Alte Freitagsmoschee in Male, Malediven

Die Alte Freitagsmoschee in Male ist die älteste Moschee der Malediven - © Jolle CC BY-SA3.0/Wiki
© Jolle CC BY-SA3.0/Wiki

Die Alte Freitagsmoschee in Male stammt aus dem Jahr 1658 und ist die älteste Moschee der Malediven. Das wuchtige Gebäude mit dem zylinderförmigen Minarett beeindruckt vor allem durch die kunstvollen Schnitzereien im Korallenstein der Fassade und in der wertvollen Holzverkleidung des Interieurs.

Die „Alte Freitagsmoschee” in Male, der Hauptstadt der Malediven, ist, wie der Name schon vermuten lässt, die älteste Moschee des paradiesischen Atolls. Bis zur Errichtung der „Neuen Freitagsmoschee” im Jahr 1984 war die Alte Freitagsmoschee die Hauptmoschee in Male. Ihre meisterhaft verzierte Fassade sowie ihr wunderschön dekoriertes Innenleben brachten der Alten Freitagsmoschee in Male einen Platz auf der „Warteliste” für das UNESCO-Weltkulturerbe ein.

Als Freitagsmoschee wird im Allgemeinen ein islamisches Gotteshaus bezeichnet, in dem das wöchentliche Freitagsgebet abgehalten wird. Die Alte Freitagsmoschee in Male heißt eigentlich Hukuru Miskiy und stammt aus dem Jahr 1658. Sie wurde unter der Regierung von Sultan Ibrahim Iskandar I mit einer Bauzeit von 2 Jahren errichtet. Sein Mausoleum befindet sich gleich neben der Alten Freitagsmoschee, in dem seine sterblichen Überreste nach seinem Tode im Jahr 1687 bestattet wurden, nachdem er 39 Jahre lang regiert hatte.

Errichtung und Dekor der Alten Freitagsmoschee

Die Alte Freitagsmoschee in Male wurde ganz aus feinsten Korallen erbaut, ohne Verwendung von Mörtel oder Zement. Die meisterhaften Verzierungen und Schnitzereien an der Fassade zeugen von der damaligen Kunstfertigkeit der Malediven und erinnern eher an Marmor als an Koralle. Durch dunkelblaue arabische Schriftzeichen wird der Außendekor der Moschee ergänzt. Sie sind vor allem am „Munnaru”, dem wuchtigen zylinderförmigen Minarett, gut zu sehen.

Die detailverliebt gefertigten Schnitzereien und Ornamente der Fassade setzen sich im Innenraum der Alten Freitagsmoschee fort. Decke, Wände, Fensterbänke und Türen, alles besteht aus wertvollem Rotholz, Sandelholz oder Teak. Das dunkle lackierte Holz ist mit wunderbaren Schnitzereien und Einlegearbeiten verziert. Das Hauptgebäude besteht aus drei Hallen, dem Mihuraabuge in dem vom Imam noch heute Gebete abgehalten werden, der mittleren Moschee (Medhu Miskiy) und der hinteren Moschee (Fahu Miskiy).

Kurios: Die Moschee wurde auf den Grundmauern eines alten Tempels errichtet, der nach Westen, zur untergehenden Sonne hin, ausgerichtet war. Wenn sich die Gläubigen jetzt in ihren Gebeten nordwestlich nach Mekka richten möchten, müssen sie sich in eine Ecke drehen. Der gestreifte Teppich am Boden hilft bei der richtigen Ausrichtung.

Kunstvolle Grabsteine um die Moschee

Der Friedhof, der die Moschee umgibt, stammt ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert, seine Grabsteine sind wie die Moschee aus Korallen gefertigt. Die geschnitzten Verzierungen der Grabsteine sieht man in dieser Aufwändigkeit wohl sonst nirgends auf der Welt. An der Form der Grabsteine ist zu erkennen, wer in diesem Grab liegt. Ein Mann erhält einen größeren, eher spitz zulaufenden Grabstein, während die Frauen unter einem kleineren, abgerundeten ruhen. Sultane, nationale Helden und Malediver aus der Oberschicht haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Besuch der Alten Freitagsmoschee in Male

Die Alte Freitagsmoschee befindet sich gegenüber des „Mulee Aage”, des Präsidentenpalastes in Male. Bei einer Stadtbesichtigung Males darf dieses einzigartige historische Erbe der Malediver auf keinen Fall ausgelassen werden! Der Eintritt ist eigentlich Gläubigen vorbehalten, außerhalb der Gebetszeiten werden Besucher jedoch normalerweise willkommen geheißen, vorausgesetzt sie sind angemessen gekleidet und haben Schultern und Knie bedeckt. Am besten besucht man die Moschee am Vormittag, noch vor Beginn der mittäglichen Gebete.