Nam Ha Nationalpark, Laos

Der Nam Ha Nationalpark befindet sich in der Luang Namtha Region im Nordwesten des Landes und ist der zweitgrößte und meistbesuchte Naturpark in Laos - © Anthon Jackson / Shutterstock
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Der Nam Ha Nationalpark im Nordwesten von Laos ist der zweitgrößte und meistbesuchte Naturpark des Landes. Besucher erleben hier die traditionelle Lebensweise der Ureinwohner, da Mahlzeiten und Übernachtungen in einem der 25 winzigen Öko-Dörfer inmitten der atemberaubenden Vegetation erfolgen.

Der Nam Ha Nationalpark ist der zweitgrößte und meistbesuchte Naturpark in Laos. Er befindet sich in der Luang Namtha Region im Nordwesten des Landes und wurde 1993 von der ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) als Nam Ha National Protected Area (NPA) gegründet, um das fragile Ökosystem und die wertvolle Artenvielfalt im Norden von Laos zu schützen. Der gebirgige Nam Ha Nationalpark erstreckt sich auf einer Fläche von 222.000 Hektar bis an die Grenze Chinas.

Innerhalb seiner Grenzen ist eine Vielzahl an Lebensräumen zu finden. Tropische und subtropische Regenwälder werden von Höhlen, den 3 riesigen Flussläufen des Nam Tha, Nam Fa und Man Long und Wasserfällen durchzogen. Etwa 2.000 verschiedene Pflanzen sind im Nam Ha Nationalpark heimisch, darunter der preisgekrönte Aquilaria-Baum, der aufgrund seines ausgezeichneten Holzes (Adlerholz) auf die Liste der gefährdeten Arten gesetzt werden musste.

Die Tierwelt des Nam Ha Nationalpark hält ein Wunderland für Vogel- und Schmetterlingsliebhaber bereit, daneben über 30 verschiedene Säugetierarten, wie zum Beispiel den Asiatischen Elefanten, Gürteltiere, Tiger, Leoparden, Schwarzbären und den Gaur, das größte Rind der Welt.

Geringe Besucherzahlen zum Schutz des Nationalparks

Die vielen Besucher erhöhen den Aufwand, die Ursprünglichkeit und Naturbelassenheit des Nam Ha Nationalparks zu erhalten, wodurch das Nam Ha Ökotourismus Projekt (Nam Ha Ecotourism Project) ins Leben gerufen wurde. Seine Hauptaufgabe ist die Sicherstellung, dass keines der Dörfer im Nam Ha Nationalpark überbesucht ist und immer nur eine Trekking-Gruppe von maximal 8 Personen einkehrt.

Die ansässigen Dorfbewohner werden besser entlohnt, wenn sie ihren Lebensunterhalt im Tourismus statt mit Ackerbau verdienen. Dies schont einerseits die Landschaft und schafft andererseits mehr Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten für die Besucher. Auch das Bewusstsein über die angerichteten Schäden von Buschfeuern, illegalem Jagen, Büffelweidung und Holzfällen wird bei den Dorfbewohnern geschärft.

Dementsprechend finden Übernachtungen und Mahlzeiten auf eine Weise statt, wie sie authentischer nicht sein könnte – in den jeweiligen Dörfern im Nationalpark. So wandert man tagsüber durch das üppige Grün der himmelwärts strebenden Baumriesen, verwachsene Weinreben und knarrende Bambusrohre. Besonders mutige lassen sich im Kajak einen der drei Flussläufe hinuntertreiben oder erleben die Abenteuer des Nationalparks beim Raften. Vom Fluss aus können Adler in den Lüften beobachtet werden, Eidechsen und Schlangen, die sich an den warmen Ufersteinen sonnen und kreischende Affen, die sich durch die Baumwipfel schwingen. Regelrechte Schwärme von Libellen und Schmetterlingen begleiten die Boote flussabwärts.

Zu den Mahlzeiten und für die Nacht wird in einem der 25 winzigen Dörfern eingekehrt, wobei man sich von den unzähligen Schweinen, Hühnern, Hunden und ähnlichem Getier, welches zwischen den Hütten herumwuselt, nicht stören lassen darf. Die Dorfbewohner können bei ihrer Arbeit beobachtet werden. Manche kümmern sich um die Tiere, andere verrichten Handarbeiten, wieder andere produzieren Papier aus Bambus.

Wird das Essen zubereitet, ist das Dorf von würzigem Duft erfüllt. Auf dem Menüplan stehen lokale Köstlichkeiten, wie getrocknetes Büffelfleisch und Flussalgen mit rohem Chili, wie immer mit klebrigem Reis garniert und auf Bananenblatt serviert. Gegessen wird mit den Fingern oder mit auf Essstäbchen-Länge zugeschnittenen Stängeln.

Tipp: Vor allem in den kalten Monaten der Trockenzeit von Dezember bis Februar, ist dicke Kleidung angesagt, die Temperaturen können von den durchschnittlichen 23°C auf 5°C fallen.

Der Nam Ha Nationalpark ist eine der ursprünglichsten Gegenden in Südostasien. Hier können die Ureinwohner Laos’ in ihrer traditionellen Lebensweise erlebt werden – wer weiß wie lange noch, denn auch die abgeschiedenen Nester im Nationalpark werden vor Zivilisation und Fortschritt nicht gefeit sein.

Anreise zum Nam Ha Nationalpark

Von der laotischen Hauptstadt Vientiane aus fliegt die Lao Aviation täglich direkt nach Luang Namtha, von wo aus die Touren in den Nam Ha Nationalpark starten. Alternativ kann die Strecke auch mit dem Linienbus zurückgelegt werden.