Nationalmuseum in Male, Malediven

Dhonis, die traditionellen Fischerboote der Malediven, sind im Nationalmuseum in Male zu bewundern - © pinggr / Shutterstock
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Das Nationalmuseum in Male wurde 2010 durch einen modernen Anbau erweitert und informiert Besucher über die bewegte Geschichte der Malediven. Neben religiösen Exponaten sind auch historische königliche Artefakte und geschichtsträchtige Dokumente ausgestellt.

Das Nationalmuseum von Male wurde als erstes Nationalmuseum der Malediven am 19. November 1952, dem nationalen Feiertag der Malediven durch den damaligen Premierminister Mohamed Amin Didi eröffnet. Es befindet sich im Sultanspark gegenüber des ehemaligen Präsidentenpalastes Mulee Aagu bzw. der Gedenkstätte Medhu Ziyaarai und soll zum Patriotismus und dem kulturellen Bewusstsein der Malediver beitragen.

Das Nationalmuseum in Male besteht aus einem alten und einem neuen Gebäudetrakt. Das zweistöckige alte Museum stammt noch aus dem 17. Jahrhundert und ist eines der wenigen Gebäude, die das Feuer im Jahr 1968 überstanden hat. Das neue dreistöckige Gebäude schließt gleich daneben an. Zum Zeichen der chinesisch-maledivischen Kooperation wurden die Kosten von knapp 8 Millionen US-Dollar von der chinesischen Regierung finanziert.

Die Eröffnung des neuen Museums erfolgte am Unabhängigkeitstag der Malediven, am 26. Juli 2010. Seit 2010 wird das Nationalmuseum vom Ministerium für Tourismus, Kunst und Kultur verwaltet.

Ausstellungen im Nationalmuseum in Male

Obwohl das paradiesische Atoll ein eher kleines Land ist, hat es doch eine turbulente und interessante Geschichte zu bieten. Das Museum hat eine große Sammlung an historischen Artefakten zu bieten. Steinerne Objekte aus der frühesten Geschichte der Malediven wechseln sich ab mit geschichtsträchtigen Dokumenten, antiken Fischerbooten, bemalten Musikinstrumenten und Antiquitäten aus königlichem Besitz.

Diese reichen von Möbeln und zeremonieller Kleidung über Waffen, Schmuck und Münzen bis hin zu royalen Sonnenschirmen. Ausstellungsstücke aus dem Buddhismus und Islam fanden ihren Platz ebenfalls im Nationalmuseum. Selbst in der Gartenanlage des Museums finden sich Pflanzen, die mit der Geschichte der Malediven in Zusammenhang stehen.

Die Highlights unter den Exponaten sind ein steinerner Kopf des Buddha aus dem 11. Jahrhundert, eine geschnitzte Holzplatte der Alten Freitagsmoschee Hukuru Miskiy aus dem 13. Jahrhundert und die Feyli Kolhu, ein meisterhaft gewebtes Kleidungsstück des Sultans Mahammed Thakurufaanu al A’z’am aus dem 16. Jahrhundert.

Neben den Ausstellungsstücken selbst ist auch die Innenausstattung des Museums sehenswert. Gestaltet nach dem Vorbild eines Sultanats sind die Wände mit handgeschriebenen arabischen Schriftzeichen geschmückt, die religiöse Texte des Islam zitieren.

Tipp: Ein Museumsbesuch ist in etwa einer Stunde absolviert und stellt die perfekte Alternative an einem regnerischen Tag dar. Auch an besonders heißen ist es aufgrund der Klimaanlage im Museum recht angenehm.

Im Zuge der Unruhen in Zusammenhang mit der Rücktritt von Präsident Mohamed Nasheed im Februar 2012 wurde auch das Museum nicht verschont, so gut wie alle Ausstellungsstücke aus der prä-islamischen Zeit der Malediven wurden durch die Islamisten zerstört.

Weiterführende Links:

Öffnungszeiten und Preise des Nationalmuseums in Male (englisch)