Gedenkstätte Medhu Ziyaarai in Male, Malediven

In Medhu Ziyaarai in Male liegt jener Marokkaner begraben, der angeblich den Islam auf die Malediven brachte - © Ziansh CC BY-SA3.0/Wiki
© Ziansh CC BY-SA3.0/Wiki

Medhu Ziyaarai ist eine Gedenkstätte in Male und markiert die letzte Ruhestätte des marokkanischen Schülers Abul Barakat Yousef Al-Berberi, der angeblich im Jahr 1153 den Islam auf das paradiesische Atoll der Malediven brachte.

Medhu Ziyaarai ist eine Gedenkstätte in Male, der Hauptstadt der Malediven. Sie war ursprünglich Teil des „Mulee Aage”, des Präsidentenpalastes der Malediven und befindet sich dementsprechend direkt neben dem Regierungsgebäude.

Medhu Ziyaarai bedeutet so viel wie „Zentrales Grab” und ist die letzte Ruhestätte des marokkanischen Schülers Abul Barakat Yousef Al-Berberi, der angeblich im Jahr 1153 den Islam auf das paradiesische Atoll der Malediven brachte.

Besuch des Medhu Ziyaarai

Der mit blauen und weißen Kacheln verzierte Schrein wurde erst im Jahr 2009 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und kann nur an Sonntagen besichtigt werden. Die Eröffnung für Besucher erfolgte laut dem stellvertretenden Minister für Tourismus und Kunst auf Ansuchen des Innenministeriums und hat keine religiösen Hintergründe. Es ginge eher um eine nationale Angelegenheit, hat doch der Islam die Geschichte der Malediven entscheidend geprägt und jenem Mann, der im Prinzip dafür verantwortlich ist, sollte an seinem Grab auch entsprechend gehuldigt werden können.

Umstrittene Eröffnung für Touristen

Die Partei der religiösen Schüler sprach sich allerdings gegen eine Eröffnung aus, denn das Errichten von Schreinen und Hissen von Fahnen über Gräbern sei durch den Propheten Mohammed explizit untersagt worden und entspräche nicht den Grundzügen des Islam. An bestimmten Tagen bestimmte Gebäude zu besuchen, entspräche eher dem Buddhismus, der Staatsreligion der Malediven vor dem Islam, und könnte alte Bräuche wieder aufleben lassen. Das Gebet im Medhu Ziyaarai wurde erst 1957 durch die Regierung untersagt.

Dennoch fand die Eröffnungszeremonie unter Beisein des Präsidenten Mohammed Nasheed, des Verteidigungsministers Ameen Faisal und anderen Regierungsmitgliedern am 29. März 2009 statt, dem Tag, an dem der Islam auf die Malediven kam. Der Generaldirektor des Innenministeriums bemühte sich zu betonen, dass dies nicht aus religiösen, sondern kulturellen und auch touristischen Gründen entschieden worden war. Das Ministerium für islamische Angelegenheiten war mit der Eröffnung schließlich auch einverstanden, so lange keine weißen Fahnen gehisst wurden.

Seitdem ist der Medhu Ziyaarai ein historischer und kultureller Pflichtbesuch für jeden, der den Mulee Aage besichtigt.