Sagarmatha Nationalpark, Nepal

Blick auf den Mount Everest und seinen
© Daniel Prudek / Shutterstock

Der Sagarmatha Nationalpark liegt im Nordosten Nepals im Himalaya-Gebiet an der Grenze zu Tibet und ist der höchstgelegene Nationalpark der Welt. Der Mount Everest Trek und zahlreiche andere Wanderwege bringen Besuchern die atemberaubende Schönheit der schroffen Gipfel näher.

Der Sagarmatha Nationalpark liegt im Nordosten Nepals im Himalaya-Gebiet an der Grenze zu Tibet. Der Sagarmatha ist der höchste Nationalpark der Welt, sein tiefster Punkt liegt bereits bei 2.845 Metern. Er beinhaltet außerdem den mit 8.848 Metern höchsten Berg der Welt, den Mount Everest. Diesem Umstand verdankt der Nationalpark auch seinen Namen. Sagarmatha bedeutet so viel wie „Kopf des Himmels”. 1979 wurde er aufgrund seiner beeindruckenden Gebirgsformationen, der seltenen Fauna und den Kulturstätten der Sherpas von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt.

Der Sagarmatha Nationalpark wurde 1976 gegründet und umfasst eine Fläche von gut 1.000km2. Neben dem Mount Everest thronen noch zwei andere Achttausender innerhalb seiner Grenzen, der Lhotse und der Cho Oyu. Ihren schroffen Gipfeln und steilen Tälern von ewigem Eis und Gebirgsbächen geformt verdankt der Sagarmatha Nationalpark sein einzigartiges Erscheinungsbild. Atemberaubend zeigt sich zum Beispiel die 3.000 Meter abfallende Südwand des 7.800 Metern hohen Mount Nuptse oder der Ngozumpa-Gletscher, mit 20km der längste Nepals.

Blick vom Gipfel des 5.357m hohen Gokyo Ri in den Bergen des Himalaya auf den Ngozumpa Gletscher, Sagarmatha Nationalpark, Nepal - © JeremyRichards / Shutterstock
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Flora und Fauna des Sagarmatha Nationalparks

Die Vegetation des Sagarmatha Nationalparks ist aufgrund der großen Seehöhe im Vergleich zu anderen Nationalparks eher spärlich. Nur 3% der Fläche sind mit Tannen, Wacholder, Birken und Rhodendron bewaldet, knapp 30% dienen als Almen und Felder für den Kartoffelanbau, die restlichen 2 Drittel werden von unwirtlichem Hochland aus Fels, Schnee und Eis auf über 6.000 Metern Seehöhe beherrscht.

Trotz der scheinbar lebensfeindlichen Bedingungen im Sagarmatha Nationalpark ist die Artenvielfalt seiner Fauna enorm und reicht von Schneeleoparden und dem Roten Panda über Yaks, Moschus- und Muntjakhirsche bis hin zu kleineren Tieren wie Marder, Murmeltiere und Pfeifhasen. Tahre, Gorale und Seraue gehören zu den kletterfreudigen Ziegenarten im Himalaya. Weiter unten begegnet man außerdem Rhesusaffen, Hulman-Languren, Rotfüchsen und Goldschakalen und Schwarzbären. Die Schneeleoparden warn in den 1960er-Jahren im Nationalpark ausgerottet, kamen über Tibet jedoch wieder nach Nepal.

Wölfe sind seit den 1980er Jahren nach wie vor verschwunden, sehr zur Freude der Hirten, da ein eingespieltes Wolfsrudel auch ein ausgewachsenes Yak reißen kann. Die Luft wird von über 100 verschiedenen Vogelarten bevölkert, darunter der Blut- und Himalaya-Glanzfasan sowie das Schneehuhn. An den Seen in den Hochebenen sammeln sich jedes Jahr tausende Zug- und vor allem Wasservögel, die auf der Durchreise sind. Wider Erwarten leben im Sagarmatha Nationalpark 26 verschiedene Arten von Schmetterlingen.

Unterwegs im Sagarmatha Nationalpark

Aufgrund seiner einmaligen Schönheit und seiner wilden Landschaft ist der Sagarmatha ein Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Nicht nur aber vor allem sind dies Höhenbergsteiger und Hochland-Trekking-Touristen, die in erster Linie auf dem Mount Everest Trek unterwegs sind, ein mehrwöchiger Fernwanderweg, der vom Flughafenort Lukla bis zum Basis Camp am Mount Everest führt. Von Lukla sind es übrigens 2 Tagesmärsche, bis man überhaupt erst einmal im Nationalpark ist.

Die besten Reisemonate für den Sagarmatha Nationalpark sind März, April, Oktober und November. Von Juni bis September macht der Monsunregen die Gebirgsregion äußerst ungemütlich, während danach von Dezember bis Februar die Temperatur auch tagsüber nur selten über 5°C hinaus kommt.

Wer der großen Höhe nicht so angetan ist, findet auch in den tieferen Lagen des Sagarmatha Nationalparks genug Wanderwege, um die faszinierende Natur des Himalaya ausreichend genießen zu können. Neben der atemberaubenden Landschaft können auch einige Dörfer und Klöster besichtigt werden, wie zum Beispiel Thame Gomba und Khumjung Gomba.

Das Besucherzentrum befindet sich auf einem Hügel in Namche Bazaar auf einer Höhe von 3.440 Metern. Hier ist auch ein Besuch des naturhistorischen und volkskundlichen Museums zu empfehlen.