Luang Prabang, Laos

Im Tempel Ho Prabang am Gelände des Königspalastes in Luang Prabang ruht die vergoldete Buddha-Statue Phra Bang, die der Stadt einst ihren Namen gab, Laos - © GalynaAndrushko/Shutterstock
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Die herrlichen buddhistischen Tempel und Kolonialbauten von Luang Prabang waren lange unberührt tief im laotischen Dschungel versteckt – bis die Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Die malerische Kleinstadt Luang Prabang liegt in Laos am Ufer des Mekong, tief im sattgrünen Dschungel in den Bergen versunken. Nirgendwo sonst hört man das Herz der laotischen Geschichte so deutlich schlagen wie hier, wo buddhistische Tempel mit französischer Kolonialarchitektur zu einem großen Ganzen verschmelzen.

BILDER: Luang Prabang

 

Luang Prabang war über Jahrhunderte Königsstadt und Herrschersitz von Lan Xang, dem „Reich der ein Millionen Elefanten”, bis zur Abschaffung der Monarchie im Jahr 1975. Heute ist sie Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden des Landes und zählt seit 1995 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Luang Prabang ist nach wie vor das Zentrum des laotischen Buddhismus und lag lange völlig isoliert und tief im Dschungel versteckt. Erst seit der Ernennung zum UNESCO-Welterbe wird die Öffentlichkeit auf die geruhsame Stadt aufmerksam.

Sehenswertes in Luang Prabang

In Luang Prabang stehen 33 buddhistische Tempel und die gesamte französische Kolonialarchitektur unter Denkmalschutz und wurden seit den 1990er-Jahren renoviert. Das weitläufige Gelände kann zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad am besten erkundet werden. In etwa einem Tag können die historischen Gebäude besichtigt werden, das Flair in Luang Prabang sollte jedoch wenn möglich noch den einen oder anderen weiteren Tag erlebt werden.

Wat Xieng Thong

Dieser 1560 von König Setthatirat erbaute Tempel überstand als einziger die Plünderungen von 1887 durch die Chinesen und wurde auch sonst niemals zerstört. Reich an kulturellen und religiösen Schätzen ist er einer der wichtigsten und schönsten Tempel in ganz Laos. Sein Dach reicht in der charakteristischen Luang-Prabang-Architektur fast bis auf den Boden hinunter. In der Nähe des östlichen Tors ruhen in einer Grabkapelle der 12m hohe Bestattungswagen sowie einige Urnen der königlichen Familie.

Ho Kham (Königspalast)

Prachtvolle Halle im Ho Prabang Tempel, Luang Prabang, Laos - © Melissa Sullivan / Shutterstock
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Der Ho Kham wurde von 1904 bis 1909 errichtet und galt als Residenz der Herrscher von Lan Xang. Heute fungiert der Königspalast als Nationalmuseum, im dem religiöse Schätze, buddhistische Skulpturen, Gemälde und der Thron der Herrscher ausgestellt sind. Hier befindet sich in einem eigenen Tempel namens Ho Prabang auch die legendäre Buddha-Statue „Phra Bang”, die der Stadt einst ihren Namen gab. Im Zuge des Phimai-Festivals im April wird die 83cm hohe vergoldete Figur in einer feierlichen Prozession durch die Stadt getragen.

Berg Phousi

Der 130m hohe Berg Phousi gegenüber dem Königspalast ist das spirituelle Herz von Luang Prabang. Gegen eine kleine Gebühr kann er über 328 Stufen erklommen werden, um von oben einen überwältigenden Überblick über die architektonischen Schätze der Stadt und die Wälder in der Umgebung zu erhalten. Auch auf dem Berg selbst gibt es einige Buddhas und Tempel zu entdecken.

Goldender Buddha, von Mönchen umgeben, am Berg Phousi, dem heiligen Berg von Luang Prabang im Norden von Laos - © S J Francis / Shutterstock
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Tipp: Der Sonnenuntergang am Berg Phousi ist absolut traumhaft, hat sich mittlerweile aber zu einer Massenveranstaltung entwickelt. Am Morgen hingegen hat man den lauschigen Hügel fast für sich alleine. Sowohl am Fuß als auch am Gipfel des Berges kann etwas zu trinken gekauft werden.

Nachtmarkt von Luang Prabang

An der Thanon Sisavangvong, der Hauptstraße der Altstadt von Luang Prabang, wird am Fuß des Phousi täglich von ca. 18 bis 22 Uhr der Nachtmarkt abgehalten. Die Händlerinnen vom Volk der Hmong sind für ihre meisterhaften Web-, Stick- und Nähkünste bekannt. Neben handgefertigten Textilien findet man am Nachtmarkt von Luang Prabang auch handgeschöpftes Papier, kunstvolle Schnitzereien, allerlei Souvenirs und Lebensmittel. Auch wenn man nichts kaufen möchte, sollte man sich die bunte Atmosphäre des Nachtmarktes nicht entgehen lassen.

