Präsidentenpalast Mulee Aage in Male, Malediven

Blick auf den ehemaligen Präsidentenpalast Mulee Aage im historischen Stadtzentrum von Male, Malediven - © PD / CIA Factbook
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Mulee Aage bezeichnet den ehemaligen Sitz des Präsidenten der Malediven in der Hauptstadt Male. Der schmucke einstöckige Bau im Kolonialstil ist ein wichtiger Teil der maledivischen Geschichte und darf auf keiner Sightseeing-Tour durch Male fehlen.

Mulee Aage, auch Muleeaage oder Muliaage, bezeichnet den ehemaligen Sitz des Präsidenten der Malediven in der maledivischen Hauptstadt Male. Der schmucke einstöckige Bau im Kolonialstil ist ein wichtiger Teil der maledivischen Geschichte und darf auf keiner Sightseeing-Tour durch Male fehlen.

Der Mulee Aage befindet sich im historischen Stadtzentrum von Male und ist von weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt regelrecht umringt. Gleich daneben befindet sich der Schrein Medhu Ziyaarai, in dem die sterblichen Überreste des Marokkaners ruhen, der den Islam auf die Malediven brachte, sowie die Alte Freitagsmoschee, die durch ihre wuchtiges zylinderförmiges Minarett „Munnaru” kaum zu übersehen ist.

Mulee Aage bedeutet so viel wie „Neues Haus von Muli”; Muli ist die Hauptstadt des Meemu-Atolls auf den Malediven.

Errichtung des Mulee Aage

Der Bau des Mulee Aage geschah kurz vor dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1906. Die Errichtung geschah auf Geheiß des Sultans Muhammad Shamsuddeen III, der den Palast für seinen Sohn und Erben Prinz Hassan Izzuddin erbauen ließ. Im Gegensatz zu vielen anderen Palästen wurde der Mulee Aage als Bungalow entworfen. Der Palast wurde 1920 fertiggestellt, kurz vor der Rückkehr des Prinzen von seinem Studium am Royal College in Colombo, der ehemaligen Hauptstadt Sri Lankas.

Der in weiß, himmelblau und rot gehaltene, einstöckige Palast im Kolonialstil ist kunstvoll verziert und von einem liebevoll gepflegten Garten umgeben. Der Gartenanlage kam im Zweiten Weltkrieg eine ganz besondere Rolle zu. Das Gemüse und Getreide, das dort angebaut wurde, bewahrte viele Bewohner Males vor dem Hungertod.

Hassan Izzuddin nutzte das Mulee Aage vor allem als Stätte der Heiterkeit und Fröhlichkeit. Musiker und Tänzer wurden zur Unterhaltung des jungen Prinzen eingeladen. Der königliche Sitz war nach wie vor in dem Gebäude, im dem heute das Nationalmuseum der Malediven untergebracht ist. 1934 wurde Hassan Izzuddin durch seinen Onkel und Cousin gestürzt und nach Fuvahmulah verbannt, einer kleinen isolierten Insel im Süden der Malediven, wo er nur 4 Jahre später verstarb.

Der Mulee Aage stand daraufhin etwa 5 Jahre leer und ging in den Besitz der Regierung über. Es wurde anschließend auf verschiedenste Art und Weise besiedelt und war die Jahrzehnte hindurch immer ein wichtiger Teil der maledivischen Geschichte. Zuerst fungierte er als Sitz des Innenministeriums unter Mohamed Amin Didi, der nach dem Fall der Monarchie zum Präsidenten der Malediven aufstieg und den Mulee Aage 1953 zum ersten Präsidentenpalast der Republik auserkor.

Die folgenden Präsidenten nutzten den Mulee Aage aufgrund seinen begrenzten Räumlichkeiten mehr als Büro denn als Wohnstätte, vor allem als dann im Jahr 1992 der „wahre” Präsidentenpalast „Theemuge” erbaut wurde. Ab 1998 geriet der Mulee Aage fast in Vergessenheit, wurde noch als Gerichtshof genutzt. Bis sich der Präsident Mohamed Nasheed 2009 aufgrund der hohen Erhaltungskosten des Theemuge entschied, in den Mulee Aage zu übersiedeln und das Gebäude so bis 2012 wieder zum Präsidentenpalast wurde.

Der Mulee Aage wird nach wie vor für wichtige internationale Empfänge und Meetings genutzt, so war zum Beispiel schon die britische Königen Queen Elizabeth II Gast im Mulee Aage.