Kwa Bahal in Patan, Nepal

Der Goldene Tempel von Patan ist auch unter dem komplizierten Namen „Hiranya Varna Mahavihara“ bekannt, Nepal - © Jun Mu / Shutterstock
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Kwa Bahal, der Goldene Tempel von Patan, ist eines der buddhistischen Zentren im Kathmandu-Tal in Nepal. Er beeindruckt vor allem durch seine reich verzierte Fassade und die buddhistischen Schätze in seinem Inneren.

Der Kwa Bahal, der „Goldene Tempel” von Patan in Nepal ist die eindrucksvollste Tempelanlage der Stadt. Erbaut wurde er Anfang des 12. Jahrhunderts von König Bhaskar Verma und dem göttlichen Buddha geweiht. Der Goldene Temple von Patan ist auch unter dem komplizierten Namen „Hiranya Varna Mahavihara” bekannt, oder, noch komplizierter als „Bhaskerdev Samskarit Hiranyabarna Mahavihar” in Sanskrit.

Er befindet sich im Norden des Thahiti Platzes nur wenige Minuten vom Durbar Square entfernt und kann von der Straße aus durch eine enge Gasse erreicht werden. Schon von weitem sind die meditativen Gesänge der Mönche zu hören.

Gebetsräder im Goldenen Tempel von Patan, Nepal - © Sirko Hartmann / Shutterstock
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Der Kwa Bahal ist ein prunkvoller bewohnter Schrein, dessen Fassade über und über aus geprägtem vergoldetem und versilbertem Kupfer geschmückt ist. Die Abbildungen zeigen buddhistische Gottheiten und Vogelschwärme, die von Dachspitzen in den Himmel aufsteigen. Die schimmernden Ornamente werden durch kunstvolle Holzschnitzereien ergänzt.

Fantastische Kunstwerke außen und innen

Die Verehrung des Buddha wird im Innenraum das Kwa Bahal fortgesetzt. Der Torbogen beinhaltet das wohl am meisterhaftesten gearbeitet Schnitzwerk im ganzen Kathmandu-Tal. Am gesamten Tempelgeländer befinden sich unzählige kunstvolle Statuen von Affen, Löwen, Drachen und Gottheiten.

Im obersten Stock der prachtvollen Pagode ist ein goldenes Bildnis des Buddha und ein riesenhaftes Gebetsrad zu sehen, die Wände sind mit eindrucksvollen Gemälden geschmückt. Der Innenhof wird von einem reich verzierten dreistöckigen Tempel mit goldenem Dach beherrscht und von einem Wandelgang umrahmt. Der Innenhof darf nur ohne Schuhe und Leder am Körper betreten werden.

Im Gegensatz zum Musya Bahal oder dem Chusy Bahal wurde die architektonische Einheit des Bahals leider durch bauliche Änderungen verfälscht. Doch der Kwa Bahal ist auch aus anderen Gründen eine spezielle Sehenswürdigkeit Patans.

Kinder des Kwa Bahal

Der Kwa Bahal beherbergt seine eigene Kumari, eine Kindgöttin, die im Alter von 3-5 Jahren aus einer Gruppe von Mädchen aus den Vajracharya-Familien durch ein kompliziertes traditionelles Verfahren auserwählt wird. Anders als die königliche Kumari, ist die Kwa Bahal Kumari die Inkarnation des Vajradeva, einer rein buddhistischen Gottheit, gegensätzlich zur Schutzgöttin Durga oder Taleju, welche die königliche Kumari verkörpert.

Und weil wir gerade von Kindern sprechen: Der Hauptpriester des Kwa Bahal ist ein maximal 12jähriger Junge, der dem Tempel 30 Tage dient bevor ihm ein weiterer Junge nachfolgt.

Neben dem göttlichen Mädchen soll der Kwa Bahal noch ein anderes, schaurigeres Mysterium bewahren. Der Sage noch soll ein tantrischer Priester namens Vakvraja die Stupa Kathesimbu, die im Süden des Platzes steht, mit überirdischen Kräften von Benares nach Kathmandu geschafft haben. Nach dieser kräfteraubenden Meisterleistung zog er sich in den Kwa Bahal zurück um zu meditieren. Den ausgewählten Raum hat er seither nie mehr verlassen. Auch wenn sein Körper mittlerweile längst verwest sein müsste, wagt es niemand, den Raum zu betreten, um den Priester nicht in seiner Meditation zu stören.