Der tägliche Nachtmarkt in Luang Prabang im Norden von Laos ist vor allem für seine handgefertigten Textilien berühmt - © PlusONE / Shutterstock
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Tipp: Die Waren am Nachtmarkt sind allesamt extrem überteuert. Feilschen ist daher erlaubt und erwünscht, teilweise können die Preise um 75% heruntergehandelt werden. Menüs werden übrigens abseits der Hauptstraße um einiges günstiger angeboten!

Wat Mai

Der Wat Mai ist der größte Tempel von Luang Prabang und zeichnet sich durch besonders reiche Verzierungen aus. Im Zuge des Phimai-Festivals ist er Ziel der feierlichen Prozession mit der Phra-Bang-Statue vom Königspalast, die hier rituell gesäubert wird.

Wat Visoun

Dieses 1512 gegründete Kloster wurde nach König Visounarath benannt und heißt daher auch Wat Visounarath. Es liegt südöstlich des Phousi-berges und wurde im Gegensatz zum Wat Xieng Thong 1887 von den Chinesen zerstört. Die Renovierung stmmt aus dem 20. Jahrhundert und beherbergt heute ein Museum mit zahlreichen Buddhastatuen, die für Luang Prabang typisch mit nach unten ausgestreckten Armen den Regen beschwören.

Die That Makmo, die so genannte Wassermelonen-Stupa in Luang Prabang, wurde im Jahr 1504 von Königin Phantin Xieng gestiftet, Laos - © PlusONE / Shutterstock
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Ebenfalls auf dem Tempelgelände befindet sich die That Makmo, die so genannte Wassermelonen-Stupa. Sie wurde im Jahr 1504 von Visounaraths Gemahlin Phantin Xieng gestiftet und fällt durch ihre halbrunde Spitze auf. Die kostbaren Beigaben der That Makmo sind heute im Nationalmuseum im Königspalast zu sehen.

Vat Stop

Im Nordosten der Altstadt von Luang Prabang liegt der Vat Stop, neben einem weithin sichtbaren Frangipani, der auch Tempelbaum genannt wird. Der Vat Stop wurde 1480 als letzte Ruhestätte für König Chakkrapat gebaut und 1909 um die heutigen Gebäude erweitert. Hinter dem Vat Stop liegt ein „Baan”, ein typisch laotisches Wohnhaus, welches die alltägliche Lebensweise der Laoten fernab vom Tourismus vermittelt.

Vat Chom Kong

Der Vat Chon Kong wurde 1850 erbaut und liegt inmitten eines der schönsten Gärten von Luang Prabang. Auch durch die beiden chinesischen Figuren, die das Hauptgebäude bewachen, ist er sofort zu erkennen.

Mönchsprozession Tak Bat

Jeden Morgen bitten die Mönche aus der Umgebung von Luang Prabang die Stadtbewohner in einer Prozession um ihre Gaben, Laos - © jaume / Shutterstock
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Jeden Morgen bei Sonnenaufgang ziehen etwa 600 Mönche in safrangelben Gewändern aus der Umgebung von Luang Prabang durch die Stadt – ein Ritual das man gesehen haben sollte! Die Einheimischen warten auf Knien und mit demütig gesenktem Kopf auf die Mönche und bieten ihnen Reis und Früchte dar – die Nahrungsration der Mönche für diesen Tag.

Neujahr in Luang Prabang

Jedes Jahr im April findet das Phimai-Festival, das laotische Neujahrsfest statt. Das Spektakel zählt zu den größten und eindrucksvollsten buddhistischen Festen am südostasiatischen Festland. „Wasserfeste” Kleidung ist hier von Vorteil, denn die Laoten versuchen mit Wasserpistolen und Eimern bewaffnet jeden Menschen auf der Straße vollständig zu durchnässen.

Ausflüge von Luang Prabang

Die traumhafte Lage Luang Prabangs am Mekong macht die Stadt zum Ausgangspunkt vielerlei Aktivitäten. Wanderungen und Fahrradtouren führen in den dichten Urwald, zu versteckten Wasserfällen und Elefantencamps, am Mekong werden Kajak- und Rafting-Touren angeboten und in nahe gelegenen Dörfern kann auf traditionell laotische Weise übernachtet und sogar gekocht werden.

Pak Ou-Höhlen

Die Pak Ou Höhlen etwa 25km nördlich von Luang Prabang werden auch „Buddha-Höhlen” genannt und zählen zu den wichtigsten Wallfahrtsorten des Landes. Seit tausenden von Jahren dienten sie Gläubigen als Pilgerstätte, welche nach der beschwerlichen Anreise eine Buddhastatue zurückließen. Etwa 4.000 davon sind -von fingergroß bis meterhoch -heute noch zu sehen.

Kuang Si Wasserfall

Die Kuang Si Wasserfälle bestehen aus mehreren Kaskaden, dazwischen gibt es türkisblaue Pools, die zum Baden einladen, Laos - © lkunl / Fotolia
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Die Kuang Si Wasserfälle sind die größten Wasserfälle in Laos und nur eine gute halbe Autostunde von Luang Prabang entfernt. Schon die Anreise zum Kuang Si Wasserfall ist spektakulär und führt durch eine traumhafte Landschaft mit Terrassenfeldern, auf denen Reis angebaut wird, und einem traditionellen Hmong-Dorf, welches durch seine handgewebten Souvenirs bekannt ist. Die türkisblauen Pools zwischen den einzelnen Kaskaden inmitten der üppig grünen Vegetation laden vor allem an heißen Tagen zu einem erfrischenden Bad ein.

Tat Se Wasserfall

Der Tat Se Wasserfall liegt gleich neben dem Kuang Si Wasserfall, ist allerdings nicht so spektakulär und führt in der Trockenzeit kaum Wasser (daher auch weniger besucht). Dennoch ein ruhiger (Bade-) Ausflug, der sich gut mit einem Spaziergang durch den Urwald verbinden lässt.

Anreise nach Luang Prabang

Von Vientiane aus kann Luang Prabang über die Nationalstraße 13 über Vang Vieng erreicht werden. Die dauert mit dem Auto etwa 4,5 Stunden, mit dem Bus 8 Stunden. Mit einem 3km entfernten internationalen Flughafen ist Luang Prabang von Vientiane (Flugzeit 30min), Kuala Lumpur, Bangkok oder Siem Reap auch mit dem Flugzeug zu erreichen. Von Pak Beng oder Huay Xai aus kann die Reise auch auf dem Mekong mit dem traditionellen oder Speed-Boot (zwar schneller, aber auch um vieles gefährlicher) angetreten werden.

Geschichte von Luang Prabang

Als im Jahr 1351 die Tempelstadt Ayutthaya zur neuen Hauptstadt des Königreichs Siam wurde, strebte man auch östlich des Mekong nach politischer Einigung. 1365 entstand schließlich das Königreich Lan Xang. Sowohl ihren Namen als auch ihre bedeutende Position im Königreich erhielt die Luang Prabang von der Buddha-Statue „Phra Bang”, die der erste Herrscher von Lan Xang als Vasall des Khmer-Reiches aus Angkor Wat erhalten hatte. Die Buddha-Statue machte Luang Prabang außerdem zum Wallfahrtsort und Zentrum des Buddhismus.

Detail am Königspalast in Luang Prabang, die drachenähnlichen Figuren werden "Nagas" genannt, Laos - © Galyna Andrushko/Shutterstock
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Die meisten buddhistischen Tempelanlagen entstanden im 16. Jahrhundert unter König Setthatirat. Dieser war es auch, der aus Angst vor einem Angriff aus Burma die Hauptstadt des Reiches nach Vientiane verlegte. Luang Prabang hatte damit vielleicht an politischer Macht verloren, blieb jedoch immer noch kultureller Mittelpunkte des Landes.

In den folgenden drei Jahrhunderten wurde Luang Prabang in den Kämpfen zwischen Thai und Burmesen mehrmals zerstört und gelangte Mitte des 19. Jahrhunderts auch zwischen die Fronten von England und Frankreich, was mehrmalige Plünderungen zur Folge hatte. Als guter Verkehrsweg nach Südchina erklärte Frankreich die Region damals kurzerhand zum Protektorat ihrer Kolonie Union Indochinoise, die es bis zur Unabhängigkeit von Laos im Jahr 1953 blieb. Aus dieser Zeit stammen die vielfältigen Kolonialbauten, von Luang Prabang, die heute unter Denkmalschutz stehen.

Im Vietnam-Krieg führte zwar eine Versorgungsroute der Vietcong durch Laos, Luang Prabang blieb von den US-Bombardements jedoch zum Großteil verschont. 1975 wurde Luang Prabang von den Kommunisten erobert und die Königsfamilie vertrieben. Erst 1991 mit der Liberalisierung von Wirtschaft und Tourismus erwachte die Stadt aus ihrem „Dornröschen-Schlaf”.