Durbar Square in Kathmandu, Nepal

Blick auf den Durbar Square („Königsplatz“) in Kathmandu, Nepal - © Dmitry Berkut / Shutterstock
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Der Durbar Square in Kathmandu ist von etwa 50 historischen Tempeln, Palästen, Pagoden, Höfen und Straßen aus dem 12. bis 18. Jahrhundert umgeben und repräsentiert die prachtvolle Architektur des königlichen Nepal und das kulturelle Leben des heutigen Kathmandu.

Als Durbar Square („Lasku Dhwakha” oder „Königsplatz”) wird in nepalesischen Städten der Platz vor dem ehemaligen Königspalast bezeichnet. Die Königsplätze sind umrahmt von eindrucksvollen reich verzierten Gebäuden und beinhalten das Erbe der alten Königreiche Nepals. Vor der Einigung Nepals gab es drei Königreiche im Kathmandu-Tal: Kathmandu, Patan und Bhaktapur – jede Stadt besitzt einen Durbar Square und alle drei gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Königsplatz in Kathmandu liegt südlich des Touristenzentrums Thamel und fungiert heute als soziales, religiöses und kulturelles Zentrum von Kathmandu.

Tempeleingang am Durbar Square in Kathmandu, Nepal - © shin / Shutterstock
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Tempel auf Kathmandus Durbar Square

Die etwa 50 Tempel, Paläste, Pagoden, Höfe und Straßen stammen aus dem 12. bis 18. Jahrhundert. Hier wurden früher die Könige gekrönt, ihre Residenz befand sich immer im Zentrum der Stadt. Auch wenn es seit dem 19. Jahrhundert in Kathmandu keinen König mehr gibt, seine prunkvollen Vermächtnisse umrahmen den Königsplatz nach wie vor. Die Tempel des Platzes zeigen sich einer spektakulärer als der andere.

Taleju-Tempel

Der prachtvolle dreistufige Taleju-Tempel ist der Tempel der Schutzgöttin der Malla-Könige. Er war der erste Tempel mit mehr als zwei Dächern und soll auf Geheiß der Göttin Taleju, auch bekannt unter Durga, selbst erbaut worden sein, die dem König als Biene erschien.

Kumari Bahal

Der “Tempel der lebenden Göttin” im Süden des Platzes wurde 1757 von Jaya Prakash Malla erbaut. In ihm lebt die Kindgöttin Kumari als Reinkarnation der Göttin Taleju. Mädchen im Alter von 3-5 Jahren werden in einem komplizierten Verfahren für diese Ehre ausgewählt und leben bis zu ihrer ersten Menstruation im Palast. Verlässt sie ihr Gemach für traditionelle Feste oder andere Feierlichkeiten, wird sie in einem Wagen durch die Menge gefahren, ihre Füße dürfen den unheiligen Boden außerhalb des Palastes nicht berühren. Mit etwas Glück kann man sie an einem der Fenster erblicken.

Manju Deval

Der Manju Deval auf seinem erhöhten Podest im Osten des Platzes scheint den Durbar Square zu dominieren. Er wurde 1692 von der Mutter von Buhpatindra Malla von Bhaktapur errichtet und Shiva gewidmet.

Jagannatha Tempel

Mit den exquisitesten Holzschnitzereien und die feinsten Verzierungen kann der Jagannatha Tempel aufwarten. Türen, Fenster und Dachgiebel sind mit unzähligen Abbildungen von Hindu-Göttern geschmückt, darunter auch einige tantrische Szenen. Ursprünglich Vishnu gewidmet, ist er heute seiner Repräsentation Jagannatha, dem „Herrn des Universums” geweiht. Seine Pracht wird vielleicht noch vom Vilar Tempel übertroffen, dessen dreistöckige Fassade zur Gänze mit Ornamenten und Figuren geschmückt ist.

Mul Chowk

Der Mul Chowk ist für Besucher geschlossen, manchmal jedoch kann man durch den Sichtschutz einen Blick auf die Schönheit dahinter erhaschen. Einmal im Jahr wird der Mul Chowk für Hindus geöffnet, wenn am 9. Tag des Dasain-Festes der Göttin Taleju hunderte Büffel und Ziegen geopfert werden.

Grüne Oase Bhandarkal

Wer von Architektur und Gebäuden genug hat, sollte einen Abstecher in den Bhandarkal machen. Dieser botanische Garten aus dem 17. Jahrhundert weist eine faszinierende Artenvielfalt auf und ist ein Muss für Naturliebhaber.

Eintritt auf den Durbar Square

Der Eintrittspreis ist leider relativ hoch und entspricht etwa dem Monatsgehalt eines nepalesischen Arbeiters. Dafür wirkt der Platz oft ungepflegt und laut. Man kann jedoch wagen, die Tickethäuschen zu umgehen und sich gratis auf den Platz zu schmuggeln, Kontrollen sind vor allem an Samstagen eher spärlich.

Man kann einen ganzen Tag auf dem Durbar Square verbringen und sich des geschäftigen Treibens und der bunten Farben dieses magischen Ortes erfreuen. Auch in den verwinkelten Hinterhöfen sind an den prunkvollen Gebäuden zahlreiche erstaunlich komplizierte Schnitzereien und Ornamente zu entdecken.