Konis Santana Nationalpark, Osttimor

Der gefährdete Gelbwangenkakadu im Konis-Santana-Nationalpark in Osttimor ist vor allem durch illegalen Export bedroht - © tratong / Shutterstock
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Der Nino Konis Santana Nationalpark an der äußersten Spitze Osttimors ist aufgrund seiner vielfältigen Unterwasser- und Vogelwelt ein El Dorado für Naturfreunde, aber auch eine wichtige Stätte der kulturellen und historischen Vergangenheit Osttimors.

Der Nino Konis Santana Nationalpark befindet sich an der äußersten Ostspitze Osttimors. Er wurde im Jahr 2007 gegründet und im August 2008 feierlich eröffnet und ist damit der erste Nationalpark des jungen Staates Osttimor.

Der Nino Konis Santana Nationalpark erhielt seinen Namen von einem osttimorischen Unabhängigkeitskämpfer, der gegen die indonesische Besatzungsmacht marschierte. Die Eröffnung des Nationalparks erfolgte 10 Jahre nach seinem Tod. Die Region im äußersten Westen wurde deshalb für den Nationalpark gewählt, da Konis Santana sich mit seinen Truppen der FALINTIL („Forcas Armadas da Libertacao Nacional de Timor-Leste”), einer militärischen Widerstandsbewegung, dorthin zurückgezogen hatte. Außerdem liegt auch Tutuala, die Geburtsstadt von Konis Santana innerhalb der Nationalpark-Grenzen.

Der Konis Santana Nationalpark umfasst eine Fläche von knapp 70.000 Hektar Land und gut 55.000 Hektar Meer. Der Strand von Tutuala und der dahinterliegende Wald gelten bereits seit dem Jahr 2000 als Wildschutzgebiet. Der Nationalpark verbindet außerdem 4 der 16 Vogelschutzgebiete der Insel: Lore, den Monte Paitchau, den Ira Lalaro-See und die Insel Jaco. Das Schutzgebiet auf dem Meer schließt Teile des Korallendreiecks mit ein.

Flora und Fauna im Konis Santana Nationalpark

Der Nationalpark besteht hauptsächlich aus üppigem, tropischen Regenwald, einer der wenigen in der Region, die noch vollständig intakt sind. In seinen Wipfel sind 25 Vogelarten beheimatet, die nur auf der Insel Timor und einigen in der Umgebung zu finden sind, wie zum Beispiel der durch illegalen Export gefährdete Gelbwangenkakadu, den empfindlichen Timor-Specht oder die grüne Timortaube, die durch die Abholzung des Monsunregenwaldes ihres Lebensraums beraubt wird. Hier arbeitet der Nationalpark eng mit der internationalen Vogelschutzorganisation „BirdLife” zusammen.

Die bedrohte Grüne Timortaube hat im Konis-Santana-Nationalpark in Osttimor einen geschützten Lebensraum gefunden - © Super Prin / Shutterstock
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Die Korallen vor der Westküste Osttimors und ihre farbenprächtigen Bewohner gelten als Riffe mit der größten Artenvielfalt. Zahlreiche Rifffische, Krabben, Schildkröten und Seesterne haben hier einen geschützten Lebensraum gefunden.

Archäologische Fundstätten

Der Konis Santana Nationalpark ist jedoch nicht nur für Naturfreunde, sondern auch für Archäologen interessant. An der Westspitze Osttimors liegen sowohl die für ihre Felsmalereien berühmten Höhlen von Ile Kére Kére, sowie die Kalksteinhöhle Jerimalai. Sie ist als Fundort der ältesten Funde menschlicher Besiedlung auf den kleinen Sundainseln bekannt, die archäologischen Spuren erreichen ein Alter von etwa 42.000 Jahren. Doch auch aus der jüngeren Vergangenheit findet man im Nationalpark Zeugen. Die historische Bedeutung vieler Orte reicht auf den japanische Besatzung im Zweiten Weltkrieg oder die portugiesische Kolonialzeit zurück. Somit dient der Nationalpark nicht nur dem Schutz der Flora und Fauna, sondern auch des historischen und kulturellen Erbes Osttimors.

An die 10.000 Menschen leben im Konis Santana Nationalpark. Ziel der Naturschützer ist es unter anderem, deren Bewusstsein für die Wichtigkeit der Erhaltung der Regenwälder und Riffe zu schärfen und sie als Parkwächter auszubilden.