Orkhon-Tal, Mongolei

Sonnenaufgang im Orkhon-Tal einer beeindruckenden Kulturlandschaft an den Ufern des Orkhon Flusses in der Zentral-Mongolei - © jjuncadella / Fotolia
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Das malerische Orkhon-Tal ist eine beeindruckende Kulturlandschaft aus sanften grünen Hügeln an den Ufern des Orkhon Flusses in der Zentral-Mongolei. Als ehemaliges Machtzentrum der Mongolen und Sitz der Hauptstadt Dschingis Khans beinhaltet das Orkhon-Tal prachtvolle Städte, Klöster und historische Artefakte.

Das Orkhon-Tal ist eine beeindruckende Kulturlandschaft an den Ufern des Orkhon Flusses in der Zentral-Mongolei. Sie liegt gut 300km südwestlich der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator und zählt seit 1992 als 2.000 Jahre altes Nomaden-Land zum Welterbe der UNESCO.

BILDER: Orkhon-Tal

 

Die Besiedlung des Orkhon-Tals geht an die 100.000 Jahre zurück, hier befindet sich die Wiege der asiatischen nomadischen Kultur. Viele Jahrhunderte lang galt das durch den Orkhon-Fluss fruchtbare Orkhon-Tal in der sonst kargen und trockenen Mongolei als Sitz der kaiserlichen Macht in der mongolischen Steppe.

Dem Orkhon-Tal wurde eine heilige Macht, „qut” genannt, nachgesagt. Wer das Orkhon-Tal kontrollierte, wurde auch als von den Göttern ernannter Führer der Turkvölker angesehen. Genau aus diesem Grund wurden die jeweiligen Hauptstädte im malerischen Orkhon-Tal errichtet.

Mit der Zeit entwickelte sich das gut 120.000 Hektar messende Orkhun-Tal zum wirtschaftlichen, religiösen und militärischem Zentrum der Mongolei – und blieb dabei immer im Einklang mit der es umgebenden atemberaubenden Natur. Kamele, Schafe und Ziegen, die auf den weiten Grasflächen des Orkhon-Tals grasten, repräsentierten die mongolische Kultur. Durch das Nomadentum wurde diese Lebensart auf weite Teile Asiens übertragen, später entwickelten sich daraus die ersten Siedlungen.

Der Fluss Orkhon im gleichnamigen Tal im Herzen der Mongolei war einst Machtzentrum des Landes - © Pierre-Jean Durieu/Shutterstock
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Historische Orkhon-Monumente

Die Macht des Orkhon-Tales reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück. Aus dieser Zeit wurde eine mit Runen beschriftete Stele des damaligen Herrschers Bilge Khan gefunden, die in drei verschiedene Sprachen übersetzt wurde. Zu den so genannten Orkhon-Monumenten gehört auch ein Denkmal des Kul Tigin, eines der beeindruckendsten Denkmäler des damaligen Göktürk-Reiches, die 1889 gefunden und vier Jahre später entziffert werden konnten.

Ebenfalls aus dem 8. Jahrhundert stammen die Ruinen des Khar Balgas, der ehemaligen Hauptstadt des Uyghur-Reiches. Die Überreste seiner Tempel, Paläste und Klostergebäude erstrecken sich über eine Fläche von 50km².

Hauptstadt von Dschingis Khan

Auch Karakorum, die berühmte Hauptstadt des Mongolen-Herrschers Dschingis Khan aus dem frühen 13. Jahrhundert liegt im Orkhon-Tal. Es wird vermutet, dass sich hier der sagenumwobene Xanadu-Palast befand, der Sommersitz des Kublai Khan. Seine gewaltigen 550m langen quadratischen Mauern wurden vom Entdecker Marco Polo als Metapher für asiatische Opulenz bekannt.

Der Laviran-Tempel in der Klosteranlage Erdene Zuu, Mongolei - © Louise Cukrov / Shutterstock
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Auf jeden Fall vor den Toren von Karakorum befindet sich das erste buddhistische Kloster der Mongolei, der Komplex Erdene Zuu. Das Klostergebäude gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes. Von den einst 62 Tempeln sind durch die stalinistischen Säuberungen in den 1930er Jahren heute nur noch die eindrucksvolle Mauer und einige wenige, nichtsdestotrotz äußerst prachtvolle Schreine erhalten geblieben.

Das ebenfalls spektakuläre Kloster Tuvkhum, welches sich in 2.600 Metern Höhe befindet, fiel ebenfalls zum Großteil den Kommunisten zum Opfer. Auch vom Mongolen-Palast auf dem Doit-Hügel aus dem 13. und 14. Jahrhundert, dem vermeintlichen Sitz des Ögedei Khan, sind nur noch einige Ruinen übrig.

Auch die historischen Städte Talyn Dorvoljin, Har Bondgor und Bayangol Am zeugen von der früheren Pracht des Orkhon-Tals.

Ein kleines Dorf aus Yurten im Orkhon-Tal in der Mongolei - © Pierre-Jean Durieu/Shutterstock
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Noch heute pflegen die Nomaden im Orkhon-Tal ihre traditionelle Lebensweise. Neben den baulichen Schätzen des historischen Tals kann man so auch in die uralte Kultur der Mongolei eintauchen. Die sanften grünen Hügel sind außerdem für die Augen eine willkommene Abwechslung zum sonst schroffen Braun-Grau der wüsten Mongolei.