschiedensten Herrschern von der militärischen Verteidigungsanlage zu einem prachtvollen Palastkomplex mit schmucken Pavillions und repräsentativen Audienzgebäuden ausgebaut.

Die monumentale Festung in der pakistanischen Stadt Lahore wird Shahi Qila („Königliches Fort”) genannt. Sie liegt im Nordwesten von Lahore im Bundesstaat Punjab und umfasst eine Fläche von 20 Hektar. 1981 wurde das Fort von Lahore gemeinsam mit den Shalimar Gärten auf die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen.

Wann die Ursprünge der Lahore Festung tatsächlich erbaut wurden, weiß niemand so genau. Eine Münze aus dem Diwan-e-Aam, der Halle des öffentlichen Publikums, geht auf das erste Jahrtausende zurück. Es wird vermutet, dass bereits im Jahr 1021 ein Fort, höchstwahrscheinlich aus Lehm, an seiner Stelle stand.

Geschichte des Shahi Qila

Fest steht, dass der Mogulkaiser Akbar der Große zwischen 1556 und 1605 den Grundstein für das heutige Fort legte (die Lage zwischen den Mogulgebieten und den Festungen von Kashmir, Multan und Kabul erforderten eindeutig steinerne Mauern. In den darauffolgenden Jahrhunderten (und vermutlich auch davor) wurde es mehrmals beschädigt oder zerstört und immer wieder von den wechselnden Machthabern Pakistans, den Mogulen, den Sikhs und zuletzt den Briten stückchenweise restauriert, ausgebaut und erweitert.

Vor allem nach der Eroberung durch die Sikhs im 19. Jahrhundert wurde das Fort regelreicht geplündert, viele Schätze und Ornamente wurden ins indische Amritsar gebracht. Vor allem der Palast der Spiegel wurde vieler seiner Verzierungen beraubt, von denen nun einige den Goldenen Tempel der Sikh in Amritsar schmücken. Einige Steinstufen weisen heute noch Einschusslöcher aus dem Sikh-Bürgerkrieg 1847 auf.

1853 wurde das Shahi Qila von den Briten für die Öffentlichkeit geschlossen und im Jahr 1927 an das Departement of Archaeology übergeben, welches es 20 Jahre später nach der Staatsgründung Pakistans für die Öffentlichkeit wieder zugänglich machte.

Architektur-Details des Shahi Qila

Die mächtige Mauer, die das Shahi Qila umgibt, wird von 13 Toren in verschiedener Pracht unterbrochen.

Das Masjidi Tor und die traditionell iranisch erbaute Diwan-e-Aam sind auf den Erbauer Akbar zurückzuführen. Das wuchtige Alamgiri Tor mit den beiden mächtigen Kuppeln stammt von Kaiser Aurangzeb, der Erbauer der gegenüberliegenden Badshahi Moschee, die durch das Tor zu sehen ist. Er benannte es nach seinem selbst auferlegten leicht größenwahnsinnigen Titel „Alamgir – Eroberer der Welt”. Das Alamgir-Tor fungiert heute als Haupteingang zur Festung und ist übrigens auf der 50er-Note der pakistanischen Währung abgebildet.

Tritt man hindurch findet man sich in einem Bilderbuch aus Tausendundeiner Nacht wieder. Durch liebevoll dekorierte Innenhöfe und gepflegte Vorplätze winden sich schön angelegte Pfade, die zu schmucken Pavillions führen, deren Wandschnitzereien immer noch intakt sind. Besucher nutzen die idyllische Kulisse und den Frieden des Forts zur Entspannung und für Picknicks auf den weitläufigen Rasenflächen umgeben von prachtvollen Gebäuden verschiedenster pakistanischer Herrscher.

Auf Shah Jahan, den Erbauer des Taj Mahal, geht die Moti Masjid, die „Perlenmoschee” zurück sowie die Schlafgemächer und die Diwan-e-Khas, die Halle für das besondere Publikum. Auch der Sheesh Mahal, der Palast der Spiegel, eines der schönsten Gebäude im Lahore Fort wurde unter Shah Jahan errichtet. Seine Verzierungen mit prachtvollen Mosaiken, Spiegeln und Malereien lassen den Prunk erahnen, in dem der Herrscher im 17. Jahrhundert gelebt hat. Die farbenprächtigen Szenen stellen gallopierende Pferde, Jagdszenen, Tierkämpfe, geometrische Formen, Elefanten, Engel und Dämonen dar. Vom Sheesh Mahal aus hat man außerdem den wohl besten Blick auf die Badshahi Moschee.

Direkt am Hof des Sheesh Mahal befindet sich der ganz aus hellem Marmor gefertigte Naulakha Pavillion, das mit Blumen und Blättern dekorierte wohl kostbarste Gebäude im Shahi Qila. Sein Preis kann aus seinem Namen herausgelesen werden, es kostete 9 Lakhs Rupien, ein Lakh sind 100.000. Die großen Steinstufen sind für Elefanten gedacht, die den König bis an seine Gemächer tragen. König Jahangir war für den Ausbau der Gärten verantwortlich.

Der Zahn der Zeit macht auch vor der Lahore Festung nicht halt, viele der steinernen Mauern und auch der kostbare Marmor des Sheesh Mahal weisen bereits erste Risse auf. Dennoch hat das einstige Fort, das über die Jahrhunderte zu einem repräsentativen Palastkomplex umgebaut wurde, nichts von seinem majestätischen Flair eingebüßt.

Weiterführende Links:

Detaillierte Beschreibung der Architektur des Shahi Quila (englisch)