Kloster Erdene Zuu, Mongolei

Der Laviran-Tempel in der Klosteranlage Erdene Zuu, Mongolei - © Louise Cukrov / Shutterstock
© Louise Cukrov / Shutterstock

Das Klostergelände Erdene Zuu wurde im 16. Jahrhundert errichtet und ist das älteste buddhistische Kloster der Mongolei. Von insgesamt 62 Tempeln sind bis heute vier erhalten geblieben, die noch von der ehemaligen Pracht des Klosters zeugen.

Das prunkvolle Klostergebäude von Erdene Zuu (auch “Erdene Dsuu” geschrieben) liegt im Zentrum der Mongolei vor den Toren der Stadt Karakorum und ist das älteste buddhistische Kloster der Mongolei, welches heute noch besichtigt werden kann. Es befindet sich im Orkhon-Tal, welches zum Welterbe der UNESCO zählt. Erdene Zuu bedeutet so viel wie „Kostbarer Herr”, das Kloster erhielt diesen Namen von einem Abbild einer Gottheit, welches im Kloster dargestellt ist.

BILDER: Kloster Erdene Zuu

Geschichte des Klosters Erdene Zuu

Das Kloster wurde im Jahr 1586 vom mongolischen Chalcha-Fürsten Abtai Sain Khan als erstes buddhistisches Kloster des Landes gegründet. Nach dem Besuch des 3. Dalai Lama entstanden er Gol Zuu und der Baruun Zuu-Tempel als erstes, sie sollten zukünftig das Zentrum des Lamaismus in der Mongolei darstellen.

Die Bauzeit der gesamten Klosteranlage betrug insgesamt über 300 Jahre, da es im 17. und 18. Jahrhundert immer wieder zerstört und wieder aufgebaut und erweitert wurde. Seine Blütezeit erlebte das Kloster Erdene Zuu in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit beherbergte das quadratische Klostergelände auf einer Fläche von 400 mal 400 Meter 62 Tempel und an die 1.000 Mönche.

Viele der Tempel wurden aus den Steinen von Karakorum erbaut, der alten Hauptstadt des Mongolen-Großreiches des legendären Dschingis Khan. Im Jahr 1937 fiel das Kloster Erdene Zuu den stalinistischen Säuberungen unter dem kommunistischen Kommandanten Khorloogiin Choibalsan zum Opfer. Allein die Bibliothek soll vier Wochen lange gebrannt haben. Dasselbe Schicksal erlitten hunderte weitere Klöster in der Mongolei, 10.000 Mönche mussten ihr Leben lassen.

Besuch des Klosters Erdene Zuu

Die Goldene Stupa im Kloster Erdene Zuu ist dem Dalai Lama gewidmet und mit 13m die höchste Stupa der Mongolei - © E. Pals / Shutterstock
© E. Pals / Shutterstock

Von der einst prächtigen Tempelanlage im chinesisch-mongolischen Mischstil sind heute nur noch vier Tempel erhalten, die von einer beeindruckenden Mauer aus dem 17. Jahrhundert eingerahmt werden. Die Klostermauer wird von 4 prachtvollen Toren in jeder Himmelsrichtung durchbrochen und von 100 Stupas gekrönt.

Einer der Tempel ist dem Dalai Lama gewidmet, er wurde nach dem Besuch des 5. Dalai Lama errichtet. Die Goldene Stupa ist ebenfalls dem Dalai Lama gewidmet, diesmal dem 8. Mit 13 Metern ist die Goldene Stupa von Erdene Zuu die höchste Stupa der Mongolei.

Das blaue Dach des blauen Tempels weist einzigartige Konstruktionen auf, die ganz ohne Nägel gefertigt wurden. Auch bei der Errichtung der Shorgon Fence, einem Zaun aus Lärchenholz, wurden keine Nägel verwendet.

Betrachtet man die Pracht der verbliebenen Tempel, erscheint die Zerstörungswut der Sowjets umso furchtbarer. Seit 1990, nach dem Ende des Kommunismus, ist das Kloster wieder in Betrieb und einige Gebäude wurden einer Restaurierung unterzogen.

Einer der erhaltenen Tempel der Klosteranlage Erdene Dsuu, Mongolei - © Pascal RATEAU / Fotolia
© Pascal RATEAU / Fotolia

Die gesamte Anlage zu restaurieren ist kaum zu finanzieren, dennoch ist Erdene Zuu heutzutage eine wichtige Pilgerstätte. Die verbliebenen Tempel und die darin enthaltenen historischen Artefakte sind eine wichtige Touristenattraktion der Mongolei. Innerhalb des Geländes befinden sich neben den Räumlichkeiten der Mönche auch eine Dalai-Lama-Klosterschule und ein Museum.

Tipp: Wer auf dem Klostergelände von Erdene Zuu fotografieren oder filmen möchte, muss einen erhöhten Eintrittspreis bezahlen, die prachtvollen Innenräume der Tempel rechtfertigen dies jedoch. In Souvenirshops können Gebetsfahnen und -mühlen sowie Seidenschals und Räucherfahnen erstanden werden.

Im Bereich des Erdene Zuu werden archäologische Ausgrabungen im Zuge der Suche nach dem ehemaligen Khan-Palast durchgeführt